Interview mit MitarbeiterInnen von NADEZ

Das "Zentrum für soziale Initiative NADEZ" leistet Bildungs- und Sozialarbeit für Roma-Kinder in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Schüler Helfen Leben (SHL) unterstützt die Arbeit des Projekts bereits seit 2005. Wir trafen Stanika Gligorova und Slave Zdravevski von "NADEZ" und stellten ihnen ein paar Fragen zu ihrer Arbeit.

Wie seid ihr zu "NADEZ" gekommen?

Stanika:  Ich habe zunächst von 1991 an für die Caritas Deutschland an einem Projekt zur Reintegration von Roma gearbeitet, die zu dieser Zeit aus Deutschland nach Mazedonien zurückkehrten. Meine Aufgabe als Sozialarbeiterin war es, diesen Menschen zu helfen, ihren Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. Als das Projekt 1997 beendet wurde, gründeten alle ehemaligen Mitarbeiter eine eigene Organisation, das "Zentrum für soziale Initiative NADEZ" - und wir sind seitdem darin aktiv.

Slave: Ich bin seit 2006 bei "NADEZ" und arbeite an der Umsetzung unseres Ziels, Roma-Kindern durch Straßensozialarbeit den Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Wie sieht die Arbeit in dem Projekt aus?

Stanika: Jeder Tag unterscheidet sich vom vorherigen. Wir beginnen früh morgens und arbeiten bis in den Nachmittag. Durch das Projekt helfen wir jedes Jahr rund 200 Roma die Grundschule zu besuchen. Aber unsere Zielgruppe sind nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern: Viele unserer Aktivitäten zielen darauf ab, die ganze Familie der Roma-Kinder einzubeziehen. Mittels Workshops schaffen wir bei den Eltern erst einmal das Bewusstsein, dass Bildung der wichtigste Einfluss auf das Leben ihrer Kinder ist.

Und wie ermöglicht ihr den Schulbesuch der Roma-Kinder?

Slave: Wir schaffen  die Grundvoraussetzungen: Wir versorgen sie jeden Morgen mit Frühstück, verteilen Hygieneartikel und saubere Kleidung - ohne die sie nicht die Schule besuchen könnten. Außerdem bieten wir noch zusätzliche Kurse an, bei denen den Kindern mit ihren Hausaufgaben geholfen wird. Zu Hause haben sie nicht diese Möglichkeit, denn viele der Eltern können weder lesen noch schreiben - und so nicht helfen.

Helft ihr auch den Eltern?

Stanika: Wir informieren die Eltern über deren Rechte. Zum Beispiel erklären wir ihnen, wie sie die ihnen zustehende Sozialhilfe beantragen können und wie sie an die dafür notwendigen Dokumente und Unterlagen gelangen können. Oft ist Sozialhilfe die einzige Quelle der Unterstützung für diese Menschen.

Viele Staaten Südeuropas - auch Mazedonien - haben gemeinsam die "Dekade der Roma" ausgerufen. Wie äußert sich das?

Stanika: Die Regierung hat landesweit acht Informationszentren für Roma eröffnet, die von Nichtregierungsorganisationen wie unserer betrieben werden.

Wie sagt man "Danke" auf Mazedonisch?

Slave: Blagodaram.

Blagodaram für das Interview.
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