Durch das Projekt „Shelter“ in Lwiw (Westukraine) erhalten geflüchtete Kinder und Jugendliche psychologische Beratung und Freizeit- und Bildungsangebote. Damit werden Familien entlastet und Kindern erhalten Möglichkeiten zur Beschäftigung und Traumabewältigung. Das Projekt wird selbstorganisiert von jungen Ehrenamtlichen durchgeführt, die sich schon seit vielen Jahren engagieren.

  • Ort, Land:
    Lwiw, Ukraine
  • Partnerorganisation:
    All-Ukrainian Forum for Democracy
  • Laufzeit:
    16.05.2022-15.08.2022

Seit Beginn des Krieges sind rund 6,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Weitere 8 Millionen, vor allem Frauen mit Kindern, befinden sich aktuell innerhalb des Landes auf der Flucht. Die meisten dieser Binnenvertriebenen sind in die Westukraine geflüchtet und dort in Sammelunterkünften oder bei privat bei Familien untergekommen.

Auch diese Form der Flucht stellt gerade junge Menschen vor große Herausforderungen: Sie müssen ihr gewohntes Umfeld zurücklassen und kommen in einer –kulturell teils sehr verschiedenen – neuen Region des Landes an. Zusätzlich kommt es auch in der Westukraine zu Angriffen.

Langjährig ehrenamtlich engagierte junge Menschen haben deshalb das Projekt „Shelter“ ins Leben gerufen, mit dem sie Kindern und Jugendlichen ein Stück Normalität und Ankommen ermöglichen wollen: Durch Freizeit- und Bildungsangebote wird ein Raum geschaffen, der eine Auszeit von den ständig präsenten Bedrohungen und Unsicherheiten schafft. Neue Lernumgebungen, gemeinsame Spiele, kreatives Arbeiten und sportliche Wettbewerbe stärken den Zusammenhalt der jungen Geflüchteten und ermöglichen neue Freundschaften. Die jungen Menschen lernen so ihren neuen Wohnort kennen und können sich ein wenig von der ständigen Bedrohung erholen.

Für die Mütter bedeutet das eine enorme Entlastung. Denn gerade sie sind mehrfachen Belastungen ausgesetzt: Kinderbetreuung, ein neuer Wohnort, und Sorge um Verwandte und Bekannte prägen ihren Alltag. Durch die Freizeitprogramme für Kinder und Jugendliche entstehen dringend benötigte Freiräume. Psychologische Betreuungsangebote und rechtliche Beratung werden zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Das Besondere an den Angeboten ist, dass sie von jungen Menschen für junge Menschen organisiert werden: Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 16 Jahren können an den Angeboten teilnehmen. Ältere Jugendliche und Geflüchtete werden als Trainer*innen eingesetzt. So soll ein gemeinsamer, selbstorganisierter Raum zur gegenseitigen Unterstützung entstehen, der sich schnell an die wechselnden Anforderungen anpassen kann.

Update (24.05.2022):
In der vergangenen Woche wurde im Shelter-Projekt eine Schach-Schule eröffnet. Bald steht ein erstes Turnier an, an dem sowohl junge Geflüchtete als auch lokale Jugendliche teilnehmen werden. Außerdem finden mehrere Freizeitangebote, wie beispielsweise ein Fußballtraining und Outdoor-Games statt. In einem Kreativkurs wurden traditionelle ukrainische Kleider gestaltet.

Für die nächsten Wochen ist die Einrichtung eines Outdoor-Kinos geplant, bei dem Familienfilme gezeigt werden. So können auch die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam an den Angeboten des Projekts teilnehmen.

Weitere Informationen

Alle Organisationen, mit denen wir arbeiten, sind unabhängig von Regierungen und Behörden und fußen auf freiwilligem Engagement. Hierbei verfolgen wir den Ansatz, insbesondere mit kleinen lokalen Organisationen und ehrenamtlichen Helfer*innen direkt tätig zu werden. So stellen wir sicher, dass die Unterstützung besonders schnell ankommt und ihre volle Wirkung entfaltet. Sie setzen sich zudem für alle Flüchtenden aus der Ukraine ein, unabhängig von deren Nationalität und Herkunft.

Im Rahmen unserer Ukraine-Nothilfe bleiben wir zusammen mit unseren Partner*innen vor Ort flexibel, um auf sich beständig ändernde Bedarfe reagieren zu können.

Regelmäßig aktualisieren wir die Informationen zu den genauen Projektaktivitäten an dieser Stelle sowie in unserer weiteren Öffentlichkeitsarbeit.