Kindern und Jugendlichen aus Roma-Gemeinschaften sollen eine konstante Schulbildung ermöglicht und durch informelle Aktivitäten und Workshops ihr Selbstbewusstsein und Kompetenzen gestärkt werden. Es soll eine langfristige gesellschaftliche Integration ermöglicht und Vorurteile abgebaut werden.

  • Ort, Land:
    Bijeljina, Bosnien und Herzegowina
  • Partnerorganisation:
    Otaharin
  • Laufzeit:
    01.01.2005 - 30.06.2019
  • Jährliche Fördersumme:
    ca. 64.000 €

Herausforderungen

Menschen aus Roma-Gemeinschaften stellen die größte Minderheit in Bosnien und Herzegowina dar und sind besonders stark von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Dadurch haben sie einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt, die Mehrheit von ihnen ist arbeitslos und nur 2-3 % arbeiten in regulären Arbeitsverhältnissen. Aufgrund der daraus resultierenden Armut ist es Familien nicht möglich, sich einen Schulbesuch ihrer Kinder zu leisten, wodurch ihnen grundlegende Bildung fehlt.

Neben wirtschaftlicher und sozialer Diskriminierung werden auch politische Rechte der Menschen aus Roma-Gemeinschaften verwehrt. Verfassungsrechtlich ist ihnen nicht gestattet, für Ämter im Staatspräsidium zu kandidieren.

Handlungsansätze

Die Aktivitäten umfassen sowohl formelle als auch informelle Bildung. Die Kinder werden durch Sommerschulen auf die Einschulung vorbereitet und durch Nachhilfe in ihrem schulischen Lernen kontinuierlich unterstützt.

Ziel ist außerdem, innerhalb der Gemeinschaften das Bewusstsein über die Bedeutung von Bildung sowie zivilgesellschaftlichem Engagement zu stärken und über die eigenen Rechte aufzuklären. Die Kinder und Jugendlichen können an unterschiedlichen Workshops und Freizeitaktivitäten teilnehmen und so ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen stärken.

Im „Peer-to-Peer“-Bildungsprogramm  werden Jugendliche zu Jugendleiter*innen ausgebildet, die ihr Wissen unter anderem über Gesundheit, Sexualität und Grundrechte an Gleichaltrige in Schulen weitergeben, Selbstbewusstsein erwerben und sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung einsetzen.

Das Besondere

Nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Eltern werden in diesen Bildungsprozess einbezogen. Es soll eine Grundvoraussetzung für die Überwindung von Armut und gesellschaftlicher Isolation geschaffen sowie die Rolle der Roma in Bosnien und Herzegowina gestärkt und ihre nachhaltige Integration in die Gesellschaft bewirkt werden. Dafür ist es wichtig, gemeinsame Aktivitäten zu fördern, um einen vertrauensvollen Umgang miteinander zu ermöglichen. Die Organisation setzt sich außerdem dafür ein, das Thema Bildung für Roma auf die lokale politische Agenda zu setzen.

Weitere Informationen: otaharin.org