Das Projekt soll der ethnischen Teilung der Gesellschaft vor allem in Schulen in Bosnien und Herzegowina entgegenwirken. Durch Workshops und andere Aktivitäten an Schulen sowie durch die Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium werden verschiedene Zielgruppen eingebunden und alle Akteur*innen für Diversität sensibilisiert.

  • Ort, Land:
    Kanton Zentralbosnien, Bosnien und Herzegowina
  • Partnerorganisation:
    Genesis
  • Laufzeit:
    01.12.2011 - 30.04.2019
  • Jährliche Fördersumme:
    ca. 15.000 €

Herausforderungen

Seit dem Ende des Krieges (1992-1995) gibt es in Bosnien und Herzegowina zahlreiche sogenannter „Zwei Schulen unter einem Dach“, in denen Schüler*innen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe – meistens kroatisch und bosniakisch – getrennt unterrichtet werden. Auch Lehrpläne unterscheiden sich inhaltlich; insbesondere in Geschichte führt dies zu abweichenden Perspektiven auf historische Ereignisse wie den Krieg. Auch wenn die Schüler*innen den Krieg selbst nicht miterlebten, sind sie von den Folgen und resultierenden „ethnischen Konflikte“ betroffen und haben starke Vorurteile gegenüber Gleichaltrigen. Da das gesamte politische System im Land auf der ethnischen Teilung basiert, ist eine Auflösung dieser Schulen durch die Politik allein nicht zu erwarten.

Handlungsansätze

Durch Seminare, Workshops oder gemeinsamen Unterricht wird an vielen dieser Schulen erreicht, dass Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern die jeweils andere Bevölkerungsgruppe kennenlernen, sich austauschen und zusammenarbeiten.

An insgesamt 16 „Zwei Schulen unter einem Dach“ werden regelmäßig Workshops für Lehrer*innen zu verschiedenen Themen angeboten. Die Teilnahme ist freiwillig und Inhalte der Workshops sind beispielsweise friedliche Konfliktlösung und Kommunikation. Anschließend sollen die Schüler*innen im Unterricht dafür sensibilisiert werden. Außerdem werden an denselben Schulen auch speziell auf Schüler*innen ausgerichtete Workshops zu diesen Themen angeboten. Zusätzlich machen interaktive Puppentheater-Aufführungen spielerisch auf die Probleme der ethnischen Teilung aufmerksam. Diese Aufführungen richten sich vor allem an jüngere Kinder. Auch produziert Genesis regelmäßig kleinere Kinderfilme, die ähnliche Themen wie die Puppentheater-Programme haben. Diese Filme werden in Schulen gezeigt und auch im lokalen Fernsehen ausgestrahlt.

Das Besondere

Die Organisation Genesis macht mit diesem Ansatz schon seit Jahren gute Erfahrungen. Die Schüler*innen sollen so den Wert einer vielfältigen und toleranten Gesellschaft erkennen sowie Respekt für alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion oder nationaler/ethnischer Zugehörigkeit entwickeln.

Weitere Informationen: genesisbl.org