20 Jahre nach Ende des Krieges in Bosnien und Herzegowina (1992­-1995) gibt es noch immer Geflüchtetenunterkünfte, von deren Existenz selbst viele Menschen im Land nichts wissen. Das Projekt bietet Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in solchen Unterkünften in Ježevac und Višća psychosoziale und pädagogische Begleitung.

  • Ort, Land:
    Ježevac und Višća, Bosnien und Herzegowina
  • Partnerorganisation:
    Snaga Žene
  • Laufzeit:
    01.09.2014 - 31.12.2018
  • Jährliche Fördersumme:
    ca. 43.000 €

Herausforderungen

Offiziellen Schätzungen zufolge leben in Bosnien und Herzegowina immer noch etwa 7.200 Menschen in ca. 120 Geflüchtetenunterkünften. Ursprünglich wurden diese Unterkünfte als Zwischenlösung gebaut – für eine jahrzehntelange Bewohnung sind sie nicht ausgelegt. Die Familien dort sind sehr arm, der Großteil ist arbeitslos und die Eltern und Großeltern der Kinder und Jugendlichen leiden noch an schlimmen Kriegs-Erinnerungen und -Traumata. In manchen Fällen übertragen sich Traumata auch auf die Kinder. Der Staat leistet weder Unterstützung noch ist eine Auflösung der Unterkünfte in Sicht.

Handlungsansätze

In den Unterkünften Ježevac und Višća haben Kinder, Jugendliche und deren Familien die Möglichkeit, individuell oder in Gruppen an verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen: Zweimal pro Woche finden Nachhilfeunterricht und Kreativwerkstätten statt. Außerdem wird etwa einmal im Monat ein gemeinsamer Ausflug organisiert. Durch gemeinsame Theater-, Zoo- und Schwimmbadbesuche lernen die Kinder das Leben im Umland kennen. Ältere Jugendliche erhalten Stipendien, die ihnen den Besuch einer weiterführenden Schule oder einer Berufsschule ermöglichen. Im Sommer findet jedes Jahr eine gemeinsame Urlaubsreise statt. Für die Familien sind die Tage am Meer eine Möglichkeit gemeinsam Spaß zu haben und einen ganz normalen Alltag zu erleben.

Das Besondere

Binnengeflüchtete, das heißt Menschen, die innerhalb ihres eigenes Landes vertrieben wurden, stehen nicht im Fokus der Öffentlichkeit in Bosnien und Herzegowina. Das Projekt macht ihnen Perspektiven sichtbar und das Team aus Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen hat einen engen vertrauten Kontakt zu den Bewohner*innen aufgebaut.

Weitere Informationen: snagazene.org