NEUMÜNSTER. Die acht Freiwilligen aus Deutschland und Südosteuropa starteten in den vergangenen Wochen ihren Freiwilligendienst bei der größten jugendlich geführten Hilfsorganisation Deutschlands, Schüler Helfen Leben (SHL). Es ist bei weitem keine Seltenheit mehr, sich nach der Schule einer freiwilligen Tätigkeit zu widmen. Dieser Freiwilligendienst ist aber alles andere als gewöhnlich. Ein Jahr lang werden die Freiwilligen eigenständig bei Projekten mitwirken und gemeinsam mit dem hauptamtlichen Team umsetzen und weiterentwickeln. Nebenher bekommen sie Einblicke in die Arbeitswelt und lernen, in verschiedenen Aufgabenbereichen Verantwortung zu übernehmen und für ihre Überzeugung einzustehen.

Ziel: Zwei Soziale Tage in einem Schuljahr

Die neuen Freiwilligen sind schon aufgeregt und gespannt, welche Herausforderungen auf sie warten. „Während meiner Zeit bei Schüler Helfen Leben möchte ich ein großes Netzwerk mit Schüler*innen aufbauen, welche die gleichen sozialen Interessen und Ziele haben,“ sagt Kosovar Krasniqi, der gemeinsam mit Johanna Wuram das Jahr über an Schulen fahren wird, um Bildungsarbeit zu leisten. Sie sind voller Neugier und Vorfreude, was auf sie zukommen wird. Der Freiwilligendienst ermöglicht ihnen und den anderen Freiwilligen, ein Jahr lang einen komplett neuen Alltag zu erleben und sich mit Gleichgesinnten aus unterschiedlichen Ländern zu vernetzen.

SPENDENKAMPAGNE #WeiterSolidarisch

Als Ergänzung zum Sozialen Tag 2021 hat Schüler Helfen Leben eine Spendenkampagne unter dem Motto #WeiterSolidarisch gestartet. Im Fokus stehen dabei Projekte, die Hilfsangebote für Geflüchtete an der EU-Außengrenze in Bosnien und Herzegowina sowie in der jordanischen Hauptstadt Amman schaffen. Fehlende Unterkünfte, ein Mangel an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung setzen die Menschen an der europäischen Außengrenze akuten Gefahren aus – und sind für Kinder und Jugendliche besonders unzumutbar.

Das Jugendzentrum „Ein Ort für alle – Gesellschaft vereint“ in Amman, Jordanien, unterstützt Kinder und Jugendliche, die z.B. aus Syrien fliehen mussten. Sie sollen trotz der aktuellen Situation weiter die Möglichkeit haben, Bildungsangebote zu nutzen, zu denen sie häufig schon vor der Flucht nur eingeschränkten Zugang hatten. Dafür werden abwechslungsreiche Freizeit- und Bildungsaktivitäten und bspw. eine Hausaufgabenbetreuungen angeboten.

Herausforderung: Die Corona-Pandemie und der Soziale Tag

Um unter den besonderen Anforderungen der Covid-19-Pandemie möglichst flexibel zu bleiben und Schüler*innen gerade jetzt zu weiterem Engagement zu ermutigen, bieten wir dieses Jahr neben dem Sozialen Tag im Juni einen Alternativtermin am 30. September an. Selbstverständlich steht die Gesundheit aller dabei an erster Stelle.

Für die neuen Freiwilligen bedeutet das zwei Soziale Tage in einem Jahr, die sie organisieren und begleiten. „Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit jungen Menschen und durch meine Arbeit etwas Gutes zu tun. Ebenso bin ich froh etwas zur Gesellschaft beizutragen. Gemeinsam werden wir alle Herausforderungen meistern“, sagt Svenja Russ zum Start des Freiwilligendienstes.

Sozialer Tag – eine Idee, die europaweit verbindet

Auch im Lübecker Büro, wo Schüler Helfen Leben seit 2018 in Zusammenarbeit mit dem europäischen Netzwerk „Solidarity Action Day Movement in Europe“, kurz „SAME“, an der Verbreitung der Idee des Sozialen Tages arbeitet, haben zwei neue Freiwillige angefangen. Amila aus Bosnien und Herzegowina und Marko aus Montenegro werden dort ein Jahr lang europaweit neue Sozialer-Tag-Initiativen unterstützen sowie internationale und nationale Jugendbegegnungen veranstalten.

Über den Sozialen Tag

Das Aktionsformat des Sozialen Tages existiert seit 1998 in Schleswig-Holstein und seit 2006 in ganz Deutschland. Seitdem haben fast zwei Millionen Schülerinnen und Schüler am Sozialen Tag teilgenommen. Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden über 30 Millionen Euro in mehr als 130 Jugend- und Bildungsprojekten eingesetzt. Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, selbstorganisiert in ihren Traumberuf reinzuschnuppern und engagieren sich nebenbei über nationale Grenzen hinweg für Gleichaltrige. Dabei setzen sie ein Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität. 

Über Schüler Helfen Leben

Schüler Helfen Leben ist die größte jugendlich geführte Hilfsorganisation in Deutschland. Sie fördert und betreibt Jugend- und Bildungsprojekte in Südosteuropa, Jordanien und Deutschland mit den Themenschwerpunkten Antidiskriminierung, Jugendengagement und der Unterstützung von Geflüchteten. Einmal im Jahr richtet Schüler Helfen Leben deutschlandweit den Sozialen Tag aus, an dem 60.000 Schülerinnen und Schüler einen Tag lang die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz tauschen und ihren Lohn für Gleichaltrige spenden. Dabei kommen jährlich ca. 1,1 Millionen Euro zusammen.