Bosnien und Herzegowina – ein vielfältiges Land, das Jugendlichen hierzulande leider nur wenig bekannt ist. Dabei lohnt sich der Blick über den Tellerrand der Europäischen Union: Mit Schüler Helfen Leben haben Jugendliche aus Deutschland die Chance, ein spannendes Land in Südosteuropa mit all seinen Facetten und Faszinationen bei einem Kurzzeitaustausch mit Gastfamilienaufenthalt intensiv kennenzulernen.

Mehr als 1.400 Schüler*innen haben bereits an unserem Schulaustauschprogramm teilgenommen – auch dank der Unterstützung durch das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft in Sarajevo.

– Botschafterin Christiane Hohmann

Im Februar startet die Ausschreibung für den Schulaustausch beginnend im Herbst des Jahres. Schulen aller Schulformen und Jugendorganisationen aus ganz Deutschland können teilnehmen.

Wir freuen uns auf die Bewerbung!

So funktioniert es:

  • Schulen aus Deutschland und Bosnien und Herzegowina können teilnehmen, Jugendorganisationen ebenfalls.
  • Je eine Schule aus Deutschland geht mit zwei Schulen aus Bosnien und Herzegowina eine trilaterale Partnerschaft ein. Mehr Informationen dazu finden Sie unten.
  • Zielgruppe sind Schüler*innen im Alter von 12 bis 20 Jahren.
  • Die Jugendlichen reisen in einer Gruppe von 18 Teilnehmenden und werden von zwei Lehrer*innen oder anderen Betreuungspersonen begleitet.
  • Die Teilnehmenden werden in Gastfamilien aufgenommen und empfangen beim Gegenbesuch einen Gast in der eigenen Familie.
  • Besuch und Gegenbesuch dauern in der Regel je 9 bis 15 Tage.
  • Die Verständigung der Jugendlichen untereinander findet auf Englisch und/oder Deutsch statt.
  • Das Programm wird vom Auswärtigen Amt finanziell unterstützt. Die Gruppe erhält einen Programmkostenzuschuss. Bei Bedarf können einzelne Jugendliche zusätzlich einen Reisekostenzuschuss erhalten.
  • Alle Gruppen nehmen an einem je eintägigen Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminar teil. Dafür fahren zwei Seminarleiter*innen von Schüler Helfen Leben an die Schule.
  • Gerne unterstützen wir bei der Vor- und Nachbereitung der Reise.
  • Falls die Gruppe während der Reise nach Bosnien und Herzegowina in die Hauptstadt Sarajevo kommt, ist sie herzlich eingeladen, dort die Deutsche Botschaft zu besuchen! (Diese Besuchsmöglichkeit ist im Einzelfall abhängig von der zeitlichen Verfügbarkeit der Mitarbeiter*innen der Botschaft.)

Eindrücke vom Schulaustausch mit Bosnien und Herzegowina

Warum nach Bosnien und Herzegowina?

Bosnien und Herzegowina ist eines der jüngsten Länder Europas und eines der wenigen, in dem Muslime neben orthodoxen und katholischen Christen eine der drei größten Bevölkerungsgruppen bilden. Mehr als 20 Jahre nach Kriegsende ist Bosnien und Herzegowina heute ein sicheres und angenehmes Reiseland. Gerade für den Geschichts-, Politik- und Geographieunterricht bietet das Land viele Anregungen:

  • Religiöse Vielfalt: Katholische und orthodoxe Kirchen stehen hier neben Moscheen, bekannt für einen europäisch geprägten Islam.
  • Einflüsse aus der osmanischen und der österreichisch-ungarischen Zeit: Bis heute prägen sie die Stadtbilder.
  • Erinnerungen an zwei Weltkriege und die Kriege der 1990er Jahre: mal mehr, mal weniger offensichtlich.
  • Eine junges Land mit einem der komplexesten politischen Systeme Europas: Bosnien und Herzegowina strebt den Beitritt zur Europäischen Union an.
  • Perućica, einer der letzten Urwälder Europas: Im Nationalpark Sutjeka kann er erkundet werden.
  • Wunderschöne Natur mit Bergen, Wasserfällen, Flüssen und Seen: Hier kann man Wandern, Raften, Schwimmen.

Das Besondere: Trilaterale Austauschpartnerschaft

Jeweils drei Schulen gehen eine Partnerschaft ein. Eine Schule aus Deutschland organisiert den Austausch entweder gemeinsam mit zwei Schulen aus den verschiedenen Landesteilen Bosnien und Herzegowinas, der mehrheitlich bosniakisch-kroatisch bewohnten Föderation Bosnien und Herzegowina und der überwiegend serbisch bewohnten Republika Srpska. Die andere Möglichkeit ist eine Austauschpartnerschaft mit sogenannten „Zwei Schulen unter einem Dach“. Das sind Schulen in der Föderation, in denen eine bosniakisch und eine kroatisch definierte Schule zwar im selben Schulgebäude sitzen, aber von Lehrplänen bis zu Lehrerkollegien alles trennen – oft sogar den Schulhof mit einem Zaun.

Die Austauschpartnerschaften von Schüler Helfen Leben leisten so einen Beitrag zu Verständigung und Zusammenleben in Bosnien und Herzegowina. Denn 22 Jahre nach Kriegsende kennen sich viele Jugendliche in Bosnien und Herzegowina untereinander kaum, wenn sie unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen angehören.

Dieses Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt: