Jedes Jahr wird ein besonderer Themenkomplex unserer Arbeit in den Vordergrund gerückt. Dadurch soll auf Missstände aufmerksam gemacht werden und besonders sollen junge Menschen dazu gebracht werden, sich für eine inklusivere und partizipativere Gesellschaft einzusetzen. Der Schwerpunkt für dieses Jahr: 

Divided Communities – Leben in gespaltenen Gesellschaften.

Während sich die Mehrheit der Gesellschaft für Demokratie, Vielfalt und Toleranz ausspricht, treten gegensätzliche Strömungen immer stärker und offener zutage. Dies ist auch in unseren Projektregionen deutlich zu erkennen.

In Südosteuropa ist die Teilung der Gesellschaft(en) nicht nur anhand von Ethnie/Ethnizität und Religionszugehörigkeit sichtbar; auch die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Darüber hinaus sind immer öfter insbesondere Minderheiten von Ausgrenzung betroffen, z.B. Sinti und Roma oder Menschen aus der LGBTIQ (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Inter, Queer; zu Deutsch: Lesbisch, Schwul, Bi, Trans, Inter, Queer) Gemeinschaft.

In Jordanien leben derzeit über 650.000 registrierte Geflüchtete aus Syrien. Nach wie vor ist das Verhältnis zwischen ihnen und der lokalen Bevölkerung aufgrund von Zukunftsängsten und Ressourcenknappheit konfliktgeladen und verstärkt die Teilung der Gesellschaft. Auch im Bildungsbereich sind diese Mechanismen spürbar: So werden geflüchtete und jordanische Kinder oftmals separat unterrichtet.

Getragen von einem zunehmenden Rechtspopulismus können auch in Deutschland Abgrenzungs- und Ausgrenzungstendenzen zwischen Gesellschaftsgruppen beobachtet werden. Laut einer aktuellen IPSOS-Studie sind 81% der Befragten in Deutschland der Meinung, dass die Gesellschaft im Land gespalten sei. Demnach läge das größte Konfliktpotenzial zwischen Immigrant*innen und in Deutschland geborenen Menschen.

Um diesen grundlegenden Differenzen und Problemen entgegenzutreten, müssen vor allem die Zivilgesellschaften in den Regionen aktiv werden. Aus unserer Sicht heißt das: Austausch ermöglichen, gemeinsame, solidarische Perspektiven für Gesellschaft entwickeln, Diskurse fördern um langfristig strukturelle Verbesserungen herbeizuführen. Es geht darum, antidemokratischen Akteur*innen nicht den öffentlichen Raum zu überlassen.

Wir möchten Kinder und junge Menschen ermutigen sich solidarisch und aktiv für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen in der es keinen Platz für Segregation und Diskriminierung gibt. Deshalb bieten wir den Sozialen Tag, Schüler*innenbegegnungen und andere Aktionsformate an.