Einblicke in die aktuelle Arbeit von SHL

Erweitertes Engagement in der Ukraine, Virtual Reality bei Schulbesuchen, eine Online-Konsultation mit 10.000 jungen Ukrainer*innen, neues Büro in Kyiv, ein neuer visueller Auftritt – und die Rückkehr des Auslandsfreiwilligendienstes. Das sind die aktuellen Entwicklungsthemen bei SHL im Herbst 2022.

Unser Engagement für Kinder und Jugendliche, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind

Seit März diesen Jahres ist SHL aktiv für Kinder und Jugendliche, die unter dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine leiden. Hat unser Engagement in der Nothilfe und in den Nachbarländern (Polen und Republik Moldau) begonnen, sind wir mittlerweile mit zwei Partnerorganisationen auch in der Ukraine selbst tätig.

Shelter: Psychsoziale Betreuung für Kinder und Jugendliche an acht Standorten in der Ukraine

Seit Mai leisten unsere Partner im Projekt „Shelter“ Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die als Binnenvertriebene in Lwiw (Westukraine) ankommen. Es wird von jungen Menschen, die bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich tätig sind, selbstorganisiert durchgeführt. Zu den Aktivitäten gehören niedrigschwellige Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sowie die Stärkung von deren Familien durch Beratungsangebote.

Besonders freut uns, dass es nun gelungen ist, dieses Projekt an insgesamt acht Standorte in der Ukraine auszuweiten (seit 15.10.). Unserem Anspruch an Vernetzung und Empowerment folgend, findet auch (Online-)Austausch zwischen den Engagierten an den einzelnen Standorten statt, ebenso wie ein Qualifizierungsprogramm, das junge Menschen fit machen soll, selbst in ihren Communities oder den Projektstandorten Verantwortung zu übernehmen – und sich mittelfristig, auch über den aktuellen Krieg hinaus, für den Aufbau einer demokratischen und gerechten Gesellschaft einzusetzen.

Finanzierung des Ukraine-Engagements

Der Krieg in der Ukraine hat bei Schüler*innen in Deutschland ein riesiges Unterstützungsinteresse geweckt. Nach den starken Corona-bedingten Einschränkungen in den Vorjahren erreichten Sozialer Tag und Spendenaufkommen 2022 wieder 1,2 Mio. Euro. Dennoch sind wir für die Fortführung des Ukraine-Engagements mittel- und langfristig auf weitere Fördermittel angewiesen, da der Einsatz für die Betroffenen des Krieges nicht zu Lasten der Projektregion Südosteuropa gehen soll.

Konsultation mit 10.000 jungen Ukrainer*innen

Bei der Bearbeitung mittel- und langfristiger Kriegsfolgen ist es uns ein Anliegen, dass die junge Generation nicht aus dem Blick verloren wird. Unter dem Titel Ukraine’s Future Voices werden wir daher mit einem Partner kurzfristig eine kollaborative Online-Konsultation mit 10.000 jungen Menschen aus der Ukraine durchführen. Wir möchten mehr über deren Perspektiven, Bedürfnisse, Erwartungen und Zukunftswünsche erfahren. So wollen wir Zusammenhänge besser verstehen, sichtbar machen und unsere weitere Arbeit daran ausrichten. In der Online-Konsultation mit 10.000 jungen Menschen aus der Ukraine sollen wichtige Kernthemen und konkrete Ergebnisse identifiziert werden, die helfen sollen, die Unterstützung gemäß den Bedürfnissen junger Menschen zu verbessern. Für die Durchführung der Konsultation hat dankenswerterweise Porticus entsprechende Fördermittel bereitgestellt.

Doch es geht nicht uns nicht nur um unsere eigene Arbeit: Mit der Konsultation möchten wir auch unseren Teil dazu beitragen, dass spätere Programme Dritter an den Bedarfen und Bedürfnissen von jungen Menschen ausgerichtet werden können – und so ihre maximale Wirkung entfalten. Auch möchten wir die Expertise und Sichtbarkeit von SHL mit Blick auf die Ukraine stärken.

Büro Kyiv – Stellenausschreibung gestartet

Aus gleichem Grund hat SHL derzeit auf Grundlage eines Beschlusses der Vollversammlung im Juni 2022 die Entsendung einer Fachkraft zur Eröffnung einer SHL-Repräsentanz in Kyiv ausgeschrieben und in die Wege geleitet. Zusammen mit einer*m lokalen Kolleg*in soll das neue Büro die Projektkoordination der Ukraine-Projekte sowie die Kontaktpflege mit potenziellen Geldgebern und Partnerinnen übernehmen.

Neuerungen in den Freiwilligendiensten

Nach einer Corona-bedingten Unterbrechung von über zwei Jahren sollen ab Sommer 2023 wieder Freiwillige im Weltärts-Auslandsfreiwilligendienstprogramm nach Südosteuropa entsendet werden. Derzeit starten die Abstimmungen mit unseren Partner*innen vor Ort, welche Einsatzstellen wieder oder neu angeboten werden können. Neu ist: Auch in den Nachbarländern der Ukraine prüfen wir, inwiefern eine Entsendung von Freiwilligen möglich ist.

Der Income-Freiwilligendienst sowie der Inlands-Freiwilligendienst in Lübeck und Neumünster stehen in diesem Jahr insbesondere auch Jugendlichen aus der Ukraine offen.

Neuer visueller Auftritt von SHL

Nicht nur die „Rasen Rollen“-Kampagne unter dem Motto „Mach Doch!“ wird nach fünf Jahren zum Sozialen Tag 2023 abgelöst: Nach Jahrzehnten des spezifischen „SHL-Bunt“ aus grün, blau und orange, findet eine komplette Überarbeitung unseres Corporate Designs und des visuellen Gesamtauftritts statt. Zusammen mit einer Hamburger Werbeagentur, finanziert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, arbeiten wir derzeit an neuen Gestaltungslinien.

Virtual Reality in der Bildungsarbeit

Virtual Reality und 360 Grad-Technik bieten neue Möglichkeiten, sich in andere Lebensumstände und Situationen Gleichaltriger hineinzuversetzen – ein Anliegen, das für uns besonders bei Schulbesuchen mit dem Sozialer Tag-Mobil große Bedeutung hat. Im Rahmen der Zukunftswerkstatt konnten Alumni und Mitglieder bereits einen Blick in die digitale Zukunft des Bildungsangebots werfen und das SHL House Sarajevo in 360 Grad-Optik erkunden oder die Freiwilligen auf ihrer Projektreise in Südosteuropa begleiten.

 

Du hast Ideen oder Gedanken zu diesen Entwicklungsthemen – oder möchtest selbst mit Hand anlegen? Dann melde dich gern bei Patrick im Büro Berlin (patrick.hoemke@schueler-helfen-leben.de).

Foto Laurent Hoffmann, www.jagaland.de