Wie Schüler Helfen Leben entstand

1992. Ein paar Autostunden südlich von München waren plötzlich Millionen von Menschen unverschuldet in einen Krieg geraten. Jahrelang war Kroatien eines der Lieblingsreiseländer der Deutschen und auf einmal fielen Granaten auf die mediterrane Hafenstadt Dubrovnik.

Der Schrecken über die grausamen Fernsehbilder, die plötzlich aus dem einstigen Urlaubsparadies in unsere Wohnzimmer flimmerten, war der Anfang von Schüler Helfen Leben.  Ein paar Schülerinnen und Schüler aus Bad Kreuznach sammelten ein paar Hilfsgüter zusammen und transportierten sie mit privaten Autos in die Flüchtlingslager, die überall an der kroatischen Küste entstanden. Eine kleine Hilfe - aber viel zu wenig, wie bald klar wurde.  

In Schleswig-Holstein hatten die Landesschülervertretung und die Junge Presse Schleswig-Holstein gerade eine landesweite Schülerzeitung (LAZ)  ins Leben gerufen. Nach der Nullausgabe erschien prompt eine Sonderausgabe mit dem Titel "Wir helfen". Die Idee: Jede Schülerin und jeder Schüler spendet eine Mark seines Taschengeldes für junge Menschen auf dem Balkan. Das Geld würden Schüler selbst ausgeben, um genau zu überwachen, was damit geschieht. Die Aktion bekam den Namen "Schüler Helfen Leben" und allein in Schleswig-Holstein kamen nach dem ersten Spendenaufruf mehrere hunderttausend Mark zusammen. Das nördlichste Bundesland ist seitdem das aktivste SHL-Land.