Unsere Auslandsfreiwilligen

Seit August sind die neuen Auslandsfreiwilligen von Schüler Helfen Leben auf dem Balkan. Sechs junge Erwachsene aus allen Ecken Deutschlands hat es in diesem Jahr dorthin verschlagen. Sie besetzen Stellen in den Projekten in Bijeljina (Bosnien und Herzegowina), Novi Sad, Belgrad und Zajecar (Serbien), Tirana (Albanien), Skopje (Mazedonien) und Rahovec/Orahovac (Kosovo). Hier werden sie kurz vorgestellt.

Franziska Wolfschaffner

„Was machst du eigentlich hier?“

Diese Frage wurde Franzi in ihrem neuen Zuhause Bijeljina in Bosnien und Herzegowina schon öfter gestellt, und auch wenn sie sich erst mal eher seltsam anhört, so können viele Bosnier wirklich nicht verstehen, was eine junge Deutsche für 14 Monate in ihrem Land treibt – schließlich herrscht hier dank hoher Jugendarbeitslosigkeit und zahlreichen anderen Problemen immer noch der Traum vom großen, reichen Deutschland, wo hier jeder hinwill und bei welchem sich keiner den Wunsch es zu verlassen erklären kann.

Was macht Franzi nun also im serbischen Teil Bosnien und Herzegowinas, in einer Kleinstadt mit rund 90 000 Einwohnern von denen ca. 2000 Roma sind?Vieles.

Das fängt an beim augenscheinlich unspektakulären Von-Zuhause-Raus-Sein geht über eine neue Kultur und völlig fremde Sprache entdecken und endet schließlich in einem erfahrungsreichen Arbeitsalltag, den Franzi im Büro mit ihren Kollegen und aber am liebsten im Jugendzentrum vor Ort verbringt.

Dort wird sie das nächste Jahr über zusammen mit den Jugendlichen die unterschiedlichsten Workshops gestalten.

Neben ihrer Arbeit möchte die junge Deutsche jedoch auch unbedingt das gespaltene Bosnien und den gesamten Balkan durch viele Reisen besser kennenlernen.

Wenn ihr auch mit auf Entdeckungstour auf den Balkan möchtet, dann schaut auf Franzis Blog unter www.franziinbosnia.wordpress.com vorbei oder zögert nicht und nehmt mit ihr Kontakt auf.

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Serena Shtrezi (im Moment nicht vor Ort)

Nach meinem Abitur war mir sofort klar: "Ich will die Welt sehen". Das Fernweh trieb mich zunächst nach Frankreich, wo ich eine Ausbildung zur Hotelkauffrau begann. Doch mit der Zeit merkte ich, dass eine Rückbesinnung auf meine Wurzeln und das Engagement in einem sozialen Bereich mich glücklicher machen würden.
So fand ich nach langer Recherche endlich eine Organisation, die sich genau in den Gebieten Europas einsetzte, die mich so sehr interessierten. Auf dem Balkan. Nach Kosovo. In meine Heimat.
Die Arbeit im Jugendzentrum SHL Kosova in Rahovec (Orahovac) macht mir unglaublichen Spaß. Wenn ich meinen Alltag in einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen: "Du weißt nie was der Tag bringt." Und genauso ist es. Von englischen Übersetzungen für internationale NGO´s, über Fussballspielen mit den Jugendlichen im Garten, bis hin zu temperamentvollen Gesprächen mit der Stadtverwaltung - Jeder Tag ist eine Überraschung. Für den Einen mag es ein unorganisiertes Durcheinander sein. Für mich ist es Ausdruck der Kultur, der Mentalität und Spiritualität, die auf dem Balkan herrscht. "Seize the day - Nutze den Tag".
Und dennoch: Die Freundlichkeit im Team und die Lebensfreude der Einwohner lässt einen auch mal schnell die Schattenseiten des Alltags vergessen. Die Integration der Roma, die Arbeitslosenrate unter den Jugendlichen, oder das fehlende politische Engagement. In den Momenten, wo mir die Diskriminierung wieder besonders ins Auge sticht, erinnere ich mich daran, warum ich mich dafür entschieden habe, ein FSJ im Kosovo zu machen.

Irina Nekrasov

Umgeben von Bergen, Obstständen und Cafes, dem ein oder anderen Berg Müll und gigantischen Bauten – dieses Jahr hat es Irina nach Skopje verschlagen. Sie stammt aus einem Städtchen in der Nähe von Münster und arbeitet nun für die nächsten 13 Monate in der Hauptstadt Mazedoniens.

Im Rahmen eines SHL-Freiwilligendienstes arbeitet sie bei der Organisation "Center for Social Initiative - Nadez" in Suto Orizari, auch Shutka genannt. Dabei handelt es sich um einen ganz besonderen Stadtteil Skopjes, denn er gilt gemeinhin als größte homogene Roma-Siedlung der Welt. In Shutka geht es lebendig zu – lachende Kinder rennen durch die Gassen und man wird stets freundlich gegrüßt. Doch Diskriminierung und Vorurteile machen es den Roma schwer, Arbeit zu finden. Die Menschen sehen sich mit Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, Perspektivlosigkeit und Armut konfrontiert.

Ziel der Arbeit von Nadez ist es unter anderem Kinder dabei zu unterstützen, die Schule zu meistern, um die späteren Chancen auf Arbeit, eigenes Einkommen und die Gestaltung des Lebens, entsprechend eigener Wünsche und Vorstellungen, zu verbessern. Die Arbeit von Nadez ist vielseitig: Sie umfasst Hausaufgabenhilfe, Freizeitaktivitäten, Bereitstellung von Schulmaterialien und Kleidung sowie verschiedene Workshops.

Neben der spannenden Arbeit, gibt es für Irina auch in ihrer Freizeit viel zu entdecken. Sei es die wunderschöne Altstadt Skopjes, in der man so manchen herrlichen Kaffee genießen kann oder das Einkaufen auf Basaren, wo es einfach alles zu kaufen gibt.
Aber natürlich bleibt sie nicht nur in Skopje – so nutzt sie gerne jede Gelegenheit das Land zu erkunden – zum Beispiel das wunderschöne Ohrid, mit seinem glasklaren See.

Ihr zu Hause bildet einen Kontrast zur lebendigen und oftmals lauten Innenstadt Skopjes – Radishani liegt in den Bergen, fernab von Lärm und Hektik. Auch wenn es für Irina noch ein wenig schwer ist, sich auf dem nach Hauseweg nicht zu verirren, fühlt sie sich dort sehr wohl.

Die Menschen, die Irina bis jetzt kennenlernen durfte, haben sie mit einer unfassbaren Wärme aufgenommen und überraschen Irina immer wieder mit ihrer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Immer wieder wird sie zum Kaffee eingeladen und kann dabei wunderbar ihr Mazedonisch üben. Die Grundzüge der Sprache sind übrigens schnell verstanden und reichen schon nach ein paar Tagen für ein nettes Gespräch mit dem redseligen Taxifahrer.

Falls ihr Fragen habt, über Irinas Arbeit bei Nadez oder das Leben in Mazedonien, dann fühlt euch frei, sie zu stellen.

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Christopher Anton

Nach einer Ausbildung hatte Chris das Verlangen von zu Hause weg zugehen und in eine neue Kultur einzutauchen. Auf seiner Suche nach einem geeigneten Platz stieß er auf Schüler Helfen Leben und die Freiwilligendienst-Stellen auf dem Balkan.

So hat es ihn nach Novi Sad in Serbien verschlagen, genauer in das Jugend- und Kulturzentrum Crna Kuća 13. Chris kommt aus einer kleinen Stadt im Süden von Deutschland und hat dort seine ersten Erfahrungen in einem selbstverwalteten Jugendzentrum gesammelt. Nun wird Chris ein Jahr mit dem Team des CK13 zusammen arbeiten. Und weitere Erfahrungen in den Bereichen der Jungen- und Kulturarbeit sammeln.

Seine Aufgabe ist das Programm des CK13, welches sich gegen Nationalismus, Rassismus und Xenophobie richtet, zu unterstützen und zu erweitern. Das CK13 hat eine große Bandbreite an Veranstaltungen von Vorlesungen, Flohmärkte, Konzerte Workshops bis hin zu veganer Volxküche. Mit dem Angebot wird versucht eine Gesellschaft frei von Sexismus Faschismus und jegliche Form von Unterdrückung und Benachteiligung aufzubauen.

Wenn Ihr mehr über persönliche Eindrücke und die Stadt, das Leben in Novi Sad erfahren wollt oder zufällig in der Nähe seid, dann meldet euch einfach bei ihm!

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Kerstin Jabs

Seit August 2013 ist Kerstin in Tirana, um ihren Freiwilligendienst für die albanische Organisation ARSIS zu machen. Gleichzeitig sammelt die 23-Jährige in den 14 Monaten des Dienstes praktische Erfahrungen für ihr Studium der Sozialen Arbeit.

In der Hauptstadt Albaniens gibt es viele Kinder, die nicht zur Schule gehen. Das liegt vor allem an der Lebenssituation der Familie. Oft leben diese Familien in Slum-ähnlichen Häusern, die Eltern haben keinen Job oder verdienen nur wenig Geld und somit müssen die Kinder z. B. durch “Betteln” helfen, das Überleben der Familie zu sichern.

ARSIS versucht, die Eltern zu ermutigen, ihre Kinder zur Schule zu schicken bzw. bietet im Rahmen von zwei Tageszentren Betreuung für die Kinder an. In den Zentren bekommen die Kinder Nachhilfe oder lernen Lesen, Schreiben und Rechnen. Außerdem können sie spielen, basteln und bekommen warme Mahlzeiten. Weitere besondere Aktivitäten des Teams sind “Streetworking” und die sogenannte “Mobile School”.

Neben der vielseitigen Arbeit mit den Kindern, Teens und ihren Eltern agiert ARSIS auch auf politischer Ebene, z. B. durch Lobby-Arbeit für die Rechte von ethnischen Minderheiten wie Roma, Ashkali und “Ägyptern”.

Kerstin freut sich darauf, Albanien und seine Menschen immer besser kennenzulernen und von ihnen zu lernen.

Wenn ihr Fragen zu der Arbeit von ARSIS und zum Land habt, meldet euch bei Kerstin.

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Kevin Hofbücker

Am Anfang war ich sehr verwundert, wie lebendig Zaječar doch ist. Es gibt fast jede Woche irgendwo ein Konzert oder eine Veranstaltung in der 50.000 Einwohner Stadt. Inzwischen stelle ich aber auch fest, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Jugendlichen haben nur sehr wenig Möglichkeiten während oder nach der Schulausbildung sich weiter zu entwickeln, und/oder sich zu entfalten. Genau da setzt die Arbeit des Jugendzentrums an. Es bietet den Jugendlichen die Möglichkeiten, kulturelle Programme, wie Konzerte und Ausstellung wahrzunehmen, oder auch durch kreative Workshops neue Fähigkeiten zu erwerben. Ich darf Jan, dem Programmmanager, bei diesem Angebot unterstützen. Ich bin unheimlich froh in einem so wertvollen Projekt zu arbeiten. Hier kann ich meine Fähigkeiten, die ich in der Jugendarbeit aus meiner Gemeinde erworben habe, gut anwenden.

Ich habe schon viele Ideen, wie ich meine Mitarbeit im Jugendzentrum gestalten will. In meinem Alltag treffe ich mich mit meinen neuen Freunden. Wir laden uns häufig gegenseitig zum Abendessen in unsere vier Wände ein. Die Menschen hier haben mich mit offenen Armen empfangen. Ich fühle mich sehr wohl in der kleinen Stadt Zaječar.

Falls ihr Fragen an mich habt, dürft ihr gerne mit mir Kontakt aufnehmen und wenn ihr zufällig mal auf der Durchreise seid, würde sich mein Gästebett über eine Benutzung sehr freuen.   

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Verein_MVOkt13