Unsere Auslandsfreiwilligen

Seit Anfang August sind die neuen Auslandsfreiwilligen von Schüler Helfen Leben auf dem Balkan. Vier junge Erwachsene hat es in diesem Jahr dorthin verschlagen. Sie besetzen Stellen in den Projekten in Bijeljina (Bosnien und Herzegowina), Novi Sad (Serbien), Tirana (Albanien),  und Rahovec/Orahovac (Kosovo). Hier werden sie kurz vorgestellt.

Dorarta Lokaj

Schon als Kind war mir klar, wenn ich groß bin, möchte ich für eine Zeit in den Kosovo gehen und den Kindern und Jugendlichen das anbieten, was ich nach unserer Abschiebung im Jahr 2000 nicht hatte. Zum einen wollte ich die Jugendlichen in allen Bereichen unterstützen und ihnen eine Chance auf Bildung und Engagement geben, zum anderen wollte ich zurück zu meinen Wurzeln, um die Kultur noch etwas besser kennen zu lernen. Als ich durch Zufall den Kontakt zu SHL-Kosova bekam, wusste ich, ich habe genau das gefunden, wonach ich gesucht hatte.

Die Arbeit hier im Jugendzentrum SHL-Kosova macht mir sehr viel Spass. Obwohl Rahovec ein eher kleinerer Ort ist, ist trotzdem immer was los! Die Jugendlichen hier sind sehr aktiv und engagiert. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Bewohner hier trotz großer Armut und Arbeitslosigkeit die Lebensfreude und die Hoffnung nie verlieren. Und so lerne auch ich etwas hier. Ich lerne, nie aufzugeben und mich über die Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind, zu freuen .

Was ich am Kosovo liebe ist die Gastfreundlichkeit, die hier das oberste Gesetz der Kultur ist und auch im Team von SHL-Kosova zu spüren ist. Obwohl ich erst seit kurzer Zeit in Rahovec bin, habe ich mich schon so gut eingelebt, dass ich fast sagen kann: Rahovec ist mein zweites Zuhause.

Email senden

Giulia Baroncelli

Nach einem abgeschlossen Bachelorstudium in Politikwissenschaft und einem Arbeitsjahr in Berlin, wollte ich etwas völlig anderes machen. Etwas, was meine Leidenschaft für den Balkan vertiefen könnte und was mir ermöglicht, mich gleichzeitig in einem sozialen Bereich zu engagieren.

Daher, warum nicht ein Freiwilligendienst für die albanische Organisation Arsis?

Und jetzt wohne ich in Tirana, dieses wunderschöne Babylon, reich an Widersprüchen und Farben.
Eine Stadt, wo Kinderarbeit noch eine traurige Wahrheit ist. Eine Stadt, wo es Leute gibt, die Lust haben, etwas dagegen zu tun. Das macht Arsis: sie versuchen, diese Kinder, die oft den ethnischen Minderheiten wie Roma, Ashkali und “Ägyptern” angehören, vor schlechten Lebensbedingungen zu schützen. In zwei Tageszentren bieten sie den jungen Gästen Lesen, Schreiben und Rechnen, miteinander zu spielen und warme Mahlzeiten an. Durch Streetwork überwacht Arsis Kinderarbeit auf der Straße und versucht, die Eltern davon zu überzeugen, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Falls ihr Fragen zur Arbeit von ARSIS und zum Albanien habt, meldet euch bei mir. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Email senden

Jule Hemsing

Schon immer hat mir die Arbeit mit Menschen, vor allem Kindern, Spaß gemacht. Ausleben konnte ich diese Arbeit besonders gut bei mir in der Gemeinde. Bargfeld-Stegen hat zwar nur 3.000 Einwohner, ist aber besonders kinderfreundlich. Meistens habe ich meine Freizeit mit babysitten ausgefüllt, aber auch das Leiten einer Kindertheatergruppe hat mir großen Spaß gemacht. Auch war mir ziemlich früh klar: Schule und ich? Das klappt nicht so richtig. Nach 12 Jahren habe ich mich dann dazu entschlossen, mit meiner Fachhochschulreife abzugehen und irgendwas anderes machen. Irgendwas, aber bitte nicht Schule und am liebsten weg von Zuhause.

Bosnien und Herzegowina war für mich eine unglaubliche gelungene Lösung: 1700 km von Zuhause entfernt, andere Sprache, andere Menschen kennenlernen und eine definitiv andere Umgebung als die meiner gewohnten Heimat in Schleswig-Holstein. Die Sprache fasziniert mich noch immer und mit meiner Arbeit hier vor Ort bin ich sehr zufrieden: Die Abwechslung zwischen Büro und Aktivitäten mit den Kindern passt mir sehr gut und auch das endlich selbstständige Leben genieße ich so richtig.

Auf das kommende Jahr freue ich mich schon sehr, da man nicht so richtig weiß, was einen erwarten wird. Neue Projekte, Workshops und Spiele mit den Kindern: Abwechslung wird auf jeden Fall dabei sein. Mein Team von Otaharin  macht meinen Alltag immer wieder lebendiger und heller! Unglaublich liebe Kolleginnen und Kollegen, die dir immer helfen und ein offenes Ohr für dich haben. Ich bin sehr glücklich und froh in einer solchen Organisation gelandet zu sein und werde meine Zeit hier genießen.

Wenn du noch Fragen an mich hast, zögere nicht, mir zu schreiben!

Email senden

Rahel

Ich komme ursprünglich aus Berlin, nun wohne ich in der kleinen, aber dennoch sehr lebendigen Stadt Novi Sad in Serbien. Schon lange hatte ich den Wunsch, nach dem Schulabschluss ins Ausland zu gehen. Der Balkan mit seiner konfliktreichen Geschichte und kulturellen Vielfalt interessierte mich, so fand ich das Projekt im Jugendsozialzentrum CK13. 

Das hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Freiraum zu schaffen, in dem Jugendliche sich engagieren und am vielfältigen Programm (vegane "Küche für Alle", Theaterworkshops, Konzerte, Diskussionen, usw.) teilnehmen können. Dabei sollen Werte der Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt gefördert und über Faschismus, Rassismus, Homophobie und andere menschenfeindliche Einstellungen aufgeklärt werden und dagegen gekämpft werden. Freiräume wie diese sind überall wichtig und besonders in Gebieten, in denen eine hohe Jugendarbeitslosigkeit  herrscht und es an alternativen Kulturangeboten mangelt, geben sie Jugendlichen die Möglichkeit, etwas zu verändern und sich zu engagieren. Ich habe schon in Berlin in diesem Bereich Erfahrungen gesammelt und werde nun ein Jahr lang das CK13 Kollektiv unterstützen und von ihnen lernen. Ich freue mich auf eine erlebnisreiche und aufregende  Zeit!

Falls ihr mehr über das Leben in Novi Sad oder die Arbeit im CK13 wissen wollt, könnt ihr euch gerne bei mir melden!

Email senden

Verein_MVOkt13