Zu Gast in Berlin
Nicht nur die deutschen Schüler und Auslandsfreiwilligen nahmen an den Workshops auf dem PAT 2009 teil, sondern auch Jugendliche aus Bosnien und Herzegowina, Serbien und dem Kosovo besuchten die Veranstaltung in Berlin.
Admir Shala (16) und Shkurte Veliu (17) aus dem kosovarischen Rahovec/Orahovac sind begeistert von der Arbeit der SHL-Aktiven. Begleitet von dem derzeit im Kosovo arbeitenden Freiwilligen Tomasz Bielecki sind sie zum ersten Mal in ihrem Leben nach Deutschland gereist.
"Wenn ich an Deutschland denke, denke ich an Schönheit", erzählt Shkurte voller Enthusiasmus. "Die Menschen hier in Berlin sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ein Polizist war zum Beispiel bereit uns zu helfen, als wir in der Stadt nach dem Weg fragten." Die Jugendlichen sehen in Berlin eine große Kulturstadt, die ihre Einwohner sehr verschieden macht. In ihrer Heimat ist das anders. Rahovec/Orahovac liegt im Südkosovo, das Ende der 90er Jahre noch ein Schlachtfeld zwischen den Serben und Albanern war. Zwar ist der Krieg seit 1999 vorbei, dennoch bleiben bis heute Vorurteile und Abneigungen zwischen den Bevölkerungsgruppen erhalten. Aufgrund der wirtschaftlich schlechten Situation des Landes bietet die Stadt kaum Freizeit- und Sporteinrichtungen für die Kinder und Jugendlichen an, sodass sie von Perspektivlosigkeit geprägt sind. "Es gibt im Ort keine Diskotheken und Clubs, sodass wir uns Jugendlichen abends nur auf der Straße aufhalten können", sagt Admir besorgt. Das Jugendzentrum ist eine der Möglichkeiten, dagegen anzukämpfen. Admir, der sich schon fünf Jahre im Jugendzentrum von SHL engagiert, und Shkurte, seit zwei Jahren aktiv, nehmen an Sprach- und Computerkursen teil und verbringen ihre Freizeit mit sportlichen Unternehmungen. Außerdem werden Ausbildungsprogramme für junge Erwachsene von 16 bis 25 Jahren durchgeführt, da die Arbeitslosigkeit eines der größten Probleme der Stadt ist. Mehr als die Hälfte der jungen Leute in der Stadt haben keine Arbeit.
Mit Projekten, wie z. B. Stadtsäuberungen, beziehen Admir und Shkurte ihre Freunde in die Aktionen mit ein, um sie zu gemeinnützige Arbeit zu führen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Die Jugendlichen haben Zukunftspläne. Admir möchte Politikwissenschaften studieren und in Madrid leben, Shkurtes Traum ist es, später als Zahnärztin zu arbeiten. "Ohne Schüler Helfen Leben, die das Jugendzentrum in Rahovec/Orahovac tatkräftig unterstützt, wäre das nicht möglich. Dafür bedanken wir uns sehr."









