Einmal nach Oldenburg und zurück

von Roadblog, 0 Jahre
aus On the Road, Deutschland
Projekt Schultour 2009
21.03.2009 22:01 Alter: 3 Monat(e)



"Wir treffen uns dann irgendwo am Hamburger Hauptbahnhof!" Vage Aussagen dieser Art darf man sich heutzutage leisten,  weil etwa 78 von 100 Menschen in Deutschland ein Mobiltelefon besitzen. Ich gehörte dieser glücklichen Gruppe der rund um die Uhr Erreichbaren leider nicht mehr an, als ich am Mittwoch Nachmittag in den Zug gen Oldenburg stieg ? hatte ich mein Handy doch gerade tatsächlich in der Straßenbahn liegen lassen.  Nach nerviger Fragerei ("Dürfte ich mal Ihr Handy benutzen?") und umständlicher Herumtelefoniererei ("Mama, rufst du mal bei Carsten im Bundesbüro an?") wurde aus unserer unpräzisen Treffpunksbeschreibung ein "17:28, Bahnsteig 7b".

Gemeinsam ging es dann weiter. Nach einer misslungenen Fotoaktion ? man sollte nie die falschen Leute fragen, ob sie einen fotographieren wollen ? und unterschiedlichen Prognosen zum Aussehen der zuständigen Lehrerin des Herbart-Gymnasiums wurden wir von eben jener vom Bahnhof abgeholt. Die kleine, unglaublich liebenswürdige und überaus engagierte Lehrerin lud uns erst einmal zum Essen ein: Bei viel zu scharfer Pasta erzählte sie uns, dass sie gerade in Rente gegangen war ? was sie nicht davon abhielt, trotzdem weiter in ihrer Schule aktiv zu sein. Die Lehrerin sollte übrigens nicht die letzte nette Bekannschaft sein, die wir am Mittwoch Abend machen durften. Übernachtet haben wir nämlich bei einer ihrer Schülerinnen, Ullika, die einige vielleicht noch vom letzten PAT kennen. 

 

Am nächsten Tag erwarteten uns drei Vorträge vor jeweils etwa 150/200 Schülern. Eine solche  Präsentation gehört natürlich immer gut durchdacht & ausgearbeitet, was Carsten und mich einige Stunden Schlaf kostete. Mehr oder minder gut vorbereitet standen wir also vor den Oldenburger Schülern, die zwar hauptsächlich wohlerzogen zuhörten, aber leider wenig nachfragten. Auf die einzige Frage (?Wann ist dieser Tag nochmal??) konnten wir natürlich, dank unserer vorzüglichen Vorbereitung auf fiese Fragen, souverän antworten. Highlight war eigentlich unser spontanes Miteinbeziehen in ein passives Rollenspiel, mit dem wir selbst die vorpubertären Neunten für eine (kurze) Weile zu Interesse an historischem Geschehen bewegen konnten: Erfolgserlebnisse in Oldenburg!

Den Nachmittag verbrachten wir dann in Oldenburger Reformhäusern & Bremer Museen. Carsten & Valeria sind jetzt Luise-Lohse-Wächter-Fans!

Übrigens: Mein Handy kam unversehrt zu mir zurück. Großstadtmenschen können nämlich doch durchaus anständige und ehrliche Bürger sein.