das Team, das sicher auch eine Nummer hat, berichtet....
Als mich morgens mein Radiowecker mit ,,Born to be wild" weckte, hätte mir eigentlich alles klar werden müssen. Es war der erste Tag der Schultour, ich sprang aus dem Bett, (sprang ein wenig auf ihm herum..) zog mich an, fuhr zum Bahnhof und dann mit dem Zug, immer das Ziel Bad Oldesloe im Auge. Am Abend davor hatten wir eigentlich alles soweit geklärt, wir heißt Nico und Lea. Nico aus HH kommend und ich aus Rendsburg. Nico mit fahrbaren Untersatz, ich mit Beamer, Laptop und Unterlagen, die wir von Basti in Neumünster in den Zug gereicht bekamen. Neumünster als der Ort der Not-, allwissenden-, nie schlafenden-Weltzentrale, dem Büro von Schüler Helfen Leben.
Da Nico meinen Vorschlag nicht ernst genommen hatte pinke Regenschirme als Erkennungszeichen zu nehmen, liefen wir erst fast aneinander vorbei. Schließlich fanden wir uns dann aber doch und wir konnten endlich in Richtung Schönberg starten. Nachdem wir aus den zehn angebotenen Schönbergen(s) eins ausgesucht hatten ( ich war ja für ausprobieren, Nico als Erde-Lkler bestand aber darauf mit seinen südwestlich, Nord-Ost, Polarkreis, -Stern, Sonne steht nie im Norden Theorien anzugeben ....) die Strecke war letztendlich gar nicht so schwer zu finden und die Zeit verging wie im Fluge. -Und was ich damit eigentlich meine, Nico und ich flogen. Wusstet ihr, dass, wenn man schnell fährt nicht nur die Gegenstände außerhalb des Autos sondern auch Gegenstände innerhalb des Autos verschwimmen können? - Unglaublich. aber wahr. Wenn die Theorie stimmt, das, wenn man schneller als das Licht fährt langsamer altert, dann werde ich nach der Tour hier nie mehr 18....Nun gut, positiv gesehen, wir waren definitiv schneller da.
Der Vortrag in Schönberg sollte an einer Förderschule stattfinden. - Ein Vortrag vor ca. 20 Schüler. Die Lehrer und Schüler waren super motiviert und berichteten, dass sie am Sozialen Tag sowieso ein Praktikum absolvieren würden, also eine perfekte Möglichkeit auch gleich etwas Geld zu verdienen. Nico und ich waren zufrieden, hätte es Partyhüte gegeben, wir hätte sie getragen. Nachdem wir ordentlich Flyer verteilt hatten, packten wir zusammen, durchstießen ein zweites Mal die Schallmauer und fuhren zurück nach Bad Oldesloe, wo wir noch ein wenig die schöne Atmosphäre des Bahnhof eigenen Cafés genoßen und an unserer Präsentation für den nächsten Tag arbeiteten.
Dann brachen wir wieder auf. Vielleicht haben sich einige im Laufe des Blogs schon angefangen zu wundern: Ist sie es oder ist sie es nicht? Ja, ich sage es frei heraus: Ich war es. Die, die am besagten Montag am Neumünster Bahnhof stand und unter Tränen dem Zugbegleitpersonal erklärte, dass mein großer Bruder unbedingt seinen Laptop bräuche, weil er (5 Minuten können echt lang werden...) am Anfang die Fotos, am Ende seine Semesterarbeit, unbedingt brauchen würde, weil er sonst den Abschluss nicht machen könne, in eine Abwärtsspirale geraten würde, zu viel Alkohol konsumieren müsse, drei-Tage-Bärte tragen würde und...ich hielt den Zug in Neumünster 6 Minuten lang auf, 6 Minuten die Basti hätte brauchen können, um erst noch einer alten Dame über die Straße zu helfen, bevor er hätte weiter laufen können, oder 6 Minuten, in denen er Menschen hätte umarmen können mit einem Schild um den Hals: free hugs oder free willy, wäre mir egal gewesen.
Nun gut, Ende des Liedes war: Basti hatte mich vergessen, die mind. 1000kg schwere Laptop,Beamer-Kiste und ich reisten zusammen weiter. Um die Sachlage richtig zu beleuchten, hier eine pro und kontra Liste jener Situation: pro: ich konnte mit dem Laptop mein Ikeazimmer zu Ende designen, pro Basti hat n coolen Musikgeschmack, pro ich kenne jetzt seine tiefsten Geheimnisse, kontra ich kenne jetzt seine tiefsten geheimnisse, kontra die Kiste war gefühlt so schwer wie ein Babyelefant und mind. doppelt so groß wie ich, kontra ich habe 1 1/2 std vom Bhf nach Hause gebraucht.
Aber, größstes und abschließendes pro des Tages, eine halbe Stunde später standen Basti und Ali vor meiner Tür, brachten gute Laune und holten die Kiste....
