Mein Exit
Der letzte Artikel war ja eher allgemein gehalten, weil ich nur das berichten konnte, was andere mir erzählt hatten. Dieser soll jetzt mein ganz persönlicher Bericht werden:
Arbeit- zuerst sollte ich an der Bar arbeiten, aber da ich mich erfolgreich dagegen gewehrt habe, konnte ich beim Pressezentrum helfen.
Bonaparte war eine der wenigen Bands aus Deutschland, die bei Exit vertreten waren. Leider konnte ich sie nicht hören, weil ich zur gleichen Zeit einen deutschen Text über sie übersetzten musste. Hätte ich bloß nicht gesagt, dass ich Deutsch kann!
Chemische Reinigungsmittel sind sicherlich manchmal sinnvoll, aber bei dem, das für die Reinigung der Dixi-Toiletten benutzt wurde bin ich mir nicht so sicher. Der Geruch war schlimmer als der natürliche Fäkaliengeruch.
Dämmerungen habe ich viele gesehen, sowohl Abend- als auch Morgendämmerungen. Schön.
Engländer kamen wie erwartet viele, aber negativ sind sie mir nicht aufgefallen. Auffällig war eher, dass sie viel mehr Wert auf ihr Styling legen als die meisten Serben.
Freiwillige gab es außer mir noch sehr viele. Einige kannte ich schon, aber ich habe auch sehr viele neue Leute aus dem ganzen ehemaligen Jugoslawien kennengelernt.
Gäste hatte ich viele. Ein Couchsurfer aus Bulgarien war alle vier Tage da und am Sonntag kamen mich noch meine Kollegen Valeria und Ansgar besuchen. Auch wenn das eigentlich nicht in den Artikel über Exit gehört muss ich sagen, dass ich mit Couchsurfen bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht habe und immer noch völlig begeistert davon bin.
Hass gab es soweit ich gesehen habe keinen.
Internetzelt- das war mein Aufgabenbereich im Pressezentrum. Wenn jemand dort rauchen wollte, wurde er von mir freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass das leider verboten ist und wenn Journalisten hilflos vor der amerikanischen Tastatur saßen und das @ gesucht haben, war ich zur Stelle.
Journalisten habe ich logischer Weise viele getroffen.
Klaxons ist meine persönliche Neuentdeckung auf dem Exit gewesen. Wer mal reinhören möchte
Langeweile gab es während meiner Schicht leider öfter, aber was macht man nicht alles, um das Ticket umsonst zu bekommen.
Menschenmassen waren beim Exit, ich habe Novi Sad und vorallem Petrovaradin (der Vorort von Novi Sad, in dem sich die Festung befindet) noch nie so voll gesehen. Allerdings habe ich gehört, dass es wesentlich weniger Fans waren, als die letzten Jahre. Auch hier konnte man die Folgen der Krise sehen.
NGO-Stände waren es viele aber das Interesse an ihnen leider eher gering. Das CK hat übrigens doch einen halben Stand abbekommen.
Organisation wurde natürlich oft bemängelt aber meckern können alle immer gut. Was allerdings seltsam war, ist, dass die Band Ritam Nereda, die eher in die rechte Szene zu ordnen ist, nach der Debatte über Nationalismus in Serbien spielte.
Pljeskavica (traditioneller Hamburger) gab es für alle Presseleute umsonst von Jack Daniels, wenn man im Gegensatz einen persönlichen Fragebogen mit seinen Daten ausfüllte. So musste ich wirklich nicht hungern, und wer seine wirklichen Daten angibt, ist selbst schuld.
Querbeet war die Musik, es gab wirklich alles von Reggae über Rock, Pop Hip Hop zu Electro, Techno und House.
Rekreacija/Entspannung kann ich nach vier Tagen Arbeit und feiern gut gebrauchen
Stars waren natürlich da, aber allgemein war das Line-up nicht umwerfend und für mich waren eher die kleinen Bands besonders.
Techno und Electro gab es für meinen Geschmack viel zu viel, nach drei war es schwer noch eine "lebende" Band zu hören, es gab eigentlich nur noch DJs.
Ugovor(Vertrag) gab es für die Freiwilligen keinen, es wurde einfach darauf vertraut, dass alle pünktlich zu ihrer Arbeit kommen und auch die vereinbarte Zeit bleiben. In meiner Gruppe hat das auch gut geklappt. Wer sich schließlich freiwillig meldet mitzuhelfen, ist meistens auch zuverlässig.
Verpassen hätte ich Exit nicht wollen!
Wandern musste ich viel, da das Festival auf der Burg liegt (da muss man erst mal hochsteigen) und auch die einzelnen Bühnen relativ weit von einander entfernt sind.
X die deutsche Sprache hat einfach zu wenig Worte mit X und zu Xylophon fällt mir einfach nichts ein.
Yack habe ich keines gesehen.
ZAA- die beste serbische Band meiner Meinung nach. ich habe sie jetzt schon zum dritten mal live gehört und gesehen und finde sie immer noch gut. Ich glaube es gibt keine Band, die ich so oft gesehen habe.





