KFOR

von Christin Bimberg, 26 Jahre
aus Rahovec/Orahovac, Kosovo,
Projekt Jugendzentrum
28.02.2010 16:14 Alter: 2 Monat(e)

Heute mal ein wenig über die KFOR speziell hier in Rahovec/Orahovac. Ich persönlich musste mich erst einmal daran gewöhnen, dass es ziemlich normal ist, KFOR Jeeps durch die Straßen fahren zu sehen. Es war am Anfang ein wenig komisch, aber jetzt auch für mich alltäglich. Die Soldaten sind oftmals entweder Deutsche oder Österreicher und so ist es ganz leicht, ab und zu mal ein paar Wörter mit ihnen zu wechseln. Das eine Mal haben Ansgar und ich zu hören bekommen, dass wir hier ziemlich auffallen. Dem kann ich allerdings nur zustimmen, unser Kleidungsstil ist wohl wirklich (noch?) nicht albanisch.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein recht witziges Erlebnis mit einigen KFOR Soldaten. Wir haben im Jugendzentrum im serbischen Teil der Stadt ein Tischfussballturnier veranstaltet und so bin ich dann davor mit einigen Jugendlichen hoch gelaufen. Irgendwann trafen wir dann auf eine Gruppe KFOR Soldaten, die mit ihren Maschinengewehren im Arm (was man nicht jeden Tag sieht) von jemanden herumgeführt worden sind. Ganz plötzlich nahmen die Jugendlichen nicht mehr die ganze Straße ein und unterhielten sich lautstark, sondern waren ganz ruhig und liefen ganz brav in einer Reihe. Das Ganze viel mir erst danach auf und amüsierte mich ziemlich. Ich finde, an diesem Beispiel lässt sich gut erkennen, dass die KFOR auch nach 10 Jahren im Kosovo noch immer einen gewissen Respekt in der Bevölkerung hat. Und das ist auf jeden Fall wichtig für ihre Arbeit hier.

Auch im Jugendzentrum haben wir (jetzt wieder) regelmäßig Besuche von KFOR Soldaten, die eine sogenannte "KFOR Focus Group" leiten. Bei diesen Besuchen von einem deutschen und einem österreichischen Soldaten diskutieren eine Gruppe von Jugendlichen mehr oder weniger intensiv Dinge in ihrem Leben, die ihnen wichtig sind und die sie beschäftigen. Die zwei Sitzungen, bei denen ich bisher dabei war, waren sehr gut, was vor allem an den sehr interessierten Soldaten lag. Diese Diskussionsrunden sind sicher nicht nur sehr gut für das Ansehen der KFOR speziell in R/O, sondern gibt hoffentlich auch den Jugendlichen das Gefühl, dass jemand sie und ihre Probleme ernst nimmt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die nächste KFOR Focus Group am nächsten Donnerstag.