Mutierte Riesenbirne a.k.a. Dunja
Heute habe ich eine neue Frucht kennen gelernt: Ihr Name ist Dunja. Sie sieht ein bisschen so aus, als hätte sie sich nicht entscheiden können, ob sie nun lieber die Apfel- oder die Birnenform annehmen wollte. Dazu ist sie gelb und schrumpelig, schmeckt aber interessant sauer-zitronig.
Genauer genommen kenne ich sie schon seit ein paar Tagen, als ich dieses komische gelbe Obst im Haus meiner Gastfamilie entdeckt habe. Ich dachte erst an mutierte Riesenbirnen ? meine Gastmutter konnte mich dann aber aufklären, dass es keine "Kruska" sondern "Dunja" sind. Während meiner letzten Serbischstunde habe ich zufällig herausgefunden, dass die Dunja hier sogar einen recht hohen Rang unter den Obstsorten besitzt: In meiner Lesefibel für Erstklässler rangiert sie direkt neben Apfel, Birne, Traube, Pfirsich und Pflaume! Höchste Zeit also, dass auch ich sie heute morgen probierte. Durchschneiden in der Mitte ging irgendwie nicht, von daher habe ich mich mit ein paar abgeschnittenen Stücken zufrieden gegeben. Der Geschmack ist gepaart mit der saftigen Konsistenz wie der eines Apfels echt "was Neues". Und die Dunja hat ganz viel von dem Stoff, der die Zähne stumpf macht...
Gerade habe ich mal in meinem Wörterbuch nachgeschaut, auf deutsch heißen die Dinger Quitten. Das macht die ganze Sache schoneinmal unspektakulärer, Quittengelee habe ich ziemlich sicher schonmal gegessen. Auf wikipedia ist außerdem zu lesen: "Trotz ihres starken typischen Aromas ist sie für den Rohverzehr im Allgemeinen nicht geeignet, da sie sehr hart und durch die Gerbstoffe wenig schmackhaft ist." Aha. Mein Liebling wird sie sicherlich auch nicht werden, den "ich-bin-aber-neu-und-interessant"-Bonus hat sie wahrscheinlich spätestens morgen verspielt.
Achja, dass mein erster Blogeintrag nun von Quitten handelt war auch nicht unbedingt geplant, aber nun ist es eben passiert. Vielleicht habe ich jetzt den Eindruck erweckt, dass es hier nichts spannenderes zu erleben gibt als irgendwelche Obstsorten. Und vielleicht erwartet ihr jetzt, das mein nächster Eintrag eine Abhandlung von den spezifischen Merkmalen der ortsansässigen Gurken ist. Obwohl Rahovec / Orahovac sehr landwirtschaftlich geprägt ist wird das wohl nicht passieren, vielmehr wird es eine kleine Zwischenbilanz geben, was in den letzten 2 ½ Monaten denn so alles (interessantes!) passiert ist. Soweit zumindest die Planung...
