Herbstcamp 2010

Kosovo (L)egal?

Die Klimanalage scheint bei "heiß" zu klemmen, ein Toiletten-Duft-Ding sprüht alle 5 Minuten eine stinkende Wolke in den Bus. Die rieche sogar ich, obwohl ich dank Erkältung eigentlich garnichts rieche. Nikolai versucht den Busfahrer auf serbokroatisch zu etwas frischer Luft zu überreden, es ist unsere letzte holpernde Fahrt, auf dem Weg aus dem neuen kleinen Land Kosovo.

Hinter uns liegen 10 Tage Camp, mit Tränen in den Augen denke ich an Judith und Atreyu, unsere Betreuer der letzten Tage, der Abschied war schwer. 

Wir, 4 Teilnehmer und 3 Betreuer, sahen uns die westliche-wirkende Hauptstadt Pristhina an, wohnten in herzlichen Gastfamilien in der geteilten Stadt Rahovec/Orahovac, arbeiteten im Jugendzentrum und wanderten in den Bergen rund um Prizren. Wir sahen den Müll überall, die Straßenhunde, die unfertigen Häuser, die schöne Landschaft, erlebten die gastfreundlichen Menschen, die interessierten Jugendlichen, die mitreißende Musik.

Ich wusste nicht was auf mich zukommt, als ich mich zum Kosovo-Camp von "Schüler Helfen Leben" anmeldete. Nach dieser Zeit, in der ich soviel gelernt habe, über den Kosovo, seine Vergangenheit, den Krieg, seine schwierige Gegenwart und seine ungewisse Zukunft, über seine Menschen, ihr Leben, ihr Wünsche und Träume, Ängste und Erinnerungen, über mich... sind meine Erwartungen übertroffen. Der Balkan, diese andere Welt, hat mich gefangen.

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