Chronik

1992

Ausbruch des Krieges. Ein paar Autostunden südlich von München waren plötzlich Millionen von Menschen unverschuldet in einen Krieg geraten. Jahrelang war Jugoslawien eines der Lieblingsreiseländer der Deutschen und auf einmal fielen Granaten auf die mediterrane Hafenstadt Dubrovnik.
Der Schrecken über die grausamen Fernsehbilder, die plötzlich aus Bosnien und Kroatien in unsere Wohnzimmer flimmerten, war der Anfang von Schüler Helfen Leben.
Spontane Hilfe mit Papas Auto. Schüler/innen aus Bad Kreuznach fahren mit ihren privaten PKWs nach Kroatien, um Hilfsgüter direkt zu den Bedürftigen zu bringen. Die Fernsehberichte ließen sie nicht ruhen, sie wollten schnell und unkompliziert helfen. Sie packen Pakete für Gleichaltrige im ehemaligen Jugoslawien.
300 Schulen in Rheinland-Pfalz sammeln Hilfsgüter. 30 Tonnen Hilfsgüter kommen zusammen. Die Schüler/innen wollen ihre Pakete nicht "blind" losschicken, sondern dabei sein, wenn die Hilfe ihr Ziel erreicht. Der Name "Schüler Helfen Leben" wird geboren.
"Jeder Schüler gibt eine Mark". Es werden bundesweit rund 1,5 Millionen Mark gesammelt. Mit diesem Ergebnis hatte niemand gerechnet. Mit dem Geld konnte SHL auf dem Balkan zahlreiche Schulen wieder aufbauen.

1994-1997

Beteiligung am Wiederaufbau der Grundschule VII in Mostar. Während andere Organisationen immer noch Decken und Lebensmittel lieferten, baute SHL in der völlig zerstörten Stadt Mostar Schulen und Kindergärten wieder auf. Gemeinsam mit der EU-Verwaltung in Mostar und einem Finanzaufwand von über 2 Millionen Mark wird die Grundschule VII wieder aufgebaut. Sie zählt heute in Sachen Ausstattung zu den besten Schulen der Region.
Schaffung von 500 Kindergartenplätzen in Sarajevo. Erst nach dem UN-Ultimatum an die Serben im Februar 1994 konnten Kindergärten wieder aufgebaut werden. SHL setzte fünf große Kindergärten in Sarajevo wieder instand.
Instandsetzung der Taubstummenschule. SHL renoviert die vor dem Krieg europaweit anerkannte Taubstummenschule "Nemanja Vlatkovic", in der 50 Schüler/innen unterrichtet werden. Das Dach wird geflickt, Löcher in den Wänden gestopft und eine neue Heizung installiert.
Unterrichtsmaterialien für über 48.000 Schüler/innen. SHL verteilt in ganz Bosnien 1.200 Kisten voller Stifte und Hefte sowie 400 Kisten mit Sportmaterial wie Bällen, aber auch 200 Kisten mit Lehrutensilien und 400 weitere Kisten mit Material für den Kunstunterricht.

1996-2000

Erstes Sommerlager in Zuljana auf Peljesac. 28 Jugendliche aus Deutschland und Bosnien und Herzegowina campen gemeinsam in Kroatien. Für die bosnischen Jugendlichen war es das erste Mal seit vier Jahren, dass sie Urlaub an der Adria verbringen konnten, für die meisten deutschen Jugendlichen war das Sommerlager die erste Begegnung mit Gleichaltrigen aus der Krisenregion überhaupt.
Abschluss der Wiederaufbauprojekte. Die letzte Schule mit Kindergarten im bosnischen Bergland wird übergeben.
Youthnet: Vernetzung von Jugendgruppen aus ganz Bosnien und Herzegowina und darüber hinaus. Über Seminare und E-Mail tauschen sich junge Vertreter/innen aller Volksgruppen aus und arbeiten am ersten gesamtbosnischen Jugendmagazin nepitani ("Die Ungefragten").

1998

Erster Sozialer Tag. In Schleswig-Holstein haben 35.000 Schüler/innen ihren ganz besonderen Schultag: Sie helfen zuhause im Garten, sortieren Akten oder führen Nachbars Hund aus. 920.000 Euro kommen beim ersten landesweiten Aktionstag von Schüler Helfen Leben zusammen.

1999

100.000 Mark in 100 Stunden. Im Kosovo herrscht Krieg. Um den Jugendlichen dort schnell zu helfen, startet Schüler Helfen Leben die Aktion "100.000 Mark in 100 Stunden" an Schulen in Norddeutschland. Am Ende kommen über 350.000 Mark zusammen.

2000

Zweiter Sozialer Tag.  In Schleswig-Holstein und Hamburg bleiben ganze Klassenräume leer, rund 100.000 Schülerinnen und Schüler arbeiten für den guten Zweck. Am Ende des Tages jubeln sie über 2,15 Millionen Euro für die SHL-Projekte.

"Erste Hilfe" im Kosovo. Es werden 25 Schulen mit Unterrichtmaterial, Heizungen, Tafeln usw. ausgestattet.

2001

Handschlag-Aktion. Schüler Helfen Leben geht auf große Balkan-Informationstour durch Deutschland. Deutsche Jugendliche demonstrieren mit "Handschlägen" auf Leinentücher ihre Solidarität mit den Jugendlichen in Südosteuropa.

2002

Gründung der Stiftung Schüler Helfen Leben. Am 1. März 2002 gründet Schüler Helfen Leben e.V. die erste Stiftung Deutschlands, die von jungen Erwachsenen geführt wird: die Stiftung Schüler Helfen Leben. Das Hauptziel ist dabei, die Projekte in Südosteuropa langfristig zu betreuen und finanziell abzusichern.
Dritter Sozialer Tag. Rund 210.000 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen arbeiten einen Tag für den guten Zweck und sammeln 3,8 Millionen Euro

2004-2013

Vierter, fünfter, sechster, siebter und achter Sozialer Tag. In ganz Deutschland nehmen bis zu 220.000 junge Menschen teil und sammeln bis zu 3,2 Millionen Euro an einem Tag.

2012

Schüler Helfen Leben ist 20 Jahre jung! Im Oktober findet eine große Jubiläumsfeier in Berlin mit über 200 Teilnehmer/innen statt. Mitglieder, Aktive und Unterstützer/innen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind zusammengekommen, um auf 20 Jahre beispielloses Schülerengagement zurück zu blicken. Moderiert wird die Veranstaltung von Katharina Rogge und Ulrich Wickert. Die Festrede hält der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig. Im Anschluss an die Feier findet eine zweitägige Zukunftskonferenz statt.

2013

Schüler Helfen Leben beginnt mit der Hilfe für syrische Kinder und Jugendliche in zwei jordanischen Flüchtlingslagern.

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