Über das Kosovo
Kurzinformationen über das Kosovo
Das Kosovo ist eine ca. 11000 Quadratkilometer große Provinz im Südosten des ehemaligen Jugoslawien. Ca. 2,2 Millionen Menschen bewohnen diese Region, die durch eine Krise am Ende der 1990er Jahre die ganze Welt entsetzte. In den letzten Jahren hat es im Kosovo tiefgreifende Veränderungen gegeben: Nach jahrelangen, letztlich gescheiterten Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo-Albanern über den endgültigen Status erklärte das Kosovo am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit.
Das Kosovo ist ein Teil des ehemaligen Jugoslawiens und grenzt im Norden an Serbien, im Süden an Mazedonien und Albanien und im Westen an Montenegro. Im Kosovo wohnen ca. 2 Millionen Menschen, von denen ca. 91% Albaner und 5% Serben sind. 4% gehören anderen Minderheiten wie Türken, Bosniaken, sog. Goranen, Kroaten, Roma und Aschkali an (diese Angaben beziehen sich auf Schätzungen der OSCE).
Völkerrechtlich war das Kosovo zuvor ein Teil der Republik Serbien, stand aber seit 1999 unter der Verwaltung der Vereinten Nationen (siehe Resolution 1244 des Sicherheitsrates). Der Sitz des Parlaments, der lokalen Regierung, sowie der internationalen Verwaltung, ist die Hauptstadt Prishtina/Pri?tina.
Im ehemaligen Jugoslawien war das Kosovo eine autonome Provinz innerhalb der Republik Serbien und genoss weitgehende Autonomierechte. Die kosovarischen Behörden hatten Kompetenzen in den Bereichen Justiz, Polizei, Bildung. Darüber hinaus erhielt die Bevölkerungsgruppe der Albaner weit reichende politische, soziale und kulturelle Rechte (siehe Verfassung).
Nach dem Tod des jugoslawischen Staatsoberhauptes Josip Broz Tito im Jahre 1980 demonstrierten albanische Studenten der Universität Prishtina/Pristina für eine Ausweitung der Autonomierechte und für den Status des Kosovos als gleichwertige Republik innerhalb der jugoslawischen sozialistischen Föderation (diese Bestand bis zum Jahr 1991 aus Slowenien, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, sowie Serbien). Diese Protestaktionen wurden gewaltsam durch jugoslawische (serb. JNA: Jugoslovenska narodna armija) Armee- und Polizeieinheiten unterdrückt.
Ende der 1980er Jahre kamen zunehmend serbisch-nationalistische Kreise in der Republik Serbien an die Macht (Trauriger Höhepunkt war die sogenannte ?Jogurt Revolucija"), die versuchten den Autonomiestatus des Kosovos aufzuheben und der angeblichen Unterdrückung der Serben auf dem Gebiet des Kosovos ein Ende zu setzen. Berüchtigt ist in diesem Zusammenhang ist die Rede Slobodan Milo?evićs (1941-2006) anlässlich des Gedenkens der Schlacht auf dem Amselfeld (1389). Im Jahre 1988 wurde das Kosovo durch einen illegalen Parlamentsbeschluss der Autonomiestatus entzogen. Fortan unterstand das Kosovo der serbischen Regierung unter Slobodan Milo?ević.
Zentrale Figur des albanischen Widerstands war der Literaturwissenschaftler Dr. Ibrahim Rugova (1944-2006), dessen Mitstreiter die Wiederherstellung der Autonomie Kosovos und volle Rechte für die albanische Bevölkerung forderten. Im Zuge der Unabhängigkeitsbewegungen in Kroatien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina erweiterte man die Forderungen auf staatliche Souveränität, Unabhängigkeit und Freiheit des albanischen Volkes. Erst im Jahre 1996 trat die Kosovo- Befreiungsarmee UÇK (albanisch "Ushtria Çlirimtare e Kosoves") als bewaffnete Widerstandsgruppe öffentlich auf. Durch gezielte militärische Aktionen gegen die serbischen Besatzer versuchte die UÇK das Kosovo zu befreien.
Im Jahre 1998 antwortete die serbische Armee mit einer Großoffensive gegen die UÇK und verübte dabei zahlreiche Verbrechen und Menschenrechts-verletzungen gegen die albanische Zivilbevölkerung. Als es 1999 im Zuge weiterer Kampfhandlungen zwischen der UÇK und der serbischen Armee zu schweren Übergriffen auf die albanische Bevölkerung kam (z.B. in Račak), übte die internationale Gemeinschaft verstärkt Druck auf die serbische Regierung aus. Den Forderungen nach Abzug der serbischen Polizei und des Militärs kam Milo?ević wiederholt nicht nach. So entschloss sich die Internationale Gemeinschaft im März 1999, ohne ein entsprechendes Mandat der UN, zu Luftangriffen auf serbische Stellungen und zivile Infrastruktur in der BR Jugoslawien.
Nach dem Abzug der jugoslawisch-serbischen Armee aus dem Kosovo marschierten Nato-Bodentruppen in das Kosovo ein, entwaffneten die Verbände der UÇK und ermöglichten Hilfslieferungen für die Not leidende Zivilbevölkerung. Die Nato-Truppen verhinderten jedoch nicht albanische Übergriffe auf die serbische Zivilbevölkerung. So mussten viele Serben das Kosovo verlassen oder flüchteten in serbische Enklaven in der Region (u.a. in Kosovska Mitrovica, Bresovica, Gračanica). Die Resolution 1244 des Sicherheitsrates aus dem Jahr 1999 unterstellt die Provinz Kosovo der Verwaltung der Vereinten Nationen (UN).
Obwohl seit 1999 im Kosovo offiziell Frieden herrscht kommt es dennoch zu vereinzelten Übergriffen auf nichtalbanische Minderheiten im Kosovo. Die Unruhen im März 2004, ausgelöst durch Gerüchte, führten nicht nur zu Angriffen auf serbische Zivilisten und zur Zerstörung serbischer Siedlungen und Kulturgüter (z.B. die Altstadt von Prizren), sondern auch zu Übergriffen kosovo-albanischer Demonstranten auf die Nato-Truppen im Kosovo (KFOR).
Besonders für die Jugendlichen ist die Situation im Kosovo besorgnis-erregend. Die Wirtschaft ist extrem schwach, die Arbeitslosigkeit mit über 40 Prozent sehr hoch. Politische Instabilität, marode Infrastruktur und unsichere Rahmenbedingungen für ausländische Investoren erschweren die wirtschaftliche Situation zusätzlich.
Die seit Juni 2008 unabhängige Republik Kosovo gehört auch von der Bevölkerungszusammensetzung zu den jüngsten Staaten Europas. Die Hälfte der Bewohner ist unter 25 Jahre alt. Von den großen Herausforderungen des Landes sind diese Jugendlichen in besonderer Weise betroffen: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 60 Prozent, Jugendliche leiden unter interethnischen Konflikten und schlechten Bildungsmöglichkeiten. Vielen jungen Menschen fehlen zudem sowohl die Möglichkeiten als auch die Fähigkeiten, ihre Situation zu verändern und sich in politische Prozesse einzubringen. Nach dem militärischen Konflikt gab es zahlreiche Projekte zur Förderung Jugendlicher, von denen jedoch ein Großteil wegen Geldmangel und fehlender Unterstützung beendet werden musste.
Mittlerweile wurden im Ministerium für Jugend und Sport ein Jugendgesetz, eine Jugendpolitik sowie ein Jugendaktionsplan zur Umsetzung erarbeitet. Allerdings fehlen im Ministerium und auf den Durchführungsebenen Kompetenzen und Potenziale; staatliche Akteure aus anderen Sektoren bieten zu wenig jugendspezifische Dienstleistungen an. Durch fehlende Kompetenzen und Ansprechpartner auf staatlicher Seite kann auch das erhebliche Potenzial von Jugendgruppen und Zivilgesellschaft für die Jugendförderung nicht genügend genutzt werden.
Das könnte noch interessieren:
Die UNO-Resolution 1244 über den Status des Kosovo
Hintergrundbericht zum Kosovo: http://www.swp-berlin.org/de/common/get_document.php?id=1630
Bilder
SHL Kosova
Über das Projekt
SHL in Rahovec/Orahovac
1999 begann Schüler Helfen Leben (SHL) ihren Einsatz im Kosovo: Nach der Bereitstellung humanitärer Hilfe während des Krieges und dem Wiederaufbau und der Neuausstattung einiger Schulen, entschied sich 2000 die Organisation in der Region aktiv zu bleiben,in dem sie sich in der "geteilten" Stadt Rahovec/Orahovac in Form von Jugendarbeit engagiert.
Um es den jungen Menschen, die den Krieg durchlebt hatten, zu ermöglichen, sich zu treffen und gemeinsam aktiv zu sein, errichtete SHL ein Jugendzentrum in der Großgemeinde. Die Organisation investierte in den Bau eines Gebäudes in dem kosovoalbanischen Teil der Stadt, während sie mit der örtlichen Gemeinde ein Vereinbarung zur Benutzung öffentlicher Räumlichkeiten in dem kosovoserbischen Stadtteil traf.
In den ersten Jahren nach dem Kriege im Kosovo zielten die Aktivitäten, die in dem SHL-Jugendzentrum veranstaltet wurden, darauf ab, es der Jugend zu ermöglichen, sich außerhalb der Schule zu begegnen, sich in Freizeitaktivitäten und außerschulischem Untericht zu engagieren, sowie an friedensbildenden Aktivitäten in national/ethnisch gemischten Gruppen teil zu nehmen. Das Jugendzentrum bietete in seinen zwei Teilen Freiraum wo sich die Jugend treffen um Brettspiele und Tischtennis zu spielen, Internet zu benutzen, Filme anzuschauen, Musik zu spielen, zu tanzen, sich zu unterhalten u.s.w.. Das Jugendzentrum organisierte auch Sprachkurse, IT-Kurse, Kunst-, Musik-, Theater- und Sportveranstaltungen, sowie auch spezielle Aktivitäten, wie regelmäßige national/ethnisch gemischte Ausflüge und Camps.
Mit dem Verlauf der Zeit jedoch, als das Kosovo von der humanitären in die Entwicklungsphase überging, begannen auch die Bedürfnisse der örtlichen Jugend sich zu ändern: In der Großgemeinde entwickelten sich mehr Möglichkeiten ihr soziales Leben zu bestreiten, wohingegen andere Bedürfnisse, wie Bildung und Beschäftigungsaussichten stagnierten. Die Kultur- und Sportmöglichkeiten, besonders für junge Mädchen, blieben auch sehr beschränkt. Daher wurde klar, dass SHL-Kosovo ihr Programm an die sich ändernden Bedürfnisse der Jugend in der Geimeinde anpassen sollte.
Ein weiterer wichtiger Umstand, der angegangen werden musste, war die Tatsache, dass die Menschen - einschließlich der Jugend - sich 5-6 Jahre nach dem Krieg immer noch nicht frei zwischen den kosovoalbanischen und kosovoserbischen Teilen der Stadt bewegten. Die beiden Teile des SHL-Jugendzentrums wurden in der Tat getrennt verwendet, eines von der kosovoserbischen Jugend und das andere von der kosovoalbanischen. Daher wurden von SHL-Kosovo Anstrengungen unternommen diesbetreffend die Lage zu verbessern: Ende 2005 führte die Organisation nicht nur ausdrücklich ein, dass all ihre Aktivitäten, einschließlich des außerschulischen Unterrichts, der Jugend aller nationaler/ethnischer Gruppen in der Großgemeinde zugänglich seien, sie leistete auch gewähr, dass die zwei Teile des Jugendzentrums eine einzelne Einheit wurden.
Dies bedeutete, dass die Überlegungen zu sich unter den zwei physischen Orten abwechselnden Aktivitäten nur von der logistischen Eignung abhingen und nicht mehr von ethnischen/nationalen Trennungen.
Projektlokalisierung
In den letzten paar Jahren änderten sich auch die Richtlinien von SHL-Deutschland: 2005 begann die Gründerorganisation die Mittel für das Kosovoprojekt zu reduzieren und gab dem SHL-Kosovo-Team die Gelegenheit, sich zu entscheiden das Projekt zu lokalisieren, bevor die Finanzierung schrittweise ausläuft. Diese Chance wurde von dem örtlichen Team in Angriff genommen, das entschied einen Organisationsentwicklungsprozess anzugehen, der darauf abzielt, eine tragfähige örtliche NRO aufzubauen. Es wird erhofft, dass die offizielle Lokalisierung im Verlaufe des Jahres 2008 stattfindet. Momentan wäre SHL-Deutschland, fungierend als ein externer Donator, nur bereit bis hin zu 50% des Budgets der örtlichen NRO zu finanzieren, bei weiteren Kürzungen in den kommenden Jahren.
Durch ein Partizipationsverfahren unter Einbeziehung des SHL-Kosovo-Teams, örtlicher Interessenvertreter und Nutznießer sowie unter Anleitung externer Berater hat der SHL-Kosovo-Zweig seine Identität entwickelt - Vision und Mission sowie Werte, hat er einen strategischen Plan für die anstehenden Jahre aufgestellt, welcher vorraussieht, dass die Organisation sich mehr in der Gesellschaft verwurzelt und sein Programm auf den sich ändernden örtlichen Bedürfnissen stützt.
Unser Arbeitsumfeld
Rahovec/Orahovac liegt im Südwesten des Kosovos und umfasst die Stadt selber mit ungefähr 23.000 Einwohnern und 35 Dörfern. Insgesamt leben ungefähr 73.000 Menschen in der Großgemeinde.
Kosovoalbaner sind die Mehrheitsbevölkerung in der Großgemeinde R/O, wenngleich es eine bedeutende Anzahl sowohl von Kosovoserben als auch von Kosovo-Roma/Aschkali/Ägypter (RAE) gibt. Die serbische Nachkriegsbevölkerung liegt nun bei ungefähr 1,7%, wobei die RAE-Gemeinde etwa 1,1% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Bis hin zur heutigen Zeit verblieben die drei wichtigsten ethnischen Gruppen (Kosovoalbaner, Kosovoserben und Kosovo-RAE) getrennt. In den Jahren seit dem Krieg hat nur die RAE-Gemeinde tatsächlich eine beschränkte Integration erreicht: Bewegungsfreiheit über das ganze Gebiet hinweg, Benutzung kosovarischer öffentlicher Dienste wie Schulen, Gesundheitssystem, öffentlicher Personenverkehr und anderer. Die kosovoserbische Gemeinde hat es unglücklicherweise noch nicht bewerkstelligt, diesen Schritt zu vollziehen. Sie benutzen gesonderte öffentliche Dienste (Bildung, Gesundheit und öffentlicher Personenverkehr), die im Kosovo von der serbischen Regierung in Belgrad gestellt werden, und die meisten von ihnen nehmen nicht an dem öffentlichen Leben außerhalb ihrer Enklaven teil. In diesem Zusammenhang machen auch die kosovoalbanischen Behörden, abgesehen von einigen symbolischen Veranstaltungen, die von den zentralen Institutionen forciert werden um die Anforderungen zu erfüllen, die für den Status verlangt werden, keine aktiven Versuche gen Aussöhnung und Integration.
Die Bürger von R/O fühlen auch stark die ?Urban-rural'-Trennung zwischen den Menschen, die in der zentralen Stadt leben, und dem Rest der Bevölkerung, welche die umgebenden Dörfer bewohnt. Diese Trennung betrifft besonders die Jungend. Und zwar beschränken einige Dinge, wie der Mangel an öffentlichem Personenverkehr nach der Schule in die Dörfer und aus den Dörfern, oft ihre Teilnahme am ?Stadtleben' (besonders über den Winter); die Dialekte, die in der Stadt und in den Dörfen gesprochen werden, unterscheiden sich, so dass es zu Kommunikationsbarrieren zwischen den zwei Seiten kommen kann.
Die Großgemeinde R/O ist von sehr ländlichen und traditionellen Ansichten zum Familienleben geprägt. Die Gesellschaft ist patriarchalisch und frauendiskriminierend.
Basierend auf zugänglichen die Jugend in der Großgemeinde betreffenden Statistiken, sind mehr als 50% der Gesamtbevölkerung unter 25 Jahre alt.
Kosovoalbanisches und serbisches Bildungssystem sind getrennt, so dass die Jugend an getrennte Schulen geht. Aufgrund von veralteten Lehrplänen, geringer Qualifikation vieler Lehrer und schlechter Schulausrüstung ist die Schulbildung allgemein schlecht.
Die Anzahl der Jugendlichen, die ständige oder vorübergehende Arbeit sucht, steigt täglich. Nach der Mittelschule beginnt die Mehrheit der Jugendlichen nach einer Arbeit zu suchen. Insgesamt sind ungefähr 65% der Jugend arbeitslos und der Rest arbeitet vorwiegend im privaten Sektor. Der öffentliche Sektor übernimmt sehr wenige junge Menschen.
Unsere Vision
Schüler Helfen Leben-Kosovo sieht die Großgemeinde Rahovec/Orahovac als eine Gemeinde, in der Bürger frei ihr Leben unter Bedingungen der Gleichberechtigung, Toleranz und allgemeiner Sicherheit gestalten.
Unsere Mission
Schüler Helfen Leben-Kosovo ermöglicht jungen Menschen unabhängig zu leben und fördert Engagement und Wissen unter der Jugend der Großgemeinde Rahovec/Orahovac. All ihre Arbeit basiert auf Multikulturalismus, Zusammenarbeit und Gleichberechtigung.
Die Werte von SHL-Kosovo
Die ganze Arbeit und die Beziehungen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Organisation, basieren auf Ehrlichkeit, Anstand und Gerechtigkeit. SHL Kosovo respektiert Unterschiede zwischen Menschen und fördert die Chancengleichheit. Die Aktivitäten der Organisation stehen der gesamten Jugend offen, ungeachtet der Nationalität, Ethnizität, Sprache, Religion, sexueller Orientierung, städtischer oder ländlicher Herkunft oder anderer Formen der sozialen Unterscheidung.
In ihrer täglichen Arbeit hält SHL-Kosovo an dem Prinzip der gewaltlosen Konfliktbewältigung unter Kollegen, Freiwilligen, Nutznießern, Interessenvertretern und der allgemeinen Bürgerschaft der Großgemeinde R/O fest.
Die ganze Arbeit der Organisation (ebenso die schriftlichen Materialien) wird sowohl in der Mehrheitssprache (Albanisch) und auch in der Sprache der größten Minderheit (Serbisch) in der Großgemeinde geleistet.
SHL-Kosovo handelt nach Verfahren der offenen Entscheidungsfindung; sie verwendet die Mittel, einschließlich der Finanzen, auf vernünftige und transparente Weise. Die Organisation ist gegenüber ihren Interessenvertretern, Nutznießern, Partnern, Unterstützern und Donatoren rechenschaftsflichtig und informiert die Öffentlichkeit regelmäßig über ihre Arbeit.
Unsere strategischen Zielsetzungen für die Zeitspanne von 2007 bis 2010
- Strategische Zielsetzung 1:
- Steigerung der Erwerbstätigkeit junger Menschen in der Großgemeinde R./O.
- Strategische Zielsetzung 2:
- Stärkung des Vermögens junger Menschen kreativ zu sein und für effektives Organisieren und Nutzen ihrer Freizeit Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen
- Strategische Zielsetzung 3:
- Steigerung von Verantwortlichkeit und Mitwirkung der Jugend an dem öffentlichen Gemeindeleben
Örtliche und ausländische Freiwillige
An der Basis der Arbeit der Organisation sind junge Menschen aus der ganzen Großgemeinde einschließlich der kleinen Dörfer, die etwas von ihrer freien Zeit für Aktivitäten verwenden, die sie voranbringen wollen.
Deutsche Freiwillige kommen auf der Basis eines Freiwilligen Sozialen Jahres zu SHL-Kosovo. Außer, dass sie in die Arbeit der Organisatin eingespannt sind und so mit den Projektkoordinatoren viele Tätigkeiten gemeinsam ausüben, wird von ihnen als jungen neutralen außenstehenden Menschen auch erwartet, bei Konfliktlösungs- und Aussöhnungsarbeit als Katalysator zu wirken.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unseren Leiter des Programmbereiches: afrim.melicevic@schueler-helfen-leben.de oder unsere Leiterin der Finanzen und Verwaltung: gjulhana.jaha@schueler-helfen-leben.de
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Neue eigenständige Organisation
Neue eigenständige Organisation Students Helping Life Kosova
Am 22. April 2009 fand die offizielle Zeremonie zur Feier der Eigenständigkeit des SHL Kosovo Projekts statt. Die Veranstaltung bildete den offiziellen Höhepunkt eines dreijährigen Lokalisierungsprozesses. Von nun an ist SHL Kosova eine eigenständige Organisation, die Jugendprojekte in der zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben ethnisch geteilten Gemeinde Rahovec/Orahovac durchführt. Wir stehen SHL Kosova dabei natürlich weiterhin eng zur Seite.
Nach einem dreijährigen Prozess des SHL Kosovo Projekts mit vielen Weiterbildungen zu Themen wie Management, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit hat SHL inzwischen ein starkes Team vor Ort aufgebaut. SHL Kosova wird fortan in noch engerer Zusammenarbeit mit Vertretern der Gemeinde und anderen lokalen Initiativen Jugendprojekte durchführen.
Die Eigenständigkeit von SHL Kosova ist ein großer Meilenstein für die Organisation und die Gemeinde Rahovec/Orahovac auf dem Weg zu einer friedlichen, sozialen und selbst gestalteten Zukunft. Erst wenn Projekte der Entwicklungszusammenarbeit selbstverantwortlich von lokalem Personal durchgeführt werden, haben die Beteiligten das Gefühl, dass sie durch ihr Engagement in ihrer Umgebung wirklich etwas ändern können. Durch seinen Status als eigenständige Organisation, kann das Team im Kosovo nun auch selber für Finanzmittel vor Ort werben und damit einen bedeutenden Teil seines Haushalts abdecken.
Allerdings sind Lokalisierungsprozesse in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit oft problematisch. Viele internationale Organisationen ziehen ihre Unterstützung zu früh ab, so dass die neu geschaffenen Strukturen häufig noch nicht soweit sind, ihre Arbeit eigenständig fortzuführen. Wir werden SHL Kosova weiterhin beratend und finanziell zur Seite stehen und so die neu gewonnene Eigenständigkeit auch zur weiterhin erfolgreichen Umsetzung ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Denn eines ist nicht zu vergessen: es geht um die Jugendlichen!
SHL ist seit 1999 im Kosovo aktiv. Während des Krieges haben wir humanitäre Hilfe geleistet, nach Ende der NATO-Kampfhandlungen mehrere Schulen wiederaufgebaut und mit Material ausgestattet. Inzwischen fördert SHL die langfristige Jugend- und Bildungsarbeit im Land. Seit 2000 ist SHL in der ethnisch geteilten statt Rahovec/Orahovac aktiv und setzt sich mit dem eigens gebauten Jugendzentrum über die ethnische Teilung der Stadt hinweg.
Das jahrelange Engagement von SHL und die Begleitung des Rahovec/Orahovac-Projekts auf dem Weg zu einer eigenständigen Organisation honorierten auch die Besucher der offiziellen Veranstaltung, unter denen Vertreter der Gemeindeverwaltung, des United Nations Development Programme (UNDP), der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Kosovo Force (KFOR) waren.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe des Logos für die frischgebackene Organisation SHL Kosova durch den Geschäftsführer der Stiftung Schüler Helfen Leben Rüdiger Ratsch-Heitmann.
Begleitet wurde die Übergabezeremonie durch Darbietungen engagierter Jugendlicher, die Kostproben aus dem bunten Kultur- und Bildungsangebot des Jugendzentrums in Rahovec/Orahovac gaben. Es gab Tanzeinlagen von Capoeira bis Modern Dance und Vorträge aus der eigenen Jugendzeitung. Anschließend wurde am üppigen Buffet unter musikalischer Begleitung eines Streichquartetts geschlemmt. Auf der Party am Abend hatten die Gäste der Zeremonie dann viel Zeit für Gespräche.
Miteinander Leben
Über das Projekt
Grenzübergreifendes Jugendprojekt in Serbien, Kosovo und Mazedonien.
Die Region Südserbien mit dem angrenzenden Kosovo und Nordmazedonien ist seit Jahren ein Brennpunkt ethnischer Spannungen und Auseinandersetzungen. Seit September 2007 fördert SHL ein grenzübergreifendes Jugendprojekt, das helfen soll, durch professionelle Kinder- und Jugendarbeit, zur Aussöhnung und Verständigung beizutragen.
Wie es häufig am Balkan üblich ist, bevölkert ein buntes Gemisch an Volksgruppen die Region. Serben, Albaner, Mazedonier und Roma leben seit Jahrhunderten - leider nicht immer friedlich - nebeneinander. Gerade die Konflikte in den letzten 10 Jahren im Kosovo und in geringerem Umfang in Südserbien und Mazedonien, haben zu Misstrauen und Vorurteilen in der Bevölkerung geführt. Die schlechte politische Situation hat natürlich auch die soziale und wirtschaftliche Lage in dieser ohnehin strukturschwachen Region weiter verschlechtert.
Wie fast überall haben unter diesen Bedingungen besonders Kinder und Jugendliche zu leiden. Eine professionelle Betreuung außerhalb der Schulzeit ist praktisch nicht vorhanden, Jugendzentren wurden geschlossen und viele Flüchtlingskinder erhalten keinerlei Unterstützung bei der Aufarbeitung von Traumata. Das von SHL unterstützte und der AWO Bremerhaven in Kooperation mit verschiedenen lokalen Organisationen durchgeführte Projekt bemüht sich durch die Instandsetzung und Wiedereröffnung von zwei Jugendzentren in Bujanovac (Südserbien) und dem nur wenige Kilometer entfernten Kosovska Kamenica (Kosovo) eine Vielzahl bestehender Probleme bei Jugendlichen in der Region zu bearbeiten.
Neben schulischer und beruflicher Bildung werden kreative Freizeitgestaltung, die Integration von Flüchtlingen und Rückkehrern sowie eine psychosoziale Betreuung benachteiligter Kinder und Jugendlicher angeboten. Gleichzeitig entstehen durch die Teilnahme von Jugendlichen aus dem nordmazedonischen Kumanovo auch länderübergreifende Begegnungsmöglichkeiten in Form von Jugendcamps und gemeinsamen Ausflügen.
Die Jugendzentren sind für Jugendliche aus allen Bevölkerungs- und ethnischen Gruppen offen, die gemischten Betreuungsteams bestehen aus Pädagogen mit serbischer und albanischer Herkunft. Dadurch wird der Austausch der Jugendlichen über ihre nationalen Identitätsgrenzen hinweg unterstützt, der im Alltag aufgrund von getrennten Schulen für Kinder unterschiedlicher Herkunft oftmals nicht möglich ist. In einem ersten Schritt mussten beide Jugendzentren zunächst renoviert werden, da sie seit Jahren entweder nicht oder zweckentfremdet benutzt wurden. Eine Gruppe aus mazedonischen, serbischen, albanischen und Roma-Jugendlichen, die gemeinsam ein Feriencamp in Kroatien besuchten, haben bereits regen Kontakt untereinander. Im Oktober nehmen die Jugendlichen auch an einer vom Projekt organisierten Friedenstour teil, bei der die Strecke zwischen dem kosovarischen Kamenica und dem serbischen Bujanovac mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Ein erster Schritt, der Hoffnung macht, dass die Grenzen und Mauern in den Köpfen der Menschen Stück für Stück abgebaut werden können.
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News
Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit
Über das Projekt
Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Beschäftigungsrate unter Jugendlichen zu steigern. Durch das Stärken und Ausbreiten von bereits bestehenden Initiativen (z.B. in Mazedonien, in Serbien und im Kosovo) soll Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden.
Dazu werden verschiedene Maßnahmen ergriffen: Politische Maßnahmen:
- Lokale und nationale Politiker und Manager werden eingeladen, um den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit zu unterstützen.
Weiterbildende Maßnahmen:
- Praktikumsangebote bei Unternehmen für 16-30 Jährige
- Verbesserung der Fähigkeiten und Kenntnisse für den Arbeitsmarkt
- Verbesserung der Kooperationen mit Unternehmen
Warum?
Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen auf dem Balkan ist rund dreimal höher als in den EU-Ländern. In manchen Regionen, wie zum Beispiel im Kosovo, haben von 100 Jugendlichen gerade mal 40 eine Beschäftigung, oftmals auch noch eine unterbezahlte.
Besonders problematisch ist die Situation, wenn Schulabgänger direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit entlassen werden. Während ihre Leistungsfähigkeit und Motivation immer mehr abnimmt, steigern sich gleichzeitig Perspektivlosigkeit und Unmut über ihre Situation.
Die Unternehmen haben praktisch keine Erfahrung mit jungen Menschen;
Praktika sind so gut wie unbekannt.
Insgesamt sind die negativen Folgen und Probleme, die Jugendarbeitslosigkeit mit sich bringt, in dieser Region noch immer weitgehend unbekannt.
Daher verstehen viele - vor allem Politiker - auch nicht, wie problematisch es ist, dass die Jugendlichen in der Schule nicht die Bildung erhalten, die sie für einen späteren Job benötigen.
Wie?
Wir möchten den Jugendlichen vor allem 3-monatige Praktika in Unternehmen vermitteln. Ziel ist es, bis zu 400 Jugendlichen (100 Jugendliche pro Land) einen Praktikumsplatz anbieten zu können.
Jungunternehmer wollen wir mit Fördermitteln und Seminaren unterstützen, damit sie ihre Ideen umsetzen können.
Kooperationen mit nationalen Arbeitsagenturen und Kommunen werden vorangetrieben. Gespräche zum Thema Jugendbeschäftigung werden mit allen wichtigen Akteuren gesucht.
Für wen?
Das Projekt richtet sich zum einen an junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren, die Unterstützung bei der Suche nach Arbeit benötigen. Zum anderen wird auch der Kontakt zu Regierungs- und Wirtschaftsvertretern auf lokaler und nationaler Ebene gesucht, um die Rahmenbedingungen für Beschäftigungen zu verbessern.










