Chance für Straßenkinder
Projektbeschreibung
Dieses Projekt fördert Straßenkinder und ihre Familien in Albanien. Durch Bildungsangebote sowie den Einsatz für eine Verbesserung der staatlichen Unterstützung von Straßenkindern soll den ausgegrenzten Familien geholfen werden.
Warum?
Straßenkinder und ihre Familien werden diskriminiert und von der albanischen Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossen. Viele dieser Menschen sind nicht offiziell registriert. Das bedeutet, dass ihnen viele Grundrechte verwehrt bleiben. Ohne Personaldokumente haben die Kinder und ihre Familien zum Beispiel keinen Anspruch auf staatliche Dienstleistungen wie ärztliche Behandlungen und Kindergarten- oder Schulbesuche. Oft werden Straßenkinder von ihren Familien zum Betteln oder zur Prostitution gezwungen, um Geld zu verdienen. Viele leben in ständiger Gefahr, misshandelt zu werden. Arm und sozial benachteiligt, haben diese Kinder weder eine unbekümmerte Kindheit noch Aussichten auf ein besseres Leben für sich selbst oder ihre eigenen Kinder. Trotzdem kümmern sich weder Staat noch Gesellschaft darum, die Probleme dieser Menschen zu lösen und sie in die Gesellschaft zu integrieren. Die wenigen staatlichen und nicht-staatlichen Dienste, die es für Menschen auf der Straße gibt, sind unzureichend. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind in der Regel nicht gut ausgebildet und können dadurch nicht angemessen auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen.
Was?
Straßensozialarbeit
Durch tägliche Besuche in besonders armen Vierteln Tiranas kennt das Team des Projekts die Probleme der Kinder und ihrer Familien genau und kann direkt vor Ort Hilfe leisten. Dazu zählen zum Beispiel Workshops über Familienplanung, Hygiene, Arbeitsmöglichkeiten, Rechte und Pflichten gegenüber dem Staat sowie Informationen zu Kindergarten- und Schulbesuchen. Außerdem wird regelmäßig eine medizinische Grundversorgung angeboten. Auch in dem offenen Sozialzentrum von ARSIS werden die genannten Informationen vermittelt sowie Hausaufgabenhilfen und zahlreiche kreative Freizeitbeschäftigungen angeboten. Zudem erreichen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Spiel- und Freizeitbus auch die Kinder und Jugendlichen, die nicht ins Zentrum kommen können und geben ihnen so die Möglichkeit, wenigstens für ein paar Stunden Kind sein zu dürfen. Im vergangenen Sommer organisierte das Projekt eine Freizeit mit Spiel- und Bildungsangeboten an einem See in der Nähe von Tirana. Über 100 Kinder nahmen daran teil.
Fortbildung von Mitarbeitern der staatlichen Jugendschutzbüros sowie von Straßensozialarbeitern
Die Organisation ARSIS bildet Fachkräfte der staatlichen Jugendschutzbüros sowie Sozialarbeiterinnen und Straßensozialarbeiter von Nichtregierungsorganisationen aus ganz Albanien fort. Das Ziel ist, dass beide Gruppen besser auf die Bedürfnisse und Interessen der Straßenkinder und -jugendlichen sowie deren Familien eingehen können. Die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen auf der Straße verbessert sich nämlich nur dann, wenn Staat und Gesellschaft sich aktiv um diese benachteiligten jungen Menschen kümmern.
Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying für Rechte von Kindern
ARSIS setzt sich in den Medien und gegenüber Politikerinnen und Politikern für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein, um für diese eine bessere Zukunft zu schaffen. Dabei wird kein Unterschied zwischen der Herkunft, Religion oder Hautfarbe der Kinder gemacht: Ein Kind ist ein Kind. Und alle haben die gleichen Rechte.
Informationen zum Land Albanien
Was ist bisher passiert? (Januar 2011)
Interview mit dem Projektleiter Zini Kore (Januar 2011)




