Die Partnerorganisation: Center for Social Initiatives - NADEZ

Es gibt geschätzte zehn Millionen Roma in Europa. Es gibt sie fast in jedem Land, doch es gibt weltweit kein größeres Viertel, in dem mehr Roma gemeinsam und unter sich leben als das Viertel "Shutka" (Shuto Orizari) in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens.

Shutka ist, obwohl es hier auch finanziell besser gestellte Roma gibt, ein sogenannter Slum, in dem viele Menschen in undichten Wellblechhütten leben. Sie leiden Hunger, sie sammeln Müll zum Überleben und sie leben oft unter der Armutsgrenze. Um die Situation in Shutka zu verbessern und um den zukünftigen Generationen eine Zukunft zu bieten, die ihnen eine Alternative zeigt zu einem Leben im Slum, wurde die Nichtregierungsorganisation (NGO) "NADEZ" gegründet.

Die Grundidee der Organisation ist, Roma-Kindern einen geregelten Schulbesuch zu ermöglichen und ihnen dadurch spätere Chancen auf eine Arbeit zu geben. Dazu mussten in der Vergangenheit zunächst Pässe für die Kinder beantragt werden, da viele von ihnen nicht staatlich registriert waren. Dazu kam, dass viele Schulen keine Roma-Kinder wegen deren schlechter Hygiene aufnehmen wollten.

Inzwischen sind 250 Kinder fest im Projekt von "NADEZ" integriert. Sie und ihre Familien bekommen humanitäre Hilfsgüter, Schulmaterial und Beratung in allen wichtigen Lebensfragen. Hier ist es besonders wichtig ihnen die Möglichkeiten der Sozialhilfe zu erklären.

Nach der Schule kommen die in Shutka wohnenden Kinder ins Jugendhaus. Hier bekommen sie Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe, sie können spielen und toben.
Auch wenn sich größte Mühe gegeben wird, für jede Familie da zu sein, fehlt das Geld um wenigstens den größten Teil der bedürftigen Kinder in das Programm einzubringen. So kommt es bei den Familien, die nicht aufgenommen werden können, oft zu Neid und Unverständnis.

Aus Erfahrung wissen die Mitarbeiter der Organisation von "NADEZ", dass Kinder, von ihren Eltern ermutigt und unterstützt, in der Schule viel erfolgreicher sind. Deshalb werden im Jugendhaus regelmäßig Elternworkshops angeboten. Diese sollen den Eltern helfen, ihren Kindern die bestmögliche Unterstützung zu ermöglichen. Außerdem werden wichtige Tipps gegeben, um den richtigen Einsatz der hygienischen Hilfsgüter zu gewährleisten.

Außerdem ist es wichtig, dass die Kinder sich auch in ihrer Freizeit kreativ einbringen können. So werden verschiedene Aktivitäten für Kinder und Frauen angeboten:  Strickkurse, das Herstellen eigenen Schmucks oder Keramikmalerei. Um das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken sind natürlich auch einige Sportaktivitäten mit im Programm. Dabei steht der Spaß natürlich an erster Stelle. Dennoch ist es zum Beispiel im Winter kaum möglich Sport zu treiben, da es draußen zu kalt ist und Räume für Sport drinnen fehlen.

Um einen möglichst engen Kontakt zu den Familien zu haben, fährt ein Team von mindestens zwei Mitarbeitern täglich bis in die Außenbezirke Skopjes. Dort besprechen sie mit den Familien deren Probleme, bringen Hilfsgüter und helfen wo es möglich ist. Das funktioniert seit Jahren sehr gut und die Menschen haben vielerorts Vertrauen zu den Mitarbeitern aufgebaut.
Dennoch ist und bleibt das Leben für die Roma hart und viele flüchten ins Ausland - nach Deutschland, Frankreich oder Schweden - um dem Elend hier zu entkommen.

Man muss in dieser Arbeit mit Enttäuschungen umgehen lernen, denn die Menschen sind rücksichtslos, wenn es um ihr Überleben geht.
Wer kann ihnen das verübeln?

Zugleich gibt aber auch keine Arbeit die sich mehr lohnt und kein größeres Glück als einen kleinen Erfolg.

Henrike Pauling

Henrike war von Sommer 2010 bis Herbst 2011 SHL-Freiwillige bei der Organisation NADEZ.

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