Ausbildungsprogramm für Roma
Projektbeschreibung
Mit unserem Projekt der Sommerschulen in Bijeljina und Zivinice wollen wir die Situation der Roma im Nordosten Bosnien-Herzegowinas verbessern. Durch Erhöhung ihres Bildungsniveaus soll die ausgegrenzte Minderheit zur aktiven Teilnahme an der Zivilgesellschaft befähigt und ermutigt werden.
Warum?
Die Probleme der Roma in der Region sind vielfältig. Die Wohnsituation ist katastrophal und die Mehrheit hat keine Arbeit und damit auch keine aussichtsreiche Zukunftsperspektive. Außerdem können die meisten nicht richtig lesen und schreiben. Das führt dazu, dass viele Roma die staatliche Unterstützung, die auch ihnen zusteht, nicht kennen und dementsprechend auch nicht in Anspruch nehmen.
Was?
Das Projekt ermöglicht Roma-Kindern den Zugang zur Schulbildung und versucht, die Zahl der Schulabbrüche zu verringern. Innerhalb der Roma-Gemeinschaft soll zudem ein stärkeres Bewusstsein für gesellschaftliche Werte sowie für Bildung und Engagement geweckt werden.
Wie?
Integration & Bildung
Das Hauptziel des Projekts ist die nachhaltige Stärkung der Roma-Gemeinschaften in den Gemeinden Bijeljina (im serbischen Teil Bosnien und Herzegowinas) und Zivinice (im bosniakisch-kroatischen Teil). Bildung wird dabei als Grundvoraussetzung für die Überwindung der Armut und die Integration in die Gesellschaft angesehen. Daher sorgt das Projekt dafür, dass Roma-Kinder zur Schule gehen können. Zudem versucht es, die soziale Kluft zwischen Roma und Nicht-Roma zu verringern und Vorurteile abzubauen.
Gezielte Unterstützung rund um den Schulbesuch
Um diese Ziele zu erreichen, werden unterschiedliche Programme durchgeführt. In einem Workshop in gewaltfreier Kommunikation für Roma- und Nicht-Roma-Kinder, der einmal wöchentlich stattfindet, werden zum Beispiel Spiele veranstaltet. Diese führen dazu, dass Vorurteile abgebaut werden und sich die Kinder vertrauen. Außerdem werden in Bijeljina und Zivinice jedes Jahr Sommerschulen durchgeführt, die Roma-Kinder im Vorschulalter auf die Einschulung vorbereiten. Das Team des Projekts unterstützt aber auch lernschwächere, bereits eingeschulte Kinder durch zusätzlichen Unterricht. Für die Klassen eins bis sechs findet einmal wöchentlich ein 90-minütiger Nachhilfeunterricht statt. Während des gesamten Schuljahres werden zudem wöchentliche Treffen in den Siedlungen der Kinder angeboten. Diese befassen sich mit Themen wie Demokratie, Kultur, Kinderrechten oder Freizeitangeboten. Außerdem werden die Kinder dort beraten, wenn sie Probleme haben.
Förderung von Engagement
Seit drei Jahren ist die Förderung des Engagements von lokalen Jugendlichen ein besonderer Schwerpunkt des Projekts. Mittlerweile gibt es eine Gruppe von Roma-Freiwilligen, die regelmäßig in die Aktivitäten des Projekts eingebunden sind. Sie lernen dabei unter anderem, wie sie selbst Kurse und Workshops anbieten können. Diese Jugendlichen sind positive Vorbilder für Gleichaltrige sowie für die ganze Gemeinde.




