Tagesstätte Maglaj - unterstützt von 2006 bis 2008
Dieses Projekt wird mit Mitteln des Sozialen Tages 2006 finanziert. Schüler wählten die Tagesstätte für behinderte Kinder in Maglaj auf den ersten Platz ihrer Rangliste. Mit diesem Hilfsprojekt wollen wir Kinder individuell betreuen und dadurch ihre Lebensbedingungen erheblich verbessern.
Die Arbeit mit behinderten Menschen steht in Bosnien-Herzegowina noch am Anfang. Erst in den Jahren nach Ende des Krieges (d.h. nach 1995) kam die Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe, auch aufgrund des Engagements ausländischer Organisationen in Gang. Kinder und Jugendliche wurden und werden noch immer häufig in so genannte Heime abgeschoben, deren Kapazität allerdings sehr beschränkt ist, oder in den Häusern ihrer Familien versteckt. Nachbarn, vor allem in ländlichen Bereichen, wissen daher in vielen Fällen noch nicht einmal von der Existenz dieser Kinder. Für viele Jugendliche, die aufgrund ihrer Behinderung nicht die Schule besuchen können, stellt die Errichtung einer Tagesstätte die einzige Möglichkeit dar, Zugang zu Bildung, Betreuung und gezielter Individualförderung zu erhalten. Gleichzeitig bietet dies für viele der Jugendlichen die einzige Gelegenheit, mit Menschen außerhalb ihrer Familie überhaupt in Kontakt zu treten.
Das im Krieg zerstörte Gebäude des Sozialzentrums von Maglaj wird zurzeit wieder aufgebaut und ist eine von nur drei Einrichtungen dieser Art für Behinderte in ganz Bosnien-Herzegowina. Mit dem Geld des Sozialen Tages möchte unser Partner Societas Humanitatis die Räumlichkeiten des Zentrums für 50 behinderte Kinder ausstatten und ihre Betreuung für mindestens zwei Jahre sicherstellen. Die Tagesstätte soll täglich und ganztags geöffnet sein und eine professionelle Betreuung für die Kinder und Jugendlichen anbieten. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit der Sonderschulabteilung der Grundschule in Maglaj erfolgen, um den Kindern, die die Fähigkeiten mitbringen, eine schulische Grundbildung zu ermöglichen. Perspektivisch angedacht ist es, das Programm auszuweiten und behinderten Personen auch nach dem Schulabschluss ein Werkstattangebot zur Verfügung zu stellen. Für Personen, die aus schwer erreichbaren Dörfern und Ansiedlungen die Tagesstätte besuchen, soll künftig eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden.
Durch seinen Pilotcharakter leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, um den behinderten Jugendlichen in dieser Region und darüber hinaus Partizipations- und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Die gezielte Einbindung lokaler Initiativen und staatlicher Verantwortungsträger vor Ort sichert von Beginn an die Nachhaltigkeit des Projekts, auch und vor allem nach dem Auslaufen der finanziellen Unterstützung aus dem Ausland. Die dafür nötigen Verträge mit den lokalen Behörden wurden in den letzten Tagen bereits unterzeichnet.




