Eröffnung einer neuen Kindertagesstätte der Organisation Koraci Nade.
Tuzla, Juli 2010. Das seit September 2006 langjährig geförderte Kooperationsprojekt "Koraci Nade" (Schritte der Hoffnung) weihte am Montag in Tuzla das neue Haus der Tagesstätte für Kinder mit Behinderungen ein.
Wer selbst einmal den steilen Weg hochgelaufen ist, zum alten Zentrum von Koraci Nade kommt aus dem Staunen nun nicht mehr heraus. Hier hinauf haben tagtäglich Eltern ihre Kinder bei jedem Wetter gefahren, geschoben, ja sogar getragen. Doch selbst der Kleinbus, der ein paar Jahre später mit der Hilfe von österreichischen und deutschen Spendern angeschafft wurde, konnte ein großes Problem nicht lösen, das sich seit Beginn des Projektes eingeschlichen hatte: Das Zentrum platzte aus allen Nähten.
Die Idee, in Tuzla eine Tagesstätte für Kinder mit Behinderungen zu gründen, war schon 2006 beinahe revolutionär. Ein Kind mit Behinderungen zu haben, galt als eine große Schande, viele der Eltern versteckten ihre Kinder jahrelang zu Hause. Mit Koraci Nade wurde eine Organisation geschaffen, in der die Kinder und Jugendlichen nicht länger isoliert und abgekapselt waren. Es bedurfte viel Überzeugungsarbeit, um das Dogma des Schweigens und des Schämens zu brechen. Mehr und mehr Eltern erkannten die Hilfe, die Koraci Nade ihnen bot, und nahmen sie an.
Inzwischen bringen Eltern aus der gesamten Region um Tuzla ihre Kinder zur Tagesstätte und vertrauen sie den Physiotherapeuten, Logopäden, Pädagogen und vielen anderen professionellen Mitarbeitern an, was das Projekt zum Vorreiter für gleichartige Organisationen in ganz Bosnien und Herzegowina macht.
Das neue Zentrum stellt nun einen weiteren Meilenstein dar, indem es deutlich macht, welchen wichtigen Stellenwert die erfolgreiche Arbeit von Koraci Nade in der Region hat.
Hunderte Helfer und Spender haben ermöglicht, das Zentrum innerhalb von nur neun Monaten zu bauen. Die Spenden des Architekten, die zur Verfügung gestellten Baumaterialien und insbesondere das große Engagement der österreichischen Geldgeberin Annemarie Kury ließen die Idee von einer Einrichtung, die höchsten Betreuungsstandards entspricht, Realität werden.
Für Schüler Helfen Leben ist mit dem Tag der Eröffnung auch die Freude verknüpft, ein nachhaltiges Projekt in die Selbstständigkeit begleitet zu haben, das fortan auf eigenen Beinen steht und die Gemeinde Tuzla überzeugt zu haben, sich langfristig in diesem Projekt zu engagieren. Gleichzeitig wird damit ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Kindern mit Behinderungen gesetzt, das eine Strahlkraft besitz, die weit über die Stadt Tuzla hinaus geht.

