Kurzinformationen über Albanien

Albanien

Albanien liegt, eingerahmt von Montenegro, Kosovo, Mazedonien und Griechenland, an der südlichen Adria. Es ist mit einer Fläche von knapp 29.000km² etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg. Fast acht Millionen Menschen weltweit bezeichnen sich als Albaner, doch nur ca. 3,2 Millionen davon leben in der Republik Albanien. Weitere albanische Siedlungsgebiete befinden sich im angrenzenden Montenegro, im Kosovo, in Mazedonien, in Italien, Griechenland und der Türkei. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wanderten zudem viele Albaner nach Westeuropa und nach Nordamerika aus.

Mehr als 95% der Einwohner Albaniens bezeichnen sich als Albaner. Weitere Minderheiten bilden Griechen, Roma sowie christlich-orthodoxe Slawen (Serben und Makedonier). 40% der Bevölkerung bezeichnen sich als sunnitische Muslime, ca. 20% zählen sich zu den Angehörigen des muslimischen Bektashi-Ordens (Derwische). Weitere 20% der Albaner verstehen sich als orthodoxe Christen, ca. 10% als Katholiken und die restlichen 10% gehören kleinen Glaubensgemeinschaften an oder bezeichnen sich als Atheisten.

Die Amtsprache der Republik Albanien ist Albanisch und die Hauptstadt ist Tirana (mehr als 600.000 Einwohner).

Der Ursprung des albanischen Volkes ist strittig. Die Mehrheit der Albaner und viele Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Albaner von den antiken Illyrern abstammen. Die Illyrer siedelten seit dem 8./7. Jahrhundert v. Chr. auf der  Balkanhalbinsel, insbesondere im Bereich des heutigen Albaniens. Historisch lassen sich größere Staatsverbände der Taulantier (400-260 v. Chr.) und das Reich der Ardiaeir (ab 260/250 v. Chr.) nachweisen, deren Kernland das heutige Albanien (insbesondere die Region um Shkodër) umfassten. Als weiteres Bindeglied wird in diesem Zusammenhang die albanische Sprache genannt. Die wenigen historischen Quellen lassen in Ansätzen eine Verwandtschaft zwischen moderner albanischer Schriftsprache und dem Illyrischen vermuten.

Im Jahre 168 v. Chr. wurde das heutige Albanien zunächst unter römische, dann 395 n. Chr. unter byzantinische Herrschaft gestellt. Seit dem 10. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Albaniens Streitobjekt der umliegenden Länder. Seit dem 11. Jahrhundert wird die Bezeichnung "Albaner" für die ansässige Bevölkerung verwendet.

Der albanische Nationalheld Gjergi Kastrioti (1405-1468), genannt Skanderbeg, organisierte den Widerstand gegen die vordringenden Okkupanten des Osmanischen Reiches. Nach seinem Tod zerfiel der albanische Widerstand und das Land stand bis 1912 unter der Herrschaft der Osmanen.

Am 28.11.1912 wurde die staatliche Unabhängigkeit Albaniens ausgerufen. Zwar akzeptierte die internationale Gemeinschaft die Unabhängigkeit Albaniens, unterstützte aber die Abspaltung Kosovos zugunsten des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen. In den 1920er Jahren geriet Albanien zunehmend unter italienischen Einfluss. Ahmed Zogu, zunächst Staatspräsident (seit 1925), später als Zogu I. König von Albanien (1928-1939), musste im Jahre 1939 abdanken und fliehen. Italien besetzte Albanien und Viktor Emanuel der III. bestieg den albanischen Thron. Nach der Kapitulation des faschistischen Italiens besetzten 1943 deutsche Truppen Albanien.

Der kommunistische Widerstand unter Enver Hoxha übernahm nach dem Abzug der deutschen Besatzer im Jahre 1944 die Herrschaft über Albanien. Nach Ausschaltung der bürgerlichen Kräfte und Liquidation innerparteilicher Gegner, errichtete Enver Hoxha eine "Demokratische Volksrepublik", isolierte das Land politisch und wirtschaftlich, verbot jegliche Religionsausübung und herrschte bis zu seinem Tod im Jahre 1985. Als Nachfolger wurde der kommunistische Funktionär Ramiz Alia eingesetzt, der Ende der 1980er Jahre, nach Protesten der Bevölkerung, eine langsame Politik der Öffnung einleitete.

Nach der politischen Wende Anfang der 1990er Jahre - erste freie Wahlen fanden am 31.3.1991 statt - flüchteten ca. 400.000 Albaner (bis 1995) nach Italien und Griechenland oder siedelten sich in Nordamerika und Westeuropa an.

Unter dem Druck der Bevölkerung und durch die massiven Fluchtbewegungen wurden Reformen in den Bereichen Recht und Wirtschaft angestrengt. Kriminelle Anlagengeschäfte (sog. Pyramiden-Geschäfte), durch welche viele Albaner ihre gesamten Ersparnisse verloren, verursachten 1997 schwere bürgerkriegsähnliche Unruhen und den Zusammenbruch staatlicher Ordnung. Im Jahre 1999, nach der Eskalation der Kosovokrise, flüchteten mehr als 500.000 Kosovoalbaner nach Albanien.

Heute gehört Albanien immer noch zu den ärmsten Ländern Europas und viele, zumeist junge Leute, können sich eine Zukunft in ihrem Heimatland nicht mehr vorstellen und wandern aus. Die desolate Situation auf dem Arbeitsmarkt, die schlechte Ausstattung von Schulen und Universitäten, die vielerorts korrupte Verwaltung und die mafiösen Strukturen in der Wirtschaft vermitteln keine "rosigen" Zukunftsaussichten. Auch die internationale Gemeinschaft tut sich schwer Albanien eine Zukunftsperspektive zur vermitteln.

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