Von SHL unterstützte Projekte in Mazedonien

Bildung durch Straßensozialarbeit (unterstützt seit 2005)

Miteinander Leben (unterstützt seit 2007)

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit (unterstützt von 2008 bis 2010)

Bildung durch Straßensozialarbeit (unterstützt seit 2005)

Viele Roma in Mazedoniens Hauptstadt Skopje leben in Slums. Mit Straßensozialarbeit helfen wir ihnen dabei, eine bessere Zukunft zu schaffen. Dieses Projekt wurde durch den Sozialen Tag 2005 angestoßen und wird nun mit Geldern von weiteren Sozialen Tagen fortgeführt - und ausgeweitet.

Warum?

Die Mehrheit der Roma-Bevölkerung in Mazedonien ist arbeitslos und lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele Familien können ihren Kindern trotz bestehender Schulpflicht den Besuch der achtjährigen Grundschule nicht ermöglichen. Ohne den Abschluss der Grundschule hat man in Mazedonien  jedoch kein Recht auf staatliche Unterstützung wie Sozialhilfe und Krankenversicherung. Dies ist für viele Roma ein großes Problem. Denn bei einer Arbeitslosigkeit von bis zu 90% (in dieser Bevölkerungsgruppe) ist die Sozialhilfe oft die einzige Einnahmequelle.

Was?

Das Projekt verschafft Kindern und Jugendlichen aus extrem benachteiligten Familien Zugang zur Grundschulausbildung. Dadurch bekommen sie bessere Chancen, ihr Leben zu meistern und einen Job zu finden. Darüber hinaus hat ein Stipendienprogramm (2005-2009) zwölf Roma-Jugendlichen den Abschluss einer weiterführenden Schule ermöglicht.

Wie?

Sozialarbeit und Einschulung

Hilfsbedürftige Familien und deren Kinder, die nicht zur Schule gehen, werden in den Armenvierteln von Skopje aufgesucht und kontaktiert. Anschließend wird mit Schulen eine (Wieder-) Aufnahme der Kinder geprüft. Neben regulären Schulen kooperiert das Projekt auch mit sogenannten Makarenko-Schulen, an denen der Unterrichtsinhalt in verkürzter Zeit an ältere Jugendliche und Erwachsene vermittelt wird. Pro Schuljahr werden ca. 200 Kinder und Jugendliche durch das Projekt unterstützt.

Tägliche Besuche und humanitäre Hilfe

Um die Voraussetzungen für einen dauerhaften Schulbesuch der Kinder zu schaffen, werden regelmäßig humanitäre Hilfsgüter an die Familien verteilt, den Kindern ein tägliches Frühstück zubereitet, Bücher und andere Schulmaterialien ausgegeben sowie eine Hausaufgabenhilfe angeboten. Zudem wird den Eltern in Workshops verdeutlicht, wie wichtig der Schulbesuch für ihre Kinder ist. Durch häufige Besuche der Kinder und ihrer Familien schaffen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts eine Vertrauensbasis,werden sofort über mögliche Probleme informiert und können rechtzeitig reagieren.

Bildung als Chance

Der zweite Teil des Projekts (2005-2009) richtete sich an Schülerinnen und Schüler, die durch ihre Leistungen bewiesen haben, dass sie Bildung als Chance begreifen. Diejenigen, die die achtjährige Grundschule mit guten Leistungen abschließen, werden häufig enttäuscht, da der Besuch einer weiterführenden Schule aus finanziellen und anderen Gründen scheitert. Mädchen werden zum Beispiel oft von den Eltern unter Druck gesetzt, früh zu heiraten und können dadurch nicht mehr zur Schule gehen. 14 jungen Roma wurde deshalb durch ein Stipendienprogramm die Möglichkeit eröffnet, einen höheren Schulabschluss zu erlangen. Die bisher geförderten Schülerinnen und Schüler haben 2009 ihren Abschluss gemacht. Zwei von ihnen haben sich sogar an einer Universität eingeschrieben.

Miteinander Leben (unterstützt seit 2007)
Mazedonien

Die Region Südserbien mit dem angrenzenden Kosovo und Nordmazedonien ist seit Jahren ein Brennpunkt ethnischer Spannungen und Auseinandersetzungen. Seit September 2007 fördert SHL ein grenzübergreifendes Jugendprojekt, das helfen soll, durch professionelle Kinder- und Jugendarbeit, zur Aussöhnung und Verständigung beizutragen.

Wie es häufig am Balkan üblich ist, bevölkert ein buntes Gemisch an Volksgruppen die Region. Serben, Albaner, Mazedonier und Roma leben seit Jahrhunderten - leider nicht immer friedlich - nebeneinander. Gerade die Konflikte in den letzten 10 Jahren im Kosovo und in geringerem Umfang in Südserbien und Mazedonien, haben zu Misstrauen und Vorurteilen in der Bevölkerung geführt. Die schlechte politische Situation hat natürlich auch die soziale und wirtschaftliche Lage in dieser ohnehin strukturschwachen Region weiter verschlechtert.

Wie fast überall haben unter diesen Bedingungen besonders Kinder und Jugendliche zu leiden. Eine professionelle Betreuung außerhalb der Schulzeit ist praktisch nicht vorhanden, Jugendzentren wurden geschlossen und viele Flüchtlingskinder erhalten keinerlei Unterstützung bei der Aufarbeitung von Traumata. Das von SHL unterstützte und der AWO Bremerhaven in Kooperation mit verschiedenen lokalen Organisationen durchgeführte Projekt bemüht sich durch die Instandsetzung und Wiedereröffnung von zwei Jugendzentren in Bujanovac (Südserbien) und dem nur wenige Kilometer entfernten Kosovska Kamenica (Kosovo) eine Vielzahl bestehender Probleme bei Jugendlichen in der Region zu bearbeiten.

Neben schulischer und beruflicher Bildung werden kreative Freizeitgestaltung, die Integration von Flüchtlingen und Rückkehrern sowie eine psychosoziale Betreuung benachteiligter Kinder und Jugendlicher angeboten. Gleichzeitig entstehen durch die Teilnahme von Jugendlichen aus dem nordmazedonischen Kumanovo auch länderübergreifende Begegnungsmöglichkeiten in Form von Jugendcamps und gemeinsamen Ausflügen.

Die Jugendzentren sind für Jugendliche aus allen Bevölkerungs- und ethnischen Gruppen offen, die gemischten Betreuungsteams bestehen aus Pädagogen mit serbischer und albanischer Herkunft. Dadurch wird der Austausch der Jugendlichen über ihre nationalen Identitätsgrenzen hinweg unterstützt, der im Alltag aufgrund von getrennten Schulen für Kinder unterschiedlicher Herkunft oftmals nicht möglich ist. In einem ersten Schritt mussten beide Jugendzentren zunächst renoviert werden, da sie seit Jahren entweder nicht oder zweckentfremdet benutzt wurden. Eine Gruppe aus mazedonischen, serbischen, albanischen und Roma-Jugendlichen, die gemeinsam ein Feriencamp in Kroatien besuchten, haben bereits regen Kontakt untereinander. Im Oktober nehmen die Jugendlichen auch an einer vom Projekt organisierten Friedenstour teil, bei der die Strecke zwischen dem kosovarischen Kamenica und dem serbischen Bujanovac mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Ein erster Schritt, der Hoffnung macht, dass die Grenzen und Mauern in den Köpfen der Menschen Stück für Stück abgebaut werden können.

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit (unterstützt von 2008 bis 2010)
Mazedonien

Das Projekt verfolgt das Ziel, die Beschäftigungsrate unter Jugendlichen zu steigern. Durch das Stärken und Ausbreiten von bereits bestehenden Initiativen (z.B. in Mazedonien, in Serbien und im Kosovo) soll Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden.

Dazu werden verschiedene Maßnahmen ergriffen: Politische Maßnahmen:

  • Lokale und nationale Politiker und Manager werden eingeladen, um den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit zu unterstützen.


Weiterbildende Maßnahmen:

  • Praktikumsangebote bei Unternehmen für 16-30 Jährige
  • Verbesserung der Fähigkeiten und Kenntnisse für den Arbeitsmarkt
  • Verbesserung der Kooperationen mit Unternehmen


Warum?
Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen auf dem Balkan ist rund dreimal höher als in den EU-Ländern. In manchen Regionen, wie zum Beispiel im Kosovo, haben von 100 Jugendlichen gerade mal 40 eine Beschäftigung, oftmals auch noch eine unterbezahlte.
Besonders problematisch ist die Situation, wenn Schulabgänger direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit entlassen werden. Während ihre Leistungsfähigkeit und Motivation immer mehr abnimmt, steigern sich gleichzeitig Perspektivlosigkeit und Unmut über ihre Situation.
Die Unternehmen haben praktisch keine Erfahrung mit jungen Menschen;
Praktika sind so gut wie unbekannt.
Insgesamt sind die negativen Folgen und Probleme, die Jugendarbeitslosigkeit mit sich bringt, in dieser Region noch immer weitgehend unbekannt.
Daher verstehen viele - vor allem Politiker - auch nicht, wie problematisch es ist, dass die Jugendlichen in der Schule nicht die Bildung erhalten, die sie für einen späteren Job benötigen.

Wie?
Wir möchten den Jugendlichen vor allem 3-monatige Praktika in Unternehmen vermitteln. Ziel ist es, bis zu 400 Jugendlichen (100 Jugendliche pro Land) einen Praktikumsplatz anbieten zu können.
Jungunternehmer wollen wir mit Fördermitteln und Seminaren unterstützen, damit sie ihre Ideen umsetzen können.
Kooperationen mit nationalen Arbeitsagenturen und Kommunen werden vorangetrieben. Gespräche zum Thema Jugendbeschäftigung werden mit allen wichtigen Akteuren gesucht.

Für wen?
Das Projekt richtet sich zum einen an junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren, die Unterstützung bei der Suche nach Arbeit benötigen. Zum anderen wird auch der Kontakt zu Regierungs- und Wirtschaftsvertretern auf lokaler und nationaler Ebene gesucht, um die Rahmenbedingungen für Beschäftigungen zu verbessern.

Schüler Helfen Leben e.V. wird unterstützt von

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