Bildung durch Straßensozialarbeit
Projektbeschreibung
Viele Roma in Mazedoniens Hauptstadt Skopje leben in Slums. Mit Straßensozialarbeit helfen wir ihnen dabei, eine bessere Zukunft zu schaffen. Dieses Projekt wurde durch den Sozialen Tag 2005 angestoßen und wird nun mit Geldern von weiteren Sozialen Tagen fortgeführt - und ausgeweitet.
Warum?
Die Mehrheit der Roma-Bevölkerung in Mazedonien ist arbeitslos und lebt unterhalb der Armutsgrenze. Viele Familien können ihren Kindern trotz bestehender Schulpflicht den Besuch der achtjährigen Grundschule nicht ermöglichen. Ohne den Abschluss der Grundschule hat man in Mazedonien jedoch kein Recht auf staatliche Unterstützung wie Sozialhilfe und Krankenversicherung. Dies ist für viele Roma ein großes Problem. Denn bei einer Arbeitslosigkeit von bis zu 90% (in dieser Bevölkerungsgruppe) ist die Sozialhilfe oft die einzige Einnahmequelle.
Was?
Das Projekt verschafft Kindern und Jugendlichen aus extrem benachteiligten Familien Zugang zur Grundschulausbildung. Dadurch bekommen sie bessere Chancen, ihr Leben zu meistern und einen Job zu finden. Darüber hinaus hat ein Stipendienprogramm (2005-2009) zwölf Roma-Jugendlichen den Abschluss einer weiterführenden Schule ermöglicht.
Wie?
Sozialarbeit und Einschulung
Hilfsbedürftige Familien und deren Kinder, die nicht zur Schule gehen, werden in den Armenvierteln von Skopje aufgesucht und kontaktiert. Anschließend wird mit Schulen eine (Wieder-) Aufnahme der Kinder geprüft. Neben regulären Schulen kooperiert das Projekt auch mit sogenannten Makarenko-Schulen, an denen der Unterrichtsinhalt in verkürzter Zeit an ältere Jugendliche und Erwachsene vermittelt wird. Pro Schuljahr werden ca. 200 Kinder und Jugendliche durch das Projekt unterstützt.
Tägliche Besuche und humanitäre Hilfe
Um die Voraussetzungen für einen dauerhaften Schulbesuch der Kinder zu schaffen, werden regelmäßig humanitäre Hilfsgüter an die Familien verteilt, den Kindern ein tägliches Frühstück zubereitet, Bücher und andere Schulmaterialien ausgegeben sowie eine Hausaufgabenhilfe angeboten. Zudem wird den Eltern in Workshops verdeutlicht, wie wichtig der Schulbesuch für ihre Kinder ist. Durch häufige Besuche der Kinder und ihrer Familien schaffen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts eine Vertrauensbasis,werden sofort über mögliche Probleme informiert und können rechtzeitig reagieren.
Bildung als Chance
Der zweite Teil des Projekts (2005-2009) richtete sich an Schülerinnen und Schüler, die durch ihre Leistungen bewiesen haben, dass sie Bildung als Chance begreifen. Diejenigen, die die achtjährige Grundschule mit guten Leistungen abschließen, werden häufig enttäuscht, da der Besuch einer weiterführenden Schule aus finanziellen und anderen Gründen scheitert. Mädchen werden zum Beispiel oft von den Eltern unter Druck gesetzt, früh zu heiraten und können dadurch nicht mehr zur Schule gehen. 14 jungen Roma wurde deshalb durch ein Stipendienprogramm die Möglichkeit eröffnet, einen höheren Schulabschluss zu erlangen. Die bisher geförderten Schülerinnen und Schüler haben 2009 ihren Abschluss gemacht. Zwei von ihnen haben sich sogar an einer Universität eingeschrieben.




