Von SHL unterstützte Projekte im Kosovo
SHL-Kosova (unterstützt seit 1999)
Miteinander Leben (unterstützt seit 2007)
Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit (unterstützt von 2008 bis 2010)
SHL-Kosova (unterstützt seit 1999)
Am 22. April 2009 fand die offizielle Zeremonie zur Feier der Eigenständigkeit des SHL Kosovo Projekts statt. Die Veranstaltung bildete den offiziellen Höhepunkt eines dreijährigen Lokalisierungsprozesses. Von nun an ist SHL Kosova eine eigenständige Organisation, die Jugendprojekte in der zwischen Kosovo-Albanern und Kosovo-Serben ethnisch geteilten Gemeinde Rahovec/Orahovac durchführt. Wir stehen SHL Kosova dabei natürlich weiterhin eng zur Seite.
Nach einem dreijährigen Prozess des SHL Kosovo Projekts mit vielen Weiterbildungen zu Themen wie Management, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit hat SHL inzwischen ein starkes Team vor Ort aufgebaut. SHL Kosova wird fortan in noch engerer Zusammenarbeit mit Vertretern der Gemeinde und anderen lokalen Initiativen Jugendprojekte durchführen.
Die Eigenständigkeit von SHL Kosova ist ein großer Meilenstein für die Organisation und die Gemeinde Rahovec/Orahovac auf dem Weg zu einer friedlichen, sozialen und selbst gestalteten Zukunft. Erst wenn Projekte der Entwicklungszusammenarbeit selbstverantwortlich von lokalem Personal durchgeführt werden, haben die Beteiligten das Gefühl, dass sie durch ihr Engagement in ihrer Umgebung wirklich etwas ändern können. Durch seinen Status als eigenständige Organisation, kann das Team im Kosovo nun auch selber für Finanzmittel vor Ort werben und damit einen bedeutenden Teil seines Haushalts abdecken.
Allerdings sind Lokalisierungsprozesse in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit oft problematisch. Viele internationale Organisationen ziehen ihre Unterstützung zu früh ab, so dass die neu geschaffenen Strukturen häufig noch nicht soweit sind, ihre Arbeit eigenständig fortzuführen. Wir werden SHL Kosova weiterhin beratend und finanziell zur Seite stehen und so die neu gewonnene Eigenständigkeit auch zur weiterhin erfolgreichen Umsetzung ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Denn eines ist nicht zu vergessen: es geht um die Jugendlichen!
SHL ist seit 1999 im Kosovo aktiv. Während des Krieges haben wir humanitäre Hilfe geleistet, nach Ende der NATO-Kampfhandlungen mehrere Schulen wiederaufgebaut und mit Material ausgestattet. Inzwischen fördert SHL die langfristige Jugend- und Bildungsarbeit im Land. Seit 2000 ist SHL in der ethnisch geteilten Stadt Rahovec/Orahovac aktiv und setzt sich mit dem eigens gebauten Jugendzentrum über die ethnische Teilung der Stadt hinweg.
Das jahrelange Engagement von SHL und die Begleitung des Rahovec/Orahovac-Projekts auf dem Weg zu einer eigenständigen Organisation honorierten auch die Besucher der offiziellen Veranstaltung, unter denen Vertreter der Gemeindeverwaltung, des United Nations Development Programme (UNDP), der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Kosovo Force (KFOR) waren.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Übergabe des Logos für die frischgebackene Organisation SHL Kosova durch den Geschäftsführer der Stiftung Schüler Helfen Leben Rüdiger Ratsch-Heitmann.
Begleitet wurde die Übergabezeremonie durch Darbietungen engagierter Jugendlicher, die Kostproben aus dem bunten Kultur- und Bildungsangebot des Jugendzentrums in Rahovec/Orahovac gaben. Es gab Tanzeinlagen von Capoeira bis Modern Dance und Vorträge aus der eigenen Jugendzeitung. Anschließend wurde am üppigen Buffet unter musikalischer Begleitung eines Streichquartetts geschlemmt. Auf der Party am Abend hatten die Gäste der Zeremonie dann viel Zeit für Gespräche.
Miteinander Leben (unterstützt seit 2007)
Die Region Südserbien mit dem angrenzenden Kosovo und Nordmazedonien ist seit Jahren ein Brennpunkt ethnischer Spannungen und Auseinandersetzungen. Seit September 2007 fördert SHL ein grenzübergreifendes Jugendprojekt, das helfen soll, durch professionelle Kinder- und Jugendarbeit, zur Aussöhnung und Verständigung beizutragen.
Wie es häufig am Balkan üblich ist, bevölkert ein buntes Gemisch an Volksgruppen die Region. Serben, Albaner, Mazedonier und Roma leben seit Jahrhunderten - leider nicht immer friedlich - nebeneinander. Gerade die Konflikte in den letzten 10 Jahren im Kosovo und in geringerem Umfang in Südserbien und Mazedonien, haben zu Misstrauen und Vorurteilen in der Bevölkerung geführt. Die schlechte politische Situation hat natürlich auch die soziale und wirtschaftliche Lage in dieser ohnehin strukturschwachen Region weiter verschlechtert.
Wie fast überall haben unter diesen Bedingungen besonders Kinder und Jugendliche zu leiden. Eine professionelle Betreuung außerhalb der Schulzeit ist praktisch nicht vorhanden, Jugendzentren wurden geschlossen und viele Flüchtlingskinder erhalten keinerlei Unterstützung bei der Aufarbeitung von Traumata. Das von SHL unterstützte und der AWO Bremerhaven in Kooperation mit verschiedenen lokalen Organisationen durchgeführte Projekt bemüht sich durch die Instandsetzung und Wiedereröffnung von zwei Jugendzentren in Bujanovac (Südserbien) und dem nur wenige Kilometer entfernten Kosovska Kamenica (Kosovo) eine Vielzahl bestehender Probleme bei Jugendlichen in der Region zu bearbeiten.
Neben schulischer und beruflicher Bildung werden kreative Freizeitgestaltung, die Integration von Flüchtlingen und Rückkehrern sowie eine psychosoziale Betreuung benachteiligter Kinder und Jugendlicher angeboten. Gleichzeitig entstehen durch die Teilnahme von Jugendlichen aus dem nordmazedonischen Kumanovo auch länderübergreifende Begegnungsmöglichkeiten in Form von Jugendcamps und gemeinsamen Ausflügen.
Die Jugendzentren sind für Jugendliche aus allen Bevölkerungs- und ethnischen Gruppen offen, die gemischten Betreuungsteams bestehen aus Pädagogen mit serbischer und albanischer Herkunft. Dadurch wird der Austausch der Jugendlichen über ihre nationalen Identitätsgrenzen hinweg unterstützt, der im Alltag aufgrund von getrennten Schulen für Kinder unterschiedlicher Herkunft oftmals nicht möglich ist. In einem ersten Schritt mussten beide Jugendzentren zunächst renoviert werden, da sie seit Jahren entweder nicht oder zweckentfremdet benutzt wurden. Eine Gruppe aus mazedonischen, serbischen, albanischen und Roma-Jugendlichen, die gemeinsam ein Feriencamp in Kroatien besuchten, haben bereits regen Kontakt untereinander. Im Oktober nehmen die Jugendlichen auch an einer vom Projekt organisierten Friedenstour teil, bei der die Strecke zwischen dem kosovarischen Kamenica und dem serbischen Bujanovac mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Ein erster Schritt, der Hoffnung macht, dass die Grenzen und Mauern in den Köpfen der Menschen Stück für Stück abgebaut werden können.
Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit (unterstützt von 2008 bis 2010)
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Beschäftigungsrate unter Jugendlichen zu steigern. Durch das Stärken und Ausbreiten von bereits bestehenden Initiativen (z.B. in Mazedonien, in Serbien und im Kosovo) soll Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden.
Dazu werden verschiedene Maßnahmen ergriffen: Politische Maßnahmen:
- Lokale und nationale Politiker und Manager werden eingeladen, um den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit zu unterstützen.
Weiterbildende Maßnahmen:
- Praktikumsangebote bei Unternehmen für 16-30 Jährige
- Verbesserung der Fähigkeiten und Kenntnisse für den Arbeitsmarkt
- Verbesserung der Kooperationen mit Unternehmen
Warum?
Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen auf dem Balkan ist rund dreimal höher als in den EU-Ländern. In manchen Regionen, wie zum Beispiel im Kosovo, haben von 100 Jugendlichen gerade mal 40 eine Beschäftigung, oftmals auch noch eine unterbezahlte.
Besonders problematisch ist die Situation, wenn Schulabgänger direkt in die Langzeitarbeitslosigkeit entlassen werden. Während ihre Leistungsfähigkeit und Motivation immer mehr abnimmt, steigern sich gleichzeitig Perspektivlosigkeit und Unmut über ihre Situation.
Die Unternehmen haben praktisch keine Erfahrung mit jungen Menschen;
Praktika sind so gut wie unbekannt.
Insgesamt sind die negativen Folgen und Probleme, die Jugendarbeitslosigkeit mit sich bringt, in dieser Region noch immer weitgehend unbekannt.
Daher verstehen viele - vor allem Politiker - auch nicht, wie problematisch es ist, dass die Jugendlichen in der Schule nicht die Bildung erhalten, die sie für einen späteren Job benötigen.
Wie?
Wir möchten den Jugendlichen vor allem 3-monatige Praktika in Unternehmen vermitteln. Ziel ist es, bis zu 400 Jugendlichen (100 Jugendliche pro Land) einen Praktikumsplatz anbieten zu können.
Jungunternehmer wollen wir mit Fördermitteln und Seminaren unterstützen, damit sie ihre Ideen umsetzen können.
Kooperationen mit nationalen Arbeitsagenturen und Kommunen werden vorangetrieben. Gespräche zum Thema Jugendbeschäftigung werden mit allen wichtigen Akteuren gesucht.
Für wen?
Das Projekt richtet sich zum einen an junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren, die Unterstützung bei der Suche nach Arbeit benötigen. Zum anderen wird auch der Kontakt zu Regierungs- und Wirtschaftsvertretern auf lokaler und nationaler Ebene gesucht, um die Rahmenbedingungen für Beschäftigungen zu verbessern.








