Von SHL unterstützte Projekte in Bosnien-Herzegowina

SHL-Office Sarajevo (besteht seit 1996)

SHL-House (besteht seit 1998)

Die Zukunft ist Heute (unterstützt von 2002 bis 2010)

Ausbildungsprogramm für Roma-Kinder (unterstützt seit 2005)

Kindertagesstätte Maglaj (unterstützt von 2006 bis 2008)

Kreative Schaffenskraft (unterstützt seit 2006)

Gemeinsam unter einem Dach (unterstützt seit 2011)

SHL-Office Sarajevo (besteht seit 1996)
Bosnien-Herzegowina

Warum?

Bosnien und Herzegowina ist als Folge des Krieges (1992-1995) noch immer stark gespalten. Leider spiegelt sich diese Teilung auch im Bildungssektor wider: Die Schülerinnen und Schüler werden meist nach Nationalität getrennt unterrichtet (auf jeden Fall im Sprach- und Geschichtsunterricht). Zudem sind die Unterrichtsmethoden veraltet und Frontalunterricht gehört zum Alltag.

Auch außerhalb der Schule sind Jugendliche in Bosnien und Herzegowina mit vielen Problemen konfrontiert: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, politische Krisen sind an der Tagesordnung und Jugendlichen wird nur selten das Angebot gemacht, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Deshalb sind viele Jugendliche von ihrer Situation frustriert und unmotiviert, sich zu engagieren.

Was?

SHL fördert das Engagement von jungen Menschen. Durch Fonds für Jugendprojekte (FOP) wird Jugendlichen die Möglichkeit gegeben,  eigenverantwortlich kleine Projekte in der Gemeinde, der Schule, im Dorf oder auch innerhalb einer kleinen Organisation durchzuführen. Zusätzlich hat sich aus der jahrelangen Unterstützung (seit Mitte der 1990er Jahre) von Schülerinnen und Schülern eine bosnienweite Schülervertretung (ASuBiH) entwickelt, die mittlerweile seit vier Jahren als eigenständige Organisation besteht. Darüber hinaus hat sich zeitgleich die ebenfalls landesweit arbeitende Jugendmedienagentur ONAuBiH gegründet. Sie setzt sich für die Vernetzung, Ausbildung und Veröffentlichung von Artikeln von jungen Medienmachern ein.  In beiden Organisationen können sich Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen gemeinsam engagieren.

Außerdem bietet SHL Seminare an, in denen Jugendliche Fähigkeiten erlernen können, die sie für ihr Engagement brauchen - zum Beispiel, wie man die Öffentlichkeit auf Probleme aufmerksam macht.

Wie?

Fonds für Jugendprojekte

Seit Anfang 2009 können sich Jugendliche mit eigenen Projektideen bei dem Fonds für Jugendprojekte (FOP) bewerben. Von den eingegangenen Bewerbungen sucht SHL die besten Ideen heraus, um sie finanziell und beratend zu unterstützen. Insgesamt konnten seit Einrichtung des Fonds über 140 Projekte unterschiedlichster Art gefördert werden. Seit 2011 wird der Fonds von einem Netzwerk Jugendlicher unterstützt, die andere junge Menschen in ihrer Region bei der Antragstellung und Durchführung der Projekte unterstützen und mitentscheiden, welche Anträge ausgewählt werden.

Landesweite SV und Jugendmedienagentur

SHL arbeitet schon seit vielen Jahren mit Schülervertretern und jungen Journalisten zusammen.  Die bis 2008 durchgeführten Aktivitäten führten dazu, dass in dem Jahr die bosnienweiten und ethnienübergreifenden Jugendorganisationen für Schülervertretungen (ASuBiH) und Jugendmedien (ONAuBiH) gegründet wurden. Beide Organisationen führen mittlerweile selbständig viele Projekte und Aktivitäten durch. Die jährlichen Versammlungen der beiden Organisationen bringen Hunderte Jugendliche aus dem ganzen Land zusammen, um neue Projekte und Vorstandsmitglieder zu bestimmen.

SHL-House (besteht seit 1998)
Seit 1998 Jugendbegegnungshaus - auch frei buchbar für Gruppen

1998 erbaute SHL das in Bosnien und Herzegowina einzigartige Jugendbegegnungs- und Seminarhaus, das SHL-house. Die Idee war es, einen neutralen und atmosphärisch geeigneten Ort im Land zu schaffen, in dem Jugendbegegnungen und Versöhnungsarbeit stattfinden können und der gleichzeitig einen Anlaufspunkt für internationale Gruppen darstellt.

Das SHL-house ist der sichtbare Erfolg vom ersten Sozialen Tag 1998. Mit dem Geld, das deutsche Schülerinnen und Schüler verdient haben, konnten wir das Haus kaufen und zu einem einzigartigen Seminarhaus umbauen. Für Schüler und Studenten aus Bosnien und Herzegowina selbst - aber auch aus der ganzen Welt - besteht hier die Möglichkeit, Seminare, Arbeitstreffen und Klassen- oder Studienfahrten zu veranstalten. 2007 haben zum Beispiel mehr als 22 externe und 16 interne (von SHL organisierte) Seminare stattgefunden. Bis zum Jahr 2004 war im Haus auch das SHL-office untergebracht. Alle Überschüsse, die das Haus als selbstständiges Projekt erwirtschaftet, werden für die Jugendarbeit von SHL in Bosnien und Herzegowina verwendet.

In einem Land wie Bosnien und Herzegowina, in dem einem noch immer alltäglich Vorurteile gegenüber der jeweils anderen ethnischen Bevölkerungsgruppe begegnen, ist das SHL-house ein besonderer Ort. Ob jemand Kroate, Serbe oder Bosniake ist, spielt hier keine Rolle. Das ist keine Selbstverständlichkeit, da viele Menschen noch immer unter den traumatischen Erfahrungen des Krieges leiden. Ideologisch neutral bietet das Haus fruchtbaren Boden für neue Ideen, gemeinsame Arbeit und neue Freundschaften. Das Zusammenwohnen und der Austausch mit internationalen Gruppen wirken dabei inspirierend.

Das Haus bietet neben technisch multifunktional ausgestatteten Seminarräumen komfortable Jugendherbergszimmer. Auch Einzelzimmer für Betreuer können gemietet werden. Weitere Informationen zu einer Klassen- oder Gruppenreise ins SHL-house findet ihr hier.

Die Zukunft ist Heute (unterstützt von 2002 bis 2010)
Bosnien-Herzegowina

Durch das Engagement der SchülerInnen am Sozialen Tag 2002 konnten wir das Jugend- und Ausbildungszentrum in Kri?evići (Ostbosnien) finanzieren. Dort kommen Jugendliche aus der Umgebung - Serben und Bosniaken - zusammen. Sie nehmen an Seminaren und Workshops teil oder verbringen einfach ihre Freizeit zusammen.

Der Nordosten Bosniens ist ein ländliches Gebiet, in dem vor dem Krieg bosnische Serben und Bosniaken gemeinsam gelebt haben. Während des Krieges war es besonders stark von Verwüstungen, Menschenrechtsverletzungen und ethnischen Vertreibungen betroffen. Die bisherige Friedens- und Versöhnungsarbeit konnte bisher noch keinen entscheidenden Beitrag leisten.

Mit dem Geld, das SchülerInnen während des Sozialen Tages 2002 erwirtschaftet haben, wurde das Jugendzentrum und ein Kleinbetrieb für ländliche Entwicklung aufgebaut. In der geschützten Atmosphäre des Jugendhauses gehen nun Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander zu. Serben und Bosniaken sollen wieder friedlich zusammenleben: An diesem Ziel arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern IPAK BiH und dem Berghof Forschungszentrum für Konstruktive Konfliktbearbeitung.

Vielfältiges Angebot an Jugendliche
Ob zu Fremdsprachen oder Informatik: Im Jugendzentrum werden Seminare mit verschiedensten Inhalten angeboten. Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können die Heranwachsenden auch in diversen Workshops. In Holzworkshops entstehen etwa alle möglichen Kunst- und Nutzungsprojekte. Auch Freizeitaktivitäten, wie etwa Sportturniere oder Disko-Veranstaltungen finden ihren Platz im Jugendzentrum möglich. Den Jugendlichen steht eine pädagogische, berufliche und soziale Beratung zur Seite. Eine Jugendgenossenschaft bietet Schreiner- und Agrarkurse an. Unter dem Motto: "Die Zukunft ist Heute" können Jugendliche so einiges lernen: Inzwischen wachsen in den Gewächshäusern der Jugendgenossenschaft die leckersten Erdbeeren der Gegend. Nach drei Jahren Jugendzentrum und Jugendgenossenschaft stoßen die Angebote des Jugendzentrums auf eine immere größere Nachfrage.

Die Verknüpfung von Friedens- und Entwicklungsarbeit vernetzt die Gemeinden untereinander, beteiligt junge Menschen am Aufbau einer friedlichen Zivilgesellschaft und bringt die einst vergessene Region regional und international ins Gespräch. Ein ermutigender Anfang, den wir fortsetzen wollen!

Ausbildungsprogramm für Roma-Kinder (unterstützt seit 2005)
Bosnien-Herzegowina

Mit unserem Projekt der Sommerschulen in Bijeljina und Zivinice wollen wir die Situation der Roma im Nordosten Bosnien-Herzegowinas verbessern. Durch Erhöhung ihres Bildungsniveaus soll die ausgegrenzte Minderheit zur aktiven Teilnahme an der Zivilgesellschaft befähigt und ermutigt werden.

Warum?

Die Probleme der Roma in der Region sind vielfältig. Die Wohnsituation ist katastrophal und die Mehrheit hat keine Arbeit und damit auch keine aussichtsreiche Zukunftsperspektive. Außerdem können die meisten nicht richtig lesen und schreiben. Das führt dazu, dass viele Roma die staatliche Unterstützung, die auch ihnen zusteht, nicht kennen und dementsprechend auch nicht in Anspruch nehmen.

Was?

Das Projekt ermöglicht Roma-Kindern den Zugang zur Schulbildung und versucht, die Zahl der Schulabbrüche zu verringern. Innerhalb der Roma-Gemeinschaft soll zudem ein stärkeres Bewusstsein für gesellschaftliche Werte sowie für Bildung und Engagement geweckt werden.

Wie?

Integration & Bildung

Das Hauptziel des Projekts ist die nachhaltige Stärkung der Roma-Gemeinschaften in den Gemeinden Bijeljina (im serbischen Teil Bosnien und Herzegowinas) und Zivinice (im bosniakisch-kroatischen Teil). Bildung wird dabei als Grundvoraussetzung für die Überwindung der Armut und die Integration in die Gesellschaft angesehen. Daher sorgt das Projekt dafür, dass Roma-Kinder zur Schule gehen können. Zudem versucht es, die soziale Kluft zwischen Roma und Nicht-Roma zu verringern und Vorurteile abzubauen.

Gezielte Unterstützung rund um den Schulbesuch

Um diese Ziele zu erreichen, werden unterschiedliche Programme durchgeführt. In einem Workshop in gewaltfreier Kommunikation für Roma- und Nicht-Roma-Kinder, der einmal wöchentlich stattfindet, werden zum Beispiel Spiele veranstaltet. Diese führen dazu, dass  Vorurteile abgebaut werden und sich die Kinder  vertrauen.  Außerdem werden in Bijeljina und Zivinice jedes Jahr Sommerschulen durchgeführt, die Roma-Kinder im Vorschulalter auf die Einschulung vorbereiten. Das Team des Projekts unterstützt aber auch lernschwächere, bereits eingeschulte Kinder durch zusätzlichen Unterricht. Für die Klassen eins bis sechs findet einmal wöchentlich ein 90-minütiger Nachhilfeunterricht statt.  Während des gesamten Schuljahres werden zudem wöchentliche Treffen in den Siedlungen der Kinder angeboten. Diese befassen sich mit Themen wie Demokratie, Kultur, Kinderrechten oder Freizeitangeboten. Außerdem werden die Kinder dort beraten, wenn sie Probleme haben.

Förderung von Engagement

Seit drei Jahren ist die Förderung des Engagements von lokalen Jugendlichen ein besonderer Schwerpunkt des Projekts. Mittlerweile gibt es eine Gruppe von Roma-Freiwilligen, die regelmäßig in die Aktivitäten des Projekts eingebunden sind. Sie lernen dabei unter anderem, wie sie selbst Kurse und Workshops anbieten können. Diese Jugendlichen sind positive Vorbilder für Gleichaltrige sowie für die ganze Gemeinde.

Kindertagesstätte Maglaj (unterstützt von 2006 bis 2008)
Bosnien-Herzegowina

Dieses Projekt wird mit Mitteln des Sozialen Tages 2006 finanziert. Schüler wählten die Tagesstätte für behinderte Kinder in Maglaj auf den ersten Platz ihrer Rangliste. Mit diesem Hilfsprojekt wollen wir Kinder individuell betreuen und dadurch ihre Lebensbedingungen erheblich verbessern.

Die Arbeit mit behinderten Menschen steht in Bosnien-Herzegowina noch am Anfang. Erst in den Jahren nach Ende des Krieges (d.h. nach 1995) kam die Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe, auch aufgrund des Engagements ausländischer Organisationen in Gang. Kinder und Jugendliche wurden und werden noch immer häufig in so genannte Heime abgeschoben, deren Kapazität allerdings sehr beschränkt ist, oder in den Häusern ihrer Familien versteckt. Nachbarn, vor allem in ländlichen Bereichen, wissen daher in vielen Fällen noch nicht einmal von der Existenz dieser Kinder. Für viele Jugendliche, die aufgrund ihrer Behinderung nicht die Schule besuchen können, stellt die Errichtung einer Tagesstätte die einzige Möglichkeit dar, Zugang zu Bildung, Betreuung und gezielter Individualförderung zu erhalten. Gleichzeitig bietet dies für viele der Jugendlichen die einzige Gelegenheit, mit Menschen außerhalb ihrer Familie überhaupt in Kontakt zu treten.

Das im Krieg zerstörte Gebäude des Sozialzentrums von Maglaj wird zurzeit wieder aufgebaut und ist eine von nur drei Einrichtungen dieser Art für Behinderte in ganz Bosnien-Herzegowina. Mit dem Geld des Sozialen Tages möchte unser Partner Societas Humanitatis die Räumlichkeiten des Zentrums für 50 behinderte Kinder ausstatten und ihre Betreuung für mindestens zwei Jahre sicherstellen. Die Tagesstätte soll täglich und ganztags geöffnet sein und eine professionelle Betreuung für die Kinder und Jugendlichen anbieten. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit der Sonderschulabteilung der Grundschule in Maglaj erfolgen, um den Kindern, die die Fähigkeiten mitbringen, eine schulische Grundbildung zu ermöglichen. Perspektivisch angedacht ist es, das Programm auszuweiten und behinderten Personen auch nach dem Schulabschluss ein Werkstattangebot zur Verfügung zu stellen. Für Personen, die aus schwer erreichbaren Dörfern und Ansiedlungen die Tagesstätte besuchen, soll künftig eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden.

Durch seinen Pilotcharakter leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, um den behinderten Jugendlichen in dieser Region und darüber hinaus Partizipations- und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Die gezielte Einbindung lokaler Initiativen und staatlicher Verantwortungsträger vor Ort sichert von Beginn an die Nachhaltigkeit des Projekts, auch und vor allem nach dem Auslaufen der finanziellen Unterstützung aus dem Ausland. Die dafür nötigen Verträge mit den lokalen Behörden wurden in den letzten Tagen bereits unterzeichnet.

Kreative Schaffenskraft (unterstützt seit 2006)
Bosnien-Herzegowina

Dieses Projekt wird mit den Mitteln des Sozialen Tages 2006 finanziert. Sein Ziel ist es, geistig und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre psychischen und physischen Fähigkeiten durch kreative Methoden des Ausdrucks zu verbessern.

Warum?

Kinder mit Behinderungen werden in Bosnien und Herzegowina wegen ihrer körperlichen Defizite oft ausgegrenzt. Sie kämpfen nicht nur ständig mit architektonischen Barrieren, sondern sind auch gesellschaftlichen Vorurteilen ausgesetzt. Diese täglichen negativen Erfahrungen führen bei den Kindern zu einem geringen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Oft ziehen sich die Betroffenen und ihre Verwandten aus dem öffentlichen Leben zurück, was eine Verschärfung der sozialen Ausgrenzung dieser Kinder und Jugendlichen zur Folge hat.

Was?

Ziel des Projektes ist die Förderung der psychischen und körperlichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Dies soll durch verschiedene kreative Methoden erreicht werden. Zudem wird daran gearbeitet,  die Kinder und Jugendlichen dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren.

Wie?

Kommunikation und Weiterentwicklung durch Kreativität

Durch ihre langjährige Arbeit mit Kindern mit Behinderungen wissen die Therapeutinnen und Therapeuten von Koraci Nade, dass Wörter bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen nur ungenügende Kommunikationsmittel sind. Erst der kreative Ausdruck eröffnet neue Wege und Möglichkeiten für die Kommunikation mit der Umgebung. Die Möglichkeit, sich zum Beispiel durchs Malen auszudrücken, erlaubt  den Kindern und Jugendlichen, ihre psychischen und körperlichen Fähigkeiten zu entdecken. Die Kinder entwickeln sich dabei sowohl auf motorischer als auch auf persönlicher Ebene weiter. Mittlerweile sind über 40 Kinder und Jugendliche mit mehrfachen Behinderungen im Alter von 7 bis 20 Jahren und deren Eltern in das Projekt eingebunden. Aber auch Kinder ohne Behinderungen aus benachbarten Kindergärten und Schulen nehmen an den Aktivitäten teil. Das Team von Koraci Nade wird in der Umsetzung der Aktivitäten von Studentinnen und Studenten unterstützt.

Professionalität und Vernetzung

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um sich zum Beispiel im Bereich der Kunsttherapie über neue Ansätze zu informieren. Anschließend setzen sie diese in den Aktivitäten des Projekts um. Durch diese regelmäßigen Weiterbildungen sowie eine lokale und internationale Vernetzung mit ähnlichen Organisationen ist die Arbeit des Zentrums sehr fortschrittlich und hochwertig. Seit der Eröffnung des neuen Zentrums im Juli 2010 steht deutlich mehr Platz für die Betreuung der Kinder zur Verfügung und auch das Betreuungsangebot konnte ausgebaut werden.

Sensibilisierung durch kreative Workshops und Ausstellungen

Die kreativen Workshops richten sich zwar in erster Linie an Kinder mit Behinderungen. Es werden jedoch auch regelmäßige Treffen mit Kindern ohne Behinderungen organisiert. Dadurch soll der Abbau von Vorurteilen und damit auch die nachhaltige Integration von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft gefördert werden. Mit den gleichen Zielen werden jedes Jahr mehrere öffentliche Ausstellungen mit den Werken der Kinder gezeigt. So wird auch eine positive Identifikation der Eltern mit ihren Kindern gefördert.

Gemeinsam unter einem Dach (unterstützt seit 2011)

In Bosnien und Herzegowina werden Schüler der verschiedenen Ethnien noch immer voneinander getrennt. Im Unterricht lernen sie häufig eine einseitige Darstellung der Geschichte, im Sprachunterricht werden Unterschiede gemacht, wo eigentlich keine sind und selbst auf dem Schulhof stehen oft Zäune, um den Kontakt zwischen den Jugendlichen zu verhindern.

Im Rahmen des Projektes "Gemeinsam unter einem Dach" werden in Workshops an zwölf Schulen in Zentralbosnien sowohl Lehrer als auch Schüler dazu angeregt, die ethnische Teilung in ihren Schulen und in ihrem Land in Frage zu stellen. Ein Schwerpunkt dieser Workshops liegt auf friedlicher Konfliktlösung. Auch ca. 100 Puppentheater-Aufführungen sensibilisieren Kinder für die aktuelle Situation. Gleichzeitig soll auch auf ministerieller Ebene darauf hingewirkt werden, die Teilung der Schulen abzuschaffen.

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