Interview mit dem Leiter von SHL Kosova

SHL Kosova in Rahovec/Orahovac leistet Jugendarbeit in der zwischen Kosovo-Albanern, Kosovo-Serben und Roma geteilten Gemeinde im Süden des Kosovos. Seit Kurzem ist mit Shkumbin Arifi (43), der ab 2012 der neue Programmleiter sein wird, ein neues Teammitglied an Bord. Im Zuge seiner Berlin-Reise konnten auch wir das neue Gesicht bei SHL Kosova kennenlernen und mit ihm über seine persönlichen Eindrücke sowie Perspektiven der Jugendarbeit in der kosovarischen Gemeinde sprechen.

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Das Projekt des Sozialen Tages 2011 - Die Partnerorganisation

In Bosnien und Herzegowina werden Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Bevölkerungsgruppen noch immer voneinander getrennt. Diese Tatsache und das Konzept der bosnischen Organisation Genesis überzeugte Dutzende Schülerinnen und Schüler auf dem Projektauswahltreffen im vergangenen Juni. Sie entschieden: Das Projekt "Gemeinsam unter einem Dach" wird von den Mitteln des Sozialen Tages gefördert.

Wie sieht die Arbeit im Projekt genau aus? Welche lokale Organisation setzt das Projekt um? Wer ist am Projekt beteiligt? Einblicke in die Aktivitäten und Herausforderungen des Projekts konnten Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung im Oktober gewinnen.

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Molotow-Anschläge auf Jugendzentrum in Novi Sad

Berlin, 30.09.2011. Unbekannte verübten Anschläge auf das Jugendzentrum CK13 in Novi Sad (Serbien). In der Nacht vom 28. auf den 29. September warfen sie drei Molotow-Cocktails auf das Gelände des Zentrums. Gäste, die in dem Gebäude übernachteten, konnten das Feuer löschen, so dass keine Personen körperlich verletzt wurden.

Dennoch wird dieser Anschlag tiefe Wunden hinterlassen. Er stellt den Höhepunkt einer Serie von Anschlägen gegen das von Schüler Helfen Leben unterstützte Zentrum in Nordserbien dar. In den vergangenen zwei Monaten wurde es bereits viermal attackiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informierten die Behörden über die Vorfälle, aber bisher wurden keine Täter ermittelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendzentrums kritisieren die passive Haltung der Polizei.

Es wird vermutet, dass das CK13 Ziel von nationalistischen Angriffen wurde, da es mit der "Lesbenorganisation von Novi Sad" zusammenarbeitet. Das Jugendzentrum versteht sich als Ort, in dem sich alle toleranten Menschen treffen und austauschen können. 

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Interview mit Visnja Sijacic vom Jugendzentrum CK13

Seit 2006 unterstützt die Stiftung Schüler Helfen Leben das Jugendzentrum CK13 im nordserbischen Novi Sad. Ende April sprachen wir mit Visnja Sijacic, die dort als Programmkoordinatorin arbeitet, über ihre alltägliche Arbeit, die größten Herausforderungen des Zentrums sowie über Unbekannte, die die Außenwände des Zentrums mit "Nachrichten des Hasses" beschmierten.

Wie sieht eine typische Woche im Jugendzentrum CK13 aus?

Eine typische Woche im CK13 besteht aus der Planung und Umsetzung von verschiedenen Aktivitäten. Normalerweise zeigen wir pro Woche ein bis zwei Filme und  organisieren zwei Konzerte. Außerdem finden bei uns öffentliche Debatten über verschiedene soziale und künstlerische Themen und Workshops statt. Das ist das, was die Besucher des Zentrums mitkriegen. Für uns, die im CK13 arbeiten und freiwillig engagiert sind, beinhaltet eine typische Woche auch tägliche Meetings, Email-Korrespondenz, die Organisation von Ausflügen sowie die Programmplanung für die künftigen Wochen.

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Der Internationale Tag der Roma in Tirana

Bunt, fröhlich und laut. So begingen Kinder und Jugendliche in Tirana den Internationalen Tag der Roma  am 8. April 2011. Sie nutzten diesen Tag, um die albanische Öffentlichkeit auf die Situation der Roma aufmerksam zu machen.

Zusammen mit anderen Akteuren organisierten die Mitarbeiter des Projekts "Straßenkindern eine Chance", das von den Mitteln des Sozialen Tages 2010 gefördert wird, mehrere Aktionen. Der Höhepunkt der Aktivitäten war eine friedliche Demonstration auf der Hauptstraße von Tirana. Dutzende Kinder und Jugendliche machten sich mit Transparenten und Plakaten für das Recht auf Bildung und die Gleichbehandlung von allen Kindern stark. Denn gerade Roma-Kinder, von denen viele auf der Straße leben, haben es in Albanien sehr schwer. Oft werden sie von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert und ausgeschlossen. Und insbesondere der Zugang zu Bildungsangeboten ist für sie steinig, da viele nicht staatlich registriert sind.

Neben der Demonstration fand auch ein Konzert statt. Besonders erfreulich für die Organisatoren: Auch der Bürgermeister Tiranas war unter den Besuchern. Zudem wurde der Anlass des Internationalen Tages der Roma dazu genutzt, um auf einer Konferenz über die Probleme der Roma in Albanien zu diskutieren. Unter den Rednern waren der Präsident Albaniens sowie der Leiter des Projekts "Straßenkindern eine Chance", Zini Kore.

Zu den Bildern des Internationalen Tages der Roma

Jahresbericht 2010

Der Soziale Tag 2011 fand am 8. Juni statt. Wir nehmen dies zum Anlass, auf unseren Jahresbericht 2010 hinzuweisen. Uns ist es wichtig, dass alle am Sozialen Tag Beteiligten umfassend über unsere Arbeit und unsere Projekte auf dem Westlichen Balkan informiert sind. In dem Bericht informieren wir unter anderem über das Projekt des Sozialen Tages 2010, unsere operativen Tätigkeiten in Bosnien und Herzegowina, die Organe der Stiftung und legen auch einen Bericht über unsere Finanzen vor.

Prof. Dr. Christian Schwarz-Schilling, der ehemalige Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, schreibt in seinem Vorwort: "Die Projektarbeit, die heute von Schüler Helfen Leben vor Ort geleistet wird, ist immens wichtig für die Hilfe zur Selbsthilfe. Schüler Helfen Leben finanziert Projekte lokaler Organisationen und nur wer vor Ort agiert weiß, worum es wirklich geht. Schüler Helfen Leben schafft konkrete Perspektiven in den Bereichen Bildung, Soziale Inklusion, Friedens- und Versöhnungsarbeit und in der Förderung der Jugendbeschäftigung. Wenn so manche Entscheider sich alles vor Ort ansehen würden, würden sie später am Schreibtisch sicher anders entscheiden."

Die "Kinder von Boiu": Das Projekt trägt sich selbst

Nachhaltigkeit - kaum ein Wort wird lieber verwendet in den Reden von Politikern und Unternehmern. Und auch die meisten Hilfsorganisationen und Stiftungen haben den Anspruch, nachhaltige Arbeit zu leisten. Schüler Helfen Leben ist da keine Ausnahme. Aber was verbirgt sich konkret hinter diesem Anspruch? Ein schönes Beispiel für Nachhaltigkeit ist das Projekt "Die Kinder von Boiu", das die Stiftung von 2004 bis 2008 gefördert hat.

Zusammen mit der Stiftung Media errichtete Schüler Helfen Leben damals einen ökologischen Ausbildungsbauernhof in Transsilvanien. Dieser Hof in dem kleinen Dorf Boiu ermöglichte es Jugendlichen und insbesondere jungen Roma zum ersten Mal, in Rumänien eine der deutschen landwirtschaftlichen Lehre verwandte Ausbildung zum Landwirtschaftshelfer zu absolvieren. Das Ziel dieses Projekts war es, den Jugendlichen der extrem armen Region eine berufliche Ausbildung und damit eine Perspektive zu bieten. Dabei war von Anfang an klar: In der Aufbauphase wird der Hof finanziert, danach soll er kostendeckend arbeiten.

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Interview mit Danica Bojić

Die Union Serbischer Schülervertretungen (UNSS) ist das Netzwerk der einzelnen Schülervertretungen an serbischen Schulen. Sie hat ihren Sitz in der Hauptstadt Belgrad und wird von Schüler Helfen Leben (SHL) seit 2010 unterstützt.

Danica Bojić (19) aus Belgrad ist Vorstandsmitglied und internationale Vertreterin der UNSS. Sie erzählte uns in einem Gespräch von den Aktivitäten der UNSS und ihrer Arbeit für die Organisation.

Was würdest du als euren bisher größten Erfolg beschreiben?

Wir haben an einem großen Projekt namens "Ein neues Modell der Schülervertretung" gearbeitet. Dazu haben wir viele Workshops veranstaltet und eine Befragung unter 8.000 Schüler/-innen und über 1.000 Lehrer/-innen aus ganz Serbien durchgeführt, um herauszufinden, worauf sie bei der Vertretungsarbeit am meisten Wert legen. Am Ende der Auswertung war klar, dass es vor allem wichtig sein würde, Schülervertretungen gesetzlich zu verankern um sie an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Also bemühten wir uns um Unterstützung von Parlamentarier/-innen. Nach sechs Monaten harter Arbeit hatten wir es geschafft: Das Gesetz wurde verändert! Danach ging die Arbeit gleich weiter, schließlich mussten wir nun den Schüler/-innen die neuen Möglichkeiten näherbringen...

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Das Projekt des Sozialen Tages 2010 - Was ist bisher passiert?

Am 17. Juni 2010 fand der letzte Soziale Tag statt. Über hunderttausend Schülerinnen und Schüler gingen nicht zur Schule, sondern jobbten und spendeten ihren Lohn an die Hilfsprojekte von Schüler Helfen Leben (SHL). Neben der langfristigen Absicherung der Projekte von SHL ermöglichten sie dadurch auch die Realisierung des Projekts "Straßenkindern eine Chance" in Albanien. Auf dem Projektauswahltreffen, das vom 7. bis zum 9. Mai 2010 in Berlin stattfand, hatten sich Vertreterinnen und Vertreter der am Sozialen Tag beteiligten Schulen für die Förderung dieses Projekts entschieden.

Seit September 2010 läuft das Projekt, das von der lokalen Organisation "ARSIS - Social Organization for the Support of Youth" umgesetzt wird. Schon über 220 Kindern konnte geholfen werden. Und diese Hilfe ist bitter nötig: Straßenkinder und ihre Familien werden diskriminiert und von der albanischen Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossen. Arm und sozial benachteiligt, haben diese Kinder weder eine richtige Kindheit noch Aussichten auf ein besseres Leben für sich selbst oder ihre Familie. Trotzdem kümmern sich weder Staat noch Gesellschaft ernsthaft darum, die Probleme dieser Menschen zu lösen und sie in die Gesellschaft zu integrieren.

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"Ein Kind ist ein Kind. Jedes hat dieselben Rechte." - Interview mit Zini Kore

Zini Kore arbeitet schon seit zwei Jahren für die Organisation ARSIS in Tirana. Seit September 2010 leitet er das Projekt des Sozialen Tages 2010 "Straßenkindern eine Chance". Am Rande eines gemeinsamen Seminars haben wir ihm einige Fragen gestellt.

Was ist das Besondere an dem Projekt "Straßenkindern eine Chance"?

Wir arbeiten auf drei verschiedenen Ebenen: Erstens betreiben wir Straßen- und Sozialarbeit, leisten also direkte Hilfe. Dies tun wir vor allem in sieben Gemeinden, in denen die Straßenkinder besonders schutzlos sind. Zweitens arbeiten wir im Bereich Capacity-Building, also dem Aufbau von Kompetenzen. Wir bilden die Menschen, die mit Straßenkindern zu tun haben, im Bereich Straßen- und Sozialarbeit fort. Das sind Leute aus Partnerorganisationen, aber auch Behörden. Drittens arbeiten wir im Bereich Advocacy, also Lobbyarbeit. Das tun wir sowohl auf lokaler als auch zentralstaatlicher Ebene. So engagieren wir uns in verschiedenen Gremien, Netzwerken und gesellschaftlichen Plattformen, um die Rahmenbedingungen für Straßenkinder zu verbessern. Besonders aktiv ist ARSIS in der Koalition "Zusammen gegen Kinderhandel", die 25 albanische und internationale NGOs umfasst. ARSIS hat zur Zeit die Präsidentschaft dieser Koalition inne.

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