Eindrücke vom Mars Mira anlässlich des 15. Jahrestages von Srebrenica
Jeder, der den Genozid in Srebrenica im Jahre 1995 nicht vergessen kann und möchte, kann beim Mars Mira mitlaufen. Der Marsch ist für viele Überlebende oder Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben, sehr wichtig. Viele von ihnen gehen in diesem Jahr zum ersten Mal mit. Eine Person, die im Juli am Mars Mira teilgenommen hat, hat uns nach ihrer Rückkehr ihre Eindrücke geschildert.
Srebrenica, 7.-11. Juli 2010. Seit 2005 gibt es den Mars Mira, der auf Deutsch übersetzt "Friedensmarsch" heißt. Er wird organisiert, um an die Flucht von 10.000 bis 15.000 Jungen, Frauen und Männern durch die Wälder zu erinnern, nachdem serbische Truppen die muslimische Enklave Srebrenica besetzt hatten. Ungefähr 5.000 Menschen haben es geschafft, dem serbischen Militär durch die Wälder zu entkommen und zu überleben. Alle anderen wurden ermordet.
Keine guten Aussichten für Jugendliche im Kosovo
Heute vor zwei Jahren wurde das Kosovo unabhängig erklärt. Die Stiftung Schüler Helfen Leben möchte anlässlich dieses Tages darauf aufmerksam machen, dass die Lebenssituation von Jugendlichen in diesem von Krieg, Korruption und Armut gebeutelten Land weiterhin schlecht ist.
Berlin, 17.02.2010. Mehr als 50% der Bürger des Kosovo sind Jugendliche. Wiederum die Hälfte der Jugendlichen ist arbeitslos und besonders von Armut betroffen. Viele von ihnen haben nicht einmal die Möglichkeit, nach der Grundschule eine weiterführende Schule zu besuchen, da sie ihre Familien ernähren müssen. Immer mehr von ihnen ziehen vom Land in die Städte, in der Hoffnung auf Arbeit. Leider oft vergeblich.
Bisher hat die kosovarische Regierung nur wenig unternommen, dass Jugendliche ihre bürgerlichen Rechte und Pflichten im politischen Entscheidungsprozess ausüben können. Sowohl auf lokaler, als auch auf regionaler und nationaler Ebene haben Jugendliche bisher kaum Mitspracherechte. Die geringen Beteiligungsmöglichkeiten und die weit verbreitete Korruption nehmen den Jugendlichen die Lust und den Mut, in der Gesellschaft aktiv zu werden und ihre Rechte einzufordern. Vielmehr sind sie resigniert und denken, dass sie an der vorherrschenden Armut und der hohen Arbeitslosigkeit ohnehin nichts ändern können.
Reisefreiheit - aber nicht für alle!
Neue EU-Visa-Regelungen der EU-Kommission für Serbien, Montenegro und Mazedonien treiben einen Keil zwischen einzelne Bevölkerungsgruppen von Bosnien und Herzegowina, Albanien und Kosovo
Berlin, 14. Juli 2009. Am 15. Juli werden die EU-Kommissare Rehn und Barrot, zuständig für Erweiterung und Justiz, verkünden, dass ab dem 1. Januar 2010 die Reisefreiheit für die Länder Serbien, Montenegro und Mazedonien gilt. Kroatische Staatsbürger dürfen bereits seit drei Jahren ohne Visum in die EU einreisen. Doch den Bürgern aus Albanien, dem Kosovo und Bosnien und Herzegowina bleibt die Visa-freie Einreise in die EU weiterhin verwehrt. Genau genommen bedeutet das allein für die muslimischen Bürger des Kosovos und Bosnien und Herzegowina, dass ihnen die Reisefreiheit weiterhin verweigert bleibt, während ihre bosnisch-serbischen und bosnisch-kroatischen Mitbürger schon mal ihre Koffer für ihren EU-Besuch zum Neujahr 2010 packen können. Eine bittere Nachricht - ausgerechnet so nah am Jahrestag des Völkermordes von Srebrenica, an dem tausende bosnische Muslime ermordet wurden.


