Frage des Monats

Was passiert in den Projekten von Schüler Helfen Leben auf dem Balkan? Welche politischen und sozialen Fragen beschäftigen die Menschen in den Ländern Südosteuropas? Und was passiert im Stiftungsbüro in Berlin?

Diese Fragen will die Stiftung Schüler Helfen Leben mit ihrem Newsletter beantworten. Um in Zukunft noch genauer zu wissen, was Sie und Euch interessiert, wollen wir in Zukunft in jedem Newsletter eine "Frage des Monats" beantworten. Wir bitten daher alle an SHL interessierten Menschen - Aktive, Unterstützer, Vereinsmitglieder und Mitarbeiter - ihre Fragen zu den Projekten von SHL, der Situation auf dem Balkan sowie allgemein zur Stiftung an Felix Lorenzen (Email senden) zu schicken.

 

Wir freuen uns auf spannende Fragen und Antworten!

Dezember: Wie wird Weihnachten auf dem Balkan gefeiert?

Im Dezember 2011 kommt die Frage des Monats von Hanna Gabel, Studentin aus Berlin. Sie will wissen: "Wie feiert man Weihnachten auf dem Balkan?"

Die Zeit rund um den Jahreswechsel wird auf dem Balkan aufgrund der Vielzahl an Religionen sehr unterschiedlich - und teilweise gar nicht - gefeiert. Das Weihnachtsfest wird von der katholischen und orthodoxen Bevölkerung ähnlich wie in Deutschland begangen. Je östlicher man jedoch blickt, desto mehr findet man für uns außergewöhnliche Bräuche: So kommt statt dem westlichen Weihnachtsmann oft "Väterchen Frost" und für Weihnachten und Silvester gibt es auf dem Balkan mehr als nur ein Datum.

Bei genaueren Hinblicken wird klar, dass auch hier politische Regime ihre Spuren hinterlassen haben: im sozialistischen Ex-Jugoslawien wurden religiöse Feste nur privat hoch gehalten, heute müssen sich Arbeitnehmer einzeln entscheiden, auf welche Tage sie ihre (arbeitsfreien) Feiertage legen. "Es ist schwierig, über ein Weihnachten auf dem Balkan zu sprechen", so Aida, die Leiterin von SHL Sarajevo, "denn es gibt so viele Bräuche, die die Menschen teilweise voneinander abgrenzen".

Wir haben mit zwei Personen gesprochen, die Weihnachten auf dem Balkan erlebt haben. Sie berichteten uns von einigen der zahlreichen Bräuchen, mit denen das Weihnachtsfest und das neue Jahr auf dem Balkan gefeiert werden.

"Sretan bozic i sretna  nova godina!" ("Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr")

Sandra hat vor einigen Jahren Weihnachten als Freiwillige in Sarajevo erlebt. Sie erzählt, dass dort am 24. Dezember als festlicher Höhepunkt eine Mitternachtsmesse in der katholischen Kirche stattfindet. Von Mitte Dezember bis zum Jahresende ist die Stadt mit bunten Lichterketten geschmückt, die auch während des muslimischen Bayram-Festes aufgehängt werden. Die ursprünglich aus Russland kommende Version von "Väterchen Frost" wird hier "Djed mrazr" genannt, kommt allerdings erst zum Jahreswechsel und bringt den Kindern Geschenke. Das orthodoxe Weihnachtsfest wird - gemäß dem julianischen Kalender - übrigens erst ab dem 6. Januar und das orthodoxe Neujahrsfest am 13. Januar gefeiert. Wer möchte, kann natürlich an allen Terminen feiern.

"Hristos se rodi" ("Christus ist geboren")

Oliver, der in Belgrad lebende SHL-Koordinator, kennt weiterte spannende Traditionen. So wird das Fest des Slava Nikola, einer von vielen Hausheiligen, am 19. Dezember von orthodoxen Familien gefeiert. Auch von der Neujahrstradition "Cesnica" (Brechen von Maiskuchen) berichtet er. In dem Maiskuchen ist eine Münze versteckt. Demjenigen, der den Teil mit der Münze abbricht, soll dem Brauch zufolge Reichtum beschert werden. An Weihnachten sieht man in vielen Gärten zudem eine Feuerstelle, die - während in der Glut gestochert wird - ein Platz zum gemeinsamen Aussprechen von Wünschen ist.

"Grundsätzlich ist jedoch die Silvesternacht des 31. Dezember vor allem für junge Menschen ein Anlass, gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen", erzählt Aida, "zumal der 1. Januar einer der wenigen offiziellen Feiertage für alle ist."



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November 2011: Warum Auslandsfreiwillige?

Die Frage des Monats November kommt von Heidrun Langer, Studentin und Praktikantin. Sie fragt: "Warum werden eigentlich junge Menschen aus Deutschland in die Projekte auf den Balkan entsandt?"

Schüler Helfen Leben (SHL) versteht sich als Organisation von Jugendlichen in Deutschland für Jugendliche auf dem Balkan. Wer sich bei SHL engagieren möchte, kann dies innerhalb Deutschlands bei der Stiftung oder dem Verein machen. Es gibt allerdings noch einen weiteren maßgeblichen Ort, an dem man bei SHL mitwirken kann: auf dem Balkan bei unseren Projektpartnern. Die Jugendlichen, die ihren Freiwilligendienst in Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo sowie Mazedonien oder Serbien machen können, engagieren sich für die Ziele der jeweiligen Organisation und bereichern die Angebote in vielfältiger Weise. Dabei stehen sie auch in kontinuierlichem Austausch mit dem Stiftungsbüro Berlin.

Die Aufgaben

Die Auslandsfreiwilligen wirken aktiv an der Planung der Projekte und Aktivitäten mit. Außerdem sind sie Kommunikationspartner für Interessierte aus Deutschland sowie internationale Organisationen. Insbesondere unterstützen sie die Vermittlung von Bildung, fördern Engagement und lernen durch die gemeinsame Arbeit Hoffnungen, Ideen und Alltag der jeweiligen Zielgruppe kennen. Zu den konkreten Tätigkeiten gehört die Organisation von Diskussionsveranstaltungen, Sprachkursen sowie interkulturellen Begegnungen. Außerdem unterstützen die Freiwilligen partizipative Strukturen und bieten kreative Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche an.

Die Eigeninitiative

Dabei ist vor allem eine Sache wichtig: seinem Einsatz eine ganz persönliche Note zu geben. Nicht selten erzählen Auslandsfreiwillige, dass jene Ideen und Aktivitäten, die von ihren Vorgängern durch persönliches Interesse ins Leben gerufen wurden, von den Jugendlichen vor Ort langfristig weitergeführt und verfolgt werden. ?Coffee and Grounds? beispielsweise ist eine Gesprächsrunde, die von einem Auslandsfreiwilligen vor einigen Jahren im Projekt SHL Kosova ins Leben gerufen wurde und seither von den Jugendlichen dort selbstständig weitergeführt wird. Warum es besonders wichtig ist, dass sich junge Menschen in den Projekten engagieren, ist klar: ihre Perspektive bereichert die Arbeit der lokalen Organisationen. In der Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort geben die Freiwilligen ihre Erfahrungen und Sichtweisen weiter und lernen gleichzeitig neues kennen.

Auf dem Balkan...

Je nach Art und Zielsetzung des Auslandprojektes unterscheiden sich die Tätigkeiten der Freiwilligen. So ist es beispielsweise bei SHL Kosova Konfliktlösung ein wichtiges Thema. Die Auslandsfreiwilligen betreiben Jugendarbeit, die es den Menschen vor Ort ermöglichen soll, trotz des Konfliktpotenzials auf kreative Weise ihre Freizeit gemeinsam zu gestalten und zu verbringen. Dabei ist es oft hilfreich, wenn jemand zur Stelle ist, der nicht direkt in den Konflikt involviert ist.

Die Arbeit des Jugendsozialzentrums Crna Kuca 13 (CK 13) ermöglicht es jungen Menschen in der serbischen Stadt Novi Sad, sich durch soziales Engagement bei Projekten einzubringen und so Einfluss auf das gesellschaftliche Leben zu nehmen. Durch den Austausch von Erfahrungen mit Selbstorganisation und zivilgesellschaftlichem Engagement können sowohl Projektteilnehmer vor Ort als auch die SHL Freiwilligen maßgeblich profitieren.

..und in Deutschland

Durch die Erfahrungen in den Projekten auf dem Balkan verfügen die Auslandsfreiwilligen nach einem Jahr über wichtige Kompetenzen transkulturellen Lernens und sind um viele Erfahrungen reicher. Zurück in Deutschland geben sie ihre Eindrücke und Impulse weiter und fördern damit den interkulturellen Dialog sowie das Interesse und Verständnis für die Situation in den Projektländern von Schüler Helfen Leben.



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Oktober 2011: Was ist eigentlich Burek und wie macht man es?

Im Oktober kommt die Frage des Monats von Mia-Leonie Luckmann, der derzeitigen Praktikantin im Bundesbüro. Sie fragt: "Was ist eigentlich Burek und wie macht man es?"

Burek ist ein typisch südosteuropäisches Gericht aus Blätterteig. Es kann vegetarisch oder mit Hackfleisch gefüllt werden. Wie man es zubereitet und was man dafür alles braucht, das erfährst du hier:

Du brauchst: 500 Gramm Hackfleisch, eine Packung Yufka-Teig (aus dem türkischen Laden deines Vertrauens, alternativ geht auch normaler Blätterteig), 3-5 Zwiebeln und einen Ofen, den du auf 200 Grad vorheizt. Vermenge das Hackfleisch mit den kleingewürfelten Zwiebeln und würze es mit Salz und Pfeffer. Halbiere den ausgerollten Teig und verteile das Hackfleisch auf je einer langen Seite der Hälften. Rolle jetzt das Fleisch in den Teig ein und forme es zu einer Schnecke. Die fertigen Schnecken legst du auf ein Blech, bestreiche sie mit Eigelb und ab damit in den Ofen. Jetzt musst du die Schnecken nur noch alle 15 Minuten erneut mit Eigelb bestreichen. Nach circa einer halben bis dreiviertel Stunde ist der Teig schon goldbraun und verzehrfertig.

Vorsicht vor dem Reinbeißen, es ist verdammt heiß!!! Viel Spaß beim Genießen :)



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September 2011: Wie kann man sich eigentlich bei der Stiftung einbringen?

Die Frage des Monats September kommt von Martin Wilbers, Student und IT-Experte. Er fragt: "Wie kann man sich eigentlich bei der Stiftung einbringen?"

Schüler Helfen Leben wäre nie gegründet worden, hätten sich nicht 1992 junge Menschen entschieden, dem Krieg in Jugoslawien nicht länger tatenlos zuzusehen. Seit 1992 hat sich zwar viel getan, aber noch immer lebt Schüler Helfen Leben (SHL) von dem Engagement junger Menschen.

Viele Mitmach-Möglichkeiten beim Verein...

Die Aktionen des Vereins SHL sind vielen Menschen bekannt: Das Bandbreite des Engagements reicht von Schülerinnen und Schülern, die am Sozialen Tag teilnehmen über Aktive und Freiwillige, die Aktionen in Deutschland und auf dem Balkan planen bis hin zu den Jugendlichen, die Vorstandsmitglieder des Vereins sind. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten, sich beim Verein Schüler Helfen Leben einzubringen. So kann man sich zum Beispiel auch als Arbeitgeber am Sozialen Tag beteiligen oder als Lehrerin eine Unterrichtseinheit zum Balkan gestalten. Viele Informationen über die Mitmach-Möglichkeiten beim Verein gibt es hier.

...und der Stiftung

Aber auch bei der 2002 gegründeten Stiftung, die sich vor allem um die Auslandsprojekte von SHL kümmert, gibt es viele Möglichkeiten, sich einzubringen: An erster Stelle ist das Auslandsfreiwilligenprogramm zu nennen. Jedes Jahr entscheiden sich junge Menschen, für ein Jahr lang in unseren Projekten in Südosteuropa mitzuarbeiten. Die meisten von ihnen kommen direkt von der Schule, aber manchmal entscheiden sich auch Studierende für einen Freiwilligendienst.

Man muss aber nicht auf den Balkan ziehen, um sich bei uns einzubringen: Man kann eine unserer Abendveranstaltungen in Berlin besuchen, die aktuellen Auslandsfreiwilligen auf Seminaren für ihren Einsatz vorbereiten, ein Praktikum absolvieren oder in der Projektvorauswahl mitarbeiten. Oft treffen wir uns auch mit Personen, die an unserer Arbeit interessiert sind und tauschen uns ganz generell aus. So ergeben sich oft interessante Kontakte und Anregungen für beide Seiten.

Partizipative Strukturen

Viele junge Menschen, die Schüler Helfen Leben schon länger kennen, arbeiten auch in unseren ehrenamtlichen Gremien mit: 2011 wurden zum ersten Mal Beiräte eingerichtet. Die Mitglieder dieser Beiräte sind junge Menschen, die Lust haben, an unserer Arbeit mitzuwirken: Sie diskutieren zum Beispiel, welche Projekte wir fördern sollen oder wie die Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung aussehen soll. Mit den Beiräten geben wir mehr Menschen die Möglichkeit, sich in der Stiftung zu beteiligen. Leute, die Lust auf eine Mitarbeit in den Beiräten zu den Auslandsprojekten, dem Auslandsfreiwilligenprogramm oder den Bereichen Kommunikation und Fundraising haben, können sich bei den zuständigen Mitarbeitern melden.

Das oberste Gremium der Stiftung ist ihr Rat. Und auch in ihm arbeiten Ehrenamtliche mit. Alle zwei Jahre wird der Stiftungsrat neu gewählt. Der Vorstand des Vereins ist zudem automatisch Mitglied des Gremiums.

Last, but not least: Dass Schüler Helfen Leben eine sehr junge Organisation ist, ist weitgehend bekannt. Aber auch Personen, die Schüler Helfen Leben erst nach ihrer eigenen Jugend kennengelernt haben, arbeiten bei uns mit: Als Kuratoriumsmitglieder beraten sie unsere Arbeit und haben uns schon oft mit ihrer Erfahrung und ihren Kontakten weitergeholfen.

Um von den Möglichkeiten der Mitarbeit bei Schüler Helfen Leben zu erfahren, sollte man unseren Newsletter abonnieren oder unsere Homepage regelmäßig besuchen. Bei Interesse an einer Mitarbeit in unserer Organisation gilt: Einfach melden!



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Juli 2011: Jedes Jahr neue Kollegen - entwickelt sich da keine Müdigkeit?

Im Juli kommt die Frage des Monats von Meik Otto. Er engagiert sich beim Verein Schüler Helfen Leben. Meik fragt: "Eine neue Freiwilligengeneration des Vereins steht bereits in den Startlöchern, das Team der Stiftung ist ja eher konstant besetzt. Ist es nicht schwierig jedes Jahr mit neuen Jugendlichen so eng zusammenzuarbeiten? Entwickelt sich da keine Müdigkeit?"

Im Sport und in anderen Bereichen gilt der Satz "Never change a winning team" als Weisheit. Bei Schüler Helfen Leben (SHL) ist das anders: Jeden Sommer treten neue Freiwillige an. Zusammen mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen organisieren sie alle anfallenden Aufgaben des Vereins Schüler Helfen Leben. Und da bisher alle Freiwilligengenerationen unglaublich erfolgreich waren, kann man feststellen: Beim Verein Schüler Helfen Leben gilt die Weisheit "Always change a winning team".

"Always change a winning team"

Die Stiftung arbeitet eng mit dem Verein zusammen: Jedes Jahr bekommen wir daher neue Kolleginnen und Kollegen. Und jedes Jahr wird auch ein neuer Vereinsvorstand gewählt, der qua Amt im Rat der Stiftung vertreten ist. Aber es gibt noch mehr personellen Wechsel: Schließlich entsendet die Stiftung jedes Jahr auch Freiwillige in ihre Projekte auf dem Balkan.

Ob sich da eine Müdigkeit entwickelt? Ganz sicher nicht! Erstens sind die Freiwilligen begeistert und hochmotiviert. Und zweitens sollte man nicht bei Schüler Helfen Leben arbeiten, wenn man Veränderungen und Dynamik nicht mag - denn das macht SHL aus!

Einladung zum Beach-Volleyball

Eines ist aber wichtig: Man muss einander kennenlernen. Deshalb laden wir alle neuen Freiwilligen noch vor ihrem Freiwilligendienst in die Stiftung ein und spielen dann gemeinsam Beach-Volleyball. Und während ihres Freiwilligenjahres kommunizieren wir intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundesbüro des Vereins. Wir freuen uns schon auf die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen der Generation 2011/2012 und danken der Generation 2010/2011 für viele motivierende Momente!

Mehr zu der Zusammenarbeit zwischen Verein und Stiftung in der Frage des Monats von Dezember 2010 (siehe unten).



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April 2011: Wie sieht die Arbeit einer Projektkoordinatorin aus?

Die Frage des Monats April kommt von Lena Neumann (17), die gerade ein Praktikum im Bundesbüro des Vereins Schüler Helfen Leben in Neumünster macht. Sie fragt: "Wie sieht die Arbeit der Projektkoordinatorinnen bei der Stiftung Schüler Helfen Leben aus?"

In Sarajevo, 1031 Kilometer von Berlin-Kreuzberg entfernt, vereinbart eine Mitarbeiterin von Schüler Helfen Leben (SHL) gerade telefonisch einen Termin mit einem Schülervertreter. An seiner Schule will sie über den Fonds für Kleinprojekte informieren. Im Jugendzentrum in der ostserbischen Stadt Zajecar, 1160 Kilometer von Kreuzberg entfernt, sitzen die Mitarbeiter zusammen und diskutieren über die nächsten Aktivitäten. Ein kleines Festival ist gerade im Gespräch. Und im Kosovo, 1248 Kilometer von der deutschen Hauptstadt entfernt, gibt eine Freiwillige gerade Deutschunterricht für Kinder, die das Jugendzentrum in Orahovac/Rahovec regelmäßig besuchen.

Viel gemein haben diese Ereignisse nicht. Außer: Sie passieren auf dem Balkan in Projekten von Schüler Helfen Leben. Und: Auf die eine oder andere Weise beschäftigen sich Anna Lange, Bojana Pajic-Rickerts und Sandra Khusrawi, die Projektkoordinatorinnen von der Stiftung Schüler Helfen Leben, mit diesen oder ähnlichen Ereignissen.

Anna, Bojana und Sandra beraten die Projekte von Schüler Helfen Leben nämlich in inhaltlichen Fragen (Beispiel: Wie kann man den Fonds für Kleinprojekte am besten bekannt machen?), betreuen die Projekte administrativ (Beispiel: Kosten für größere Aktivitäten wie ein Festival werden im Budget eingeplant) und informieren sich über die Arbeit in den Projekten (Beispiel: wie viele Kinder nehmen an den Deutschkursen teil?).

Kein fester, immer wiederkehrender Arbeitsalltag

Einen festen - immer wiederkehrenden Arbeitsalltag - gibt es in der Projektkoordination aber nicht. Dafür sind die Aufgaben zu unterschiedlich und zu abhängig von den jeweiligen Entwicklungen in den Projekten. Allgemein sind Anna, Bojana und Sandra zum einen für die administrative Begleitung und Kontrolle zuständig. Die Arbeit in diesem Bereich ballt sich vor allem dann, wenn Budgets erstellt und die Quartals- und Jahresabschlüsse kontrolliert werden müssen. Die Arbeit in anderen Bereichen wie der inhaltlichen und strategischen Begleitung von Projekten intensiviert sich zum anderen vor allem dann, wenn Probleme auftauchen oder identifiziert werden. Zusammen mit den Projektmitarbeitern auf dem Balkan wird dann überlegt, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann. Diese Beratung durch die Projektkoordinatorinnen, die zwar nicht Tag für Tag im Projekt mitarbeiten, aber gerade durch ihre Außenperspektive Probleme und Chancen des Projektes erkennen, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Schüler Helfen Leben auf dem Balkan.

Immer auf dem Laufenden sein

Um eine effektive und projektorientierte Beratung zu gewährleisten, müssen die Projektkoordinatorinnen immer über die aktuellen Entwicklungen in den Projekten auf dem Laufenden sein. Dafür lesen sie die meist vierteljährlichen Berichte der Projektpartner sehr intensiv und kommentieren diese. Auch per Telefon und Skype sind Sandra, Bojana und Anna für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Balkan erreichbar. Manchmal verbringen sie mehrere Stunden am Tag am Telefon bzw. Headset. Darüber hinaus besuchen sie jedes Projekt regelmäßig. Mal steht dabei das reine Informieren im Mittelpunkt, manchmal werden Organisationsentwicklungsprozesse moderiert und oft werden auch gemeinsam Entscheidungen über die Zukunft des Projekts getroffen. Im letzten Jahr stießen Anna und Sandra zum Beispiel zusammen mit den Projektmitarbeitern von dem "Miteinander Leben"-Projekt aus der kosovarisch-mazedonisch-serbischen Grenzregion einen Prozess an, der zu einer höheren Eigenverantwortung und Selbständigkeit der beiden Jugendzentren des Projekts führen soll. Und während eines Projektbesuches in Mazedonien wurde zusammen mit der Projektleitung beschlossen, dass einem Mitarbeiter ermöglicht wird, Lesen und Schreiben zu lernen - auch wenn es für seine Aufgaben im Projekt nicht unbedingt nötig wäre.

Durch die Projektreisen wird auch sichergestellt, dass die Aktivitäten der Projektpartner immer den Grundsätzen von SHL entsprechen und zum Beispiel offen für alle Kinder und Jugendlichen sind. Die Reisen sind zudem wichtig, weil manche Projektpartner sehr gute Arbeit mit der Zielgruppe leisten, aber die strategische Ausrichtung der Organisation noch verbessert werden kann. Schließlich ist es ein Ziel von SHL, dass die Projekte so eigenständig und nachhaltig wie möglich arbeiten. Aus diesem Grund wollen die Projektkoordinatorinnen, bzw. SHL, auch nie in erster Linie als Geldgeber, sondern als Partner wahrgenommen werden.

Jedes Jahr mindestens ein neues Projekt

Neben den bisher skizzierten Aufgaben sind die Projektkoordinatorinnen auch für die Vernetzung der Projektpartner sowie die jährliche Ausschreibung zuständig. Durch den Sozialen Tag kann nämlich jedes Jahr mindestens ein neues Projekt gefördert werden. Die Ausschreibung und Vorauswahl wird von den Projektkoordinatorinnen zusammen mit anderen Menschen aus Stiftung und Verein organisiert. Auch die Evaluation der Projekte, sowohl extern als auch intern, fällt in den Aufgabenbereich der Projektkoordinatorinnen.

Um besonders erfolgreiche Ansätze der Projektarbeit anderen Organisationen zugänglich zu machen, kümmern sich die Projektkoordinatoren darüber hinaus um die Weitergabe dieser Ansätze. So wird derzeit eine Broschüre über die Einbeziehung von örtlichen Behörden in die Projektarbeit erstellt. In den kommenden Monaten wird sie veröffentlicht.

Die Kontaktdaten von Anna, Sandra und Bojana, die gerade in Elternzeit ist, finden sich hier.



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März 2011: Wie viele Projekte hat Schüler Helfen Leben in Serbien?

Die Frage des Monats März kommt von Simone Klee, Bildungsreferentin bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Brandenburg und SHL-Interessierte. Sie fragt: "Wie viele Projekte hat Schüler Helfen Leben in Serbien?"

Zurzeit werden in Serbien vier Projekte von Schüler Helfen Leben (SHL) begleitet und finanziert. In allen vier Fällen arbeiten wir mit lokalen Organisationen zusammen. Und alle Projekte in Serbien richten sich - wie immer bei SHL - an Kinder und Jugendliche.

Grenzüberschreitender Ansatz

Aber nicht alle Projekte in Serbien sind auf das Land begrenzt. Gerade auf dem Balkan ist es wichtig, grenzüberschreitend zu arbeiten. Insbesondere die Region Südserbien mit dem angrenzenden Kosovo und Nordmazedonien ist seit Jahren ein Brennpunkt ethnischer Spannungen und Auseinandersetzungen. Aus diesem Grund fördert SHL dort ein grenzüberschreitendes Jugendprojekt. Durch professionelle Kinder- und Jugendarbeit in zwei Jugendzentren - eins im Kosovo und eins im serbischen Ort Bujanovac -  wird zur Aussöhnung und Verständigung zwischen Jugendlichen verschiedener Volksgruppen beigetragen. An den von dem Projekt organisierten Camps und Ausflügen nehmen auch Jugendliche aus Mazedonien teil. So werden zum Beispiel in regelmäßigen Abständen Friedens-Fahrradtouren zwischen dem kosovarischen Kamenica und dem serbischen Bujanovac organisiert.

Engagement für eine partizipatorischere Gesellschaft

Wie in Bosnien unterstützt Schüler Helfen Leben auch in Serbien Schülervertreter. In der Union Serbischer Schülervertretungen (UNSS) sind Jugendliche aktiv, die selbst noch zur Schule gehen oder sie gerade erst abgeschlossen haben. Zusammen organisieren sie Seminare und Aktionen, diskutieren die Bildungspolitik des Landes und setzen sich gegenüber Ministerien und der Öffentlichkeit dafür ein, dass die Rechte von Schülerinnen und Schülern gestärkt und sie besser in die Entscheidungen um die Lehr- und Lernsituation im Land einbezogen werden. Darüber hinaus engagieren sich die UNSS-Vertreter aktiv im Organisationsbüro Europäischer Schülervertretungen (OBESSU) und klären ihre Mitschüler in Serbien über ihre Rechte auf. Da die Mitbestimmung in der Schule den "Erstkontakt" mit Demokratie darstellt, arbeitet die UNSS somit an einer partizipatorischeren und demokratischeren serbischen Gesellschaft.

Förderung von zwei Jugendzentren

Auch das Projekt in der nordserbischen Stadt Novi Sad verfolgt das Ziel, soziales und politisches Engagement Jugendlicher zu fördern. Durch die Einbindung in den Aufbau und Betrieb eines Jugendzentrums wird jungen Menschen die Möglichkeit geboten, ihr Umfeld selbstständig und eigenverantwortlich zu gestalten sowie Erfahrungen und Fähigkeiten in Selbstorganisation, Selbstmanagement und im eigenverantwortlichen Umgang mit Geldern zu erlangen. Workshops, Austausche und Freiwilligenarbeit vervollständigen das Angebot. Auch ein Freiwilliger aus Deutschland arbeitet im Jugendzentrum. Die Notwendigkeit des Projekts ergibt sich sowohl aus der ethnisch‐nationalen Polarisierung als auch der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Situation des Landes, welche die Entstehung nationalistisch motivierter Konflikte in den letzten Jahren massiv gefördert haben.

Ein weiteres Jugendzentrum wird von SHL in der ostserbischen Kleinstadt Zaječar unterstützt. Bis zum Jahr 2010, als das Jugendzentrum eingeweiht wurde, fehlte den Jugendlichen dort ein Ort für Freizeit- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Da die Suizidrate unter jungen Menschen hier sehr hoch ist, ist es umso wichtiger, den Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Zunächst wurde ein Gebäude im Stadtzentrum renoviert, das die Gemeinde zu Verfügung stellte, um es dann als Jugendzentrum mit verschiedenen Angeboten im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich zu nutzen. So werden zum Beispiel öffentliche Debatten und Seminare organisiert, um kritisches Denken und Partizipation an gesellschaftspolitischen Prozessen von Jugendlichen zu fördern.

Mehr Informationen über die Projekte von Schüler Helfen Leben gibt es hier.



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Februar 2011: Wieso gibt es heute auf dem Balkan so viele Sprachen?

Im Februar kommt die Frage des Monats vom SHL-Aktiven Steffen Michelsen (18) aus Bordesholm: "Jugoslawien war doch ein Land... wieso ist die Sprachenvielfalt auf dem Balkan heute so groß? Wie können so schnell so viele Sprachen entstehen?"

Einfach gesagt: Daran ist die Politik schuld. Aber erst einmal grundsätzlich: In der Region, in der SHL heute aktiv ist, finden sich vier Sprachen - Albanisch, Mazedonisch, Slowenisch und Serbokroatisch. Genau bei letzterem fangen die Probleme an.

Eine oder vier Sprachen?

Serbokroatisch existiert heute nicht mehr. Die ehemalige Einheitssprache für die jugoslawischen Teilrepubliken Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro und Serbien hat genauso wenig überlebt wie der Staatenbund selbst. Heute beansprucht jeder der Nachfolgestaaten eine eigene Sprache zu haben, obwohl sich diese - sprachwissenschaftlich betrachtet - zu großen Teilen gleichen. Die Differenzen sind minimal und oft unterscheiden sich regionale Dialekte innerhalb eines Staates genauso stark wie die Sprachen der vier Länder voneinander. Deshalb können sich auch alle Einwohner/-innen der Länder gegenseitig verstehen.

Die Frage ist vielmehr, ob sie es auch wollen. Vor allem während der 90er Jahre wurde die Sprache für den Nationalismus instrumentalisiert. Mit dabei war auch die Sprachwissenschaft, die fleißig an Wortneuschöpfungen bastelte oder völlig veraltete Formen wiederbelebte - notfalls musste eben mit aller Kraft dafür gesorgt werden, dass sich die Sprachen unterscheiden, mit zuweilen kuriosen Ergebnissen. Ausführlicher betrachtet hat das noch einmal Lukas Meyer, seinerzeit Auslandsfreiwilliger im SHL-Büro Sarajevo, in einem Blogeintrag. Dieses künstliche Babel ist auch einer der Gründe für den getrennten Unterricht von Jugendlichen kroatischer und bosniakischer Herkunft an bosnischen Schulen.

Immerhin ist in den letzten Jahren im Zuge der politischen Wiederannäherung der Länder auch eine langsame Abschwächung der sprachnationalistischen Tendenzen zu beobachten.

...und sonstige Ähnlichkeiten?

Mazedonisch ist übrigens dem Bulgarischen am nächsten, in einigen Dialekten spielt aber auch das Serbische mehr oder weniger stark herein. Slowenisch ist mit einem der kroatischen Dialekte verwandt, hat aber ebenso Verbindungen ins Slowakische und Tschechische. Albanisch schließlich ist keiner der slawischen Sprachen ähnlich und bildet einen ganz eigenen Sprachzweig.



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Januar 2011: Wie wird eigentlich Silvester auf dem Balkan gefeiert?

Dieses Mal kommt die Frage des Monats von Johannes Raffel, Geschäftsführer der Youth Bank Deutschland und SHL-Interessierter. Er fragt: "Wie wird eigentlich Silvester auf dem Balkan gefeiert?"

Die Antwort ist: Gar nicht so anders als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Wie fast überall gibt es um Mitternacht ein Feuerwerk. Das fällt zwar nicht so groß aus wie in Berlin, Paris oder London, kann sich aber durchaus sehen lassen. Nur Silvesterknaller sind bei den Menschen in Südosteuropa nicht so beliebt wie hier - vielmehr lassen sich immer noch vereinzelt Pistolenschüsse vernehmen.

Väterchen Frost

Es gibt aber noch eine Besonderheit: In vielen Familien gibt es die Weihnachtsgeschenke zu Silvester. Diese Tradition hat ihren Ursprung im Sozialismus, als religiöse Feiertage - wie Weihnachten - nicht oder nur im Privaten gefeiert wurden. So wurde eben auf Silvester ausgewichen. Und die Geschenke bringt nicht das Christkind oder der Weihnachtsmann, sondern Väterchen Frost ("Deda Mraz"). Mit der zunehmenden "Verwestlichung" der Balkanstaaten und des wiedererstarkten Einflusses der Kirchen wird diese Tradition aber immer mehr abgelöst.

Feste feiern wie sie fallen

Die beiden überwiegend orthodoxen Länder Serbien und Mazedonien kommen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: Sie begehen Silvester nicht nur am 31. Dezember, sondern gleich noch einmal (in kleinerem Umfang) am 13. Januar - denn das entspricht dem letzten Tag des Jahres im Julianischen Kalender, der von den orthodoxen Kirchen immer noch verwendet wird. Die serbische Hauptstadt Belgrad ist in der Silvesterzeit überhaupt das Partyzentrum der Region: Überall locken große Feiern und es gibt eine Vielzahl von kostenlosen Rock-, Pop- und natürlich Balkanpop-Konzerten unter freiem Himmel - und weil es so schön war, geht es am Neujahrstag in der "repriza" (Wiederholung) gleich weiter.

In diesem Sinne: Frohes neues Jahr!



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Dezember 2010: Wie arbeiten Verein und Stiftung zusammen?

Der SHL-Aktive Manuel Pross (18) aus Kernen bei Stuttgart fragt: "Wie arbeiten Verein und Stiftung zusammen?"

Hier die Antwort:

Brieftauben werden nicht eingesetzt. Aber ansonsten wird zwischen dem Verein und der Stiftung Schüler Helfen Leben mit allen Mitteln kommuniziert: Per Telefon, Skype, Mail, Post und vor allem auch in persönlichen Gesprächen.

Der Verein Schüler Helfen Leben mit seinem Bundesbüro in Neumünster, seinen Freiwilligen, Vorstandsmitgliedern und Aktiven in ganz Deutschland auf der einen Seite und die Stiftung mit ihren Büros in Berlin und Sarajevo, den Stiftungsratsmitgliedern und Freiwilligen auf dem Balkan auf der anderen Seite arbeiten Hand in Hand. Anders geht es nicht. Denn: Schüler Helfen Leben ist ein Anliegen.

Der Verein: Engagement vor allem in Deutschland

Der Verein, der 1994 gegründet wurde, ist vor allem in Deutschland aktiv. Freiwillige, Aktive und Vorstandsmitglieder organisieren Aktiventreffen, Infostände und die Schultour und informieren so über SHL und die Jugend-, Bildungs- und Versöhnungsprojekte auf dem Balkan. Dabei werden Jugendliche dazu motiviert, sich für ihre Altersgenossen in Südosteuropa einzusetzen. Möglichkeiten des Engagements gibt es zahlreiche: Von der Teilnahme an einem Camp auf dem Balkan bis hin zur Organisation der größten Schüler-Aktion Deutschlands, dem Sozialen Tag.

Mit vereinten Kräften: Sozialer Tag, PAT & Co.

Der Soziale Tag, an dem jedes Jahr über hunderttausend Schülerinnen und Schüler teilnehmen, ist ein Hauptelement der Arbeit des Vereins Schüler Helfen Leben. Wie bei vielen anderen Projekten wird auch hier eng mit der Stiftung zusammengearbeitet. Die enge Koordination ist besonders für das Projektauswahltreffen (PAT) von großer Wichtigkeit: Die Stiftung ruft Nichtregierungsorganisationen dazu auf, ihre Vorschläge für Jugend- und Bildungsprojekte in den Ländern des Balkans einzureichen ("Call for Proposals"). Nach einer Vorauswahl, die zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern vom Verein durchgeführt wird, werden dann die besten Vorschläge zur Abstimmung gestellt. Jugendliche von den am Sozialen Tag teilnehmenden Schulen entscheiden so selbst, was mit ihren erarbeiteten Geldern passiert. Die ausgewählten Projekte werden dann von der Stiftung begleitet - und wenn erfolgreich - langfristig gefördert.

Die Stiftung: Der Garant für dauerhafte Hilfe

Die Jugend-, Bildungs- und Versöhnungsprojekte langfristig finanziell abzusichern war der Grund, weshalb der Verein 2002 eine Stiftung gegründet hat. Seit Beginn wuchsen die Aufgaben, die Größe der Projekte auf dem Balkan und damit die Verantwortung des Vereins kontinuierlich. Insbesondere durch die Errichtung des Jugendbegegnungshauses in Sarajevo sowie des Jugendzentrums in der ethnisch geteilten kosovarischen Stadt Orahovac/Rahovec wurde das langfristige Engagement von SHL auf dem Balkan im wahrsten Sinne des Wortes "zementiert". Aber die Verantwortung von SHL ist auch sichtbar in Aktivitäten wie der Unterstützung der Schülervertretungs- und Jugendmedienarbeit in Bosnien und Herzegowina sowie den Projekten mit Kooperationspartnern.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, mussten Strukturen entwickelt werden, die im Gegensatz zu einem Verein in der Lage sind, langfristige Planungssicherheit für die Projekte zu garantieren. Die dafür am besten geeignete Form ist eine Stiftung. Die Stiftungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Arbeit der Partnerprojekte intensiv und kontrollieren auch, ob die Projekte erfolgreich laufen. Zudem werden die Auslandsfreiwilligen ausgewählt und während ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs pädagogisch begleitet. Darüberhinaus ist es Aufgabe der Stiftung, dem Verein und allen Menschen bei und Förderern von SHL zu zeigen, wieso Kinder und Jugendliche auf dem Balkan noch immer unsere Hilfe benötigen.

Die Stiftung hat den Anspruch, transparent über ihre Arbeit zu berichten und im aktiven Austausch mit ihren Förderern zu stehen. Die Informationsarbeit der Stiftung soll auch dazu führen, dass noch mehr Menschen, Stiftungen, Unternehmen und öffentliche Geber die erfolgreiche und notwendige Arbeit von SHL unterstützen.

Stiftung und Verein eng verzahnt

Neben der ständigen Kommunikation sind Stiftung und Verein auch strukturell eng miteinander verzahnt. Alle Stiftungsratsmitglieder waren beim Verein Schüler Helfen Leben aktiv. Zudem sind die fünf Vorstandmitglieder des Vereins qua Amt Teil des 15-köpfigen Stiftungsrats. Um noch mehr ehemalige SHLer einzubinden, wird es künftig Beiräte geben, die die Stiftungsmitarbeiter aktiv beraten.

Darüber hinaus gibt es in verschiedenen Aufgabengebieten Treffen zwischen Verein und Stiftung, um weitere Vorhaben zu besprechen. Die Stiftung ist auch auf den Mitgliederversammlungen des Vereins präsent und steht dort für Fragen zu ihrer Arbeit zur Verfügung.

Brieftauben werden wahrscheinlich auch zukünftig nicht eingesetzt. Aber es wird gezwitschert: Seit wenigen Jahren wird ein weiteres Kommunikationsmittel bei SHL eingesetzt - Twitter.



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