SHL Kosova: Interview mit Adnan Rexhaj
Adnan Rexhaj arbeitet im Jugendzentrum von SHL Kosova in der Kleinstadt Rahovec/Orahovac. Ziel des Zentrums ist neben dem Angebot von Freizeitaktivitäten und Bildung vor allem, die kosovo-albanischen Jugendlichen und die serbische Minderheit zusammenzubringen - und so Vorurteile abzubauen. Wir befragten Adnan über seinen Hintergrund und die Arbeit des Jugendzentrums.
Wie bist du zu SHL Kosova gekommen?
Ich habe von 1996 bis 2000 in Deutschland gelebt, bin dann ins Kosovo zurückgekehrt und habe mich gefragt, was ich in meiner Heimat tun könnte. So bin ich 2001 ans Jugendzentrum von SHL Kosova gekommen. Mir gefällt an der Arbeit vor allem, dass ich mit Jugendlichen arbeiten und dabei weiter mein Deutsch verbessern kann - und nebenbei genug Geld verdiene, um meine Familie zu ernähren.
Was waren bisher die größten Herausforderungen in deiner Arbeit?
Wir hatten einige Zeit lang statt zwei nur eine Freiwillige aus Deutschland - da wurde uns noch einmal verdeutlicht wie wichtig sie für unsere Arbeit sind. Da sie ja selbst noch jugendlich sind, haben sie natürlich den besten Draht zu den Besuchern unseres Jugendzentrums, was auch bei den Programmen hilft.
Was für Programme denn?
Wir bieten im Zentrum immer einige Kurse an, zum Beispiel einen Photoshop-Kurs und einen Englisch-Lehrgang. Unsere Freiwilligen sind auch dabei: Zum einen sind sie verantwortlich für den Deutsch-Kurs, zum anderen können sie ihre eigenen Ideen und Interessen einbringen - derzeit beispielsweise mit einer Kunstgruppe.
Wie sieht dein Arbeitstag aus?
Ich bin dafür zuständig alles instand zu halten. Das fängt mit den Heizungen an, geht mit den Autos weiter und hört mit dem Rasen noch lange nicht auf.
Eine ganz andere Frage: Ist es schwer die kosovo-albanischen und serbischen Jugendlichen in gemeinsamen Aktivitäten zusammenzubringen?
Wenn das Vertrauen da ist - und das konnten wir uns teilweise erarbeiten - steht auch dem Zusammensein nichts mehr im Wege. Besonders schwierig sind aber die Altersunterschiede: Die serbischen Jugendlichen verlassen nämlich ab einem bestimmten Alter fast alle den Ort, in Richtung Serbien oder in den Nordkosovo nach Mitrovica. Zurück bleiben die Kosovo-Albaner, die zwar hier auch keine Perspektive für sich sehen, aber wegen der Reisebeschränkungen nicht einfach weggehen können.
Danke für das Interview.
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