Molotow-Anschläge auf das Jugendzentrum in Novi Sad
Berlin, 30.09.2011. Unbekannte verübten Anschläge auf das Jugendzentrum CK13 in Novi Sad (Serbien). In der Nacht vom 28. auf den 29. September warfen sie drei Molotow-Cocktails auf das Gelände des Zentrums. Gäste, die in dem Gebäude übernachteten, konnten das Feuer löschen, so dass keine Personen körperlich verletzt wurden.
Dennoch wird dieser Anschlag tiefe Wunden hinterlassen. Er stellt den Höhepunkt einer Serie von Anschlägen gegen das von Schüler Helfen Leben unterstützte Zentrum in Nordserbien dar. In den vergangenen zwei Monaten wurde es bereits viermal attackiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informierten die Behörden über die Vorfälle, aber bisher wurden keine Täter ermittelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendzentrums kritisieren die passive Haltung der Polizei.
Es wird vermutet, dass das CK13 Ziel von nationalistischen Angriffen wurde, da es mit der "Lesbenorganisation von Novi Sad" zusammenarbeitet. Das Jugendzentrum versteht sich als Ort, in dem sich alle toleranten Menschen treffen und austauschen können.
Zudem wird davon ausgegangen, dass die Anschläge in Zusammenhang mit der für Sonntag geplanten Gay Pride Parade in Belgrad stehen, deren Durchführung im vergangenen Jahr nur durch einen massiven Polizeieinsatz gesichert werden konnte. In diesem Jahr wurde die Pride Parade von den Behörden kurzfristig abgesagt. Sie begründeten dies mit dem Hinweis, dass die Polizei wegen der großen Anzahl gewaltsamer Gegendemonstranten die Sicherheit der Pride-Teilnehmer nicht gewährleisten könne.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in höchster Alarmbereitschaft, da am Wochenende zusätzlich ein "Hochrisiko"-Fußballspiel in Novi Sad stattfinden wird, welches enorme Kapazitäten der Polizei absorbiert, die sich sowieso nicht genug um die Sicherheit des Jugendzentrums kümmere.
Das CK13 wird dennoch seine Aktivitäten fortsetzen. In einer gemeinsamen Erklärung schreiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Ehrenamtlichen: "Unser Ansatz ist friedlich und unsere Einstellung basiert auf dem Respekt aller Menschen, unabhängig von ihren Unterschieden. Wir sind überzeugt, dass dies der einzige Weg für ein freies Leben von allen ist".
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