Roma auf dem Balkan
Berlin, 2. Dezember 2010. In den vergangenen Wochen und Monaten ist die Volksgruppe der Roma, zahlenmäßig Europas größte Minderheit, erstmals nach langer Stille wieder in allen Medien aufgetaucht. Auslöser dafür waren Bilder von der Abschiebung von Roma aus Frankreich und die daraus entstandene grenzübergreifende Debatte. Denn auch andere westeuropäische Länder - einschließlich Deutschland - planen und betreiben die Ausweisung vieler nichtangestammter Roma in ihre osteuropäischen Herkunftsstaaten. Doch auch dort sind sie mehrheitlich nicht gewollt und leben zum Teil unter schwersten Bedingungen.
Über die Zahl der Roma in Europa insgesamt und auf dem Balkan im Besonderen ist nichts endgültig Verlässliches zu berichten. Bereits diese Tatsache gibt Aufschluss darüber, wie stiefmütterlich bisher die Thematik von den Regierungen der Staaten des Kontinents behandelt wurde. Die Schätzungen der Gesamtzahl schwanken je nach Quelle zwischen 4 und 14 Millionen, wovon rund drei Viertel allein in den Staaten Südosteuropas leben. Diese Verteilung setzt die Dinge auch ins Verhältnis: Während in Deutschland oder Frankreich über die Schwierigkeit gesprochen wird, mehrere zehntausend Roma aufzunehmen, stellt ihre Gruppe in einigen Staaten Südosteuropas fünf bis zehn - in Rumänien und Mazedonien vermutlich sogar noch mehr - Prozent der Gesamtbevölkerung.
Dabei kann eigentlich gar nicht von einer "Gruppe der Roma" gesprochen werden. Sie teilen keine gemeinsame Identität und unterscheiden sich selbst innerhalb der Länder stark in Sprache, Kultur sowie sozialer und wirtschaftlicher Realität. Das Verhältnis der verschiedenen Untergruppen zueinander ist deswegen oft sehr gespalten und von Rivalitäten geprägt.
SHL-Netzwerktreffen in Sarajevo
Ende November trafen sich die MitarbeiterInnen der Stiftung Schüler Helfen Leben (SHL) aus den Büros Berlin und Sarajevo mit VertreterInnen aller derzeit von der Stiftung unterstützten Projekte. Bei dem im SHL-House in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo stattfindenden Treffen konnten die ProjektpartnerInnen sich so untereinander vernetzen, Erfahrungen ihrer Arbeit austauschen und Kontakte knüpfen.
Den Rahmen der Veranstaltung bildete der vom Trainer Steffen Emrich durchgeführte Workshop "Kommunikation in Teams und Organisationen". Dort wurden die TeilnehmerInnen nicht nur in die Grundlagen der Kommunikationstheorie eingeführt, sondern lernten auch spielerisch deren praktische Bedeutung für ihre Projekte kennen. Abseits des Seminars blieb Zeit für das bessere gegenseitige Kennenlernen - einige der TeilnehmerInnen von Projekten aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Mazedonien und Serbien hatten sich noch nie zuvor von Angesicht zu Angesicht getroffen - in den Pausen und vor allem beim gemeinsamen großen Abendessen in der Innenstadt.
Die "dicken Türen" der Politiker - Bosnien und Herzegowina nach den Wahlen
Berlin, 1. November 2010. Am 3. Oktober waren die Bürger Bosnien und Herzegowinas zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufgerufen. Die Wahlen galten - wieder einmal - als richtungsweisend für das Land und seine dringend benötigten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Reformen. Wie bereits vor den Wahlen dargestellt, leidet besonders die Jugend unter der derzeitigen verfahrenen Situation.
Neben der innenpolitischen Dimension sahen internationale Beobachter in der Wahl zudem einen Wegweiser für Bosnien und Herzegowinas Weg in die Europäische Union. Viele Menschen in Bosnien und auch im Ausland fragten sich: Werden sich auch weiterhin Vertreter der verschiedenen Ethnien gegenseitig blockieren oder gewinnen moderne Kräfte an Gewicht, die sich mehr um das Wohl des Gesamtstaats sorgen als um ihre ethnische Zugehörigkeit?
Geringe Wahlbeteiligung
Leider spiegelte die Wahlbeteiligung nicht die Bedeutung des Urnengangs wider. Nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte gab seine Stimme ab. Auch wenn diese sehr niedrige Wahlbeteiligung leicht höher lag als in den vergangenen Jahren kann sie als weiteres Zeichen dafür gewertet werden, dass viele Menschen in Bosnien und Herzegowina, insbesondere Jugendliche, wenig Vertrauen in die politischen Strukturen des Landes haben und sich mit ihrer Situation abfinden. Dort setzt die Arbeit von Schüler Helfen Leben an. SHL motiviert die Jugend zur aktiven Gestaltung ihres Landes und unterstützt Jugendliche, die sich nicht mit dem Stillstand und der ethnischen Spaltung des Landes zufrieden geben. Im Vorfeld der Wahlen wurde Aida Vehabović, die Leiterin des SHLoffice in Sarajevo, zu genau diesem Thema vom Deutschlandfunk interviewt. In dem kurzen Interview, welches durch weitere in Sarajevo geführte Gespräche ergänzt wird, konstatiert Aida, dass viele engagierte Jugendliche an den "dicken Türen" der seit 15 Jahren regierenden Nationalisten scheitern. Deshalb würden sie dann irgendwann ihr Engagement aufgeben, so Aida.
Die Situation der Homosexuellen in Serbien
Berlin, 28. Oktober 2010. Die schweren Angriffe rechtsextremer Gruppen auf die Gay Pride Parade in der serbischen Hauptstadt Belgrad am 10. Oktober haben bestätigt, dass Lesben, Schwule, Bi- & Transsexuelle (LGBTs) sich dort immer noch in Gefahr begeben, wenn sie ihre Sexualität in der Öffentlichkeit ausleben wollen. Doch damit ist das Problem nicht ausreichend erfasst: die Ablehnung reicht tiefer und zieht sich durch den Großteil der Mehrheitsgesellschaft.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Belgrader Pride-Parade von Rechtsextremen und Hooligangruppen als Ziel auserkoren wurde. Bereits 2001, ein Jahr nach dem Sturz des Milošević-Regimes, kam es beim ersten Pride zu massiven Übergriffen, bei denen auch Demonstrant/-innen zum Teil schwer verletzt wurden. Angesichts dieser Erfahrung und der täglich neu erlebten Bedrohungssituation wagte die LGBT-Gemeinde erst im letzten Jahr einen erneuten Versuch, eine Parade zu organisieren. In letzter Minute wurde diese aber von der Polizei mit Verweis auf vorausgegangene Einschüchterungen abgesagt, was auf Kritik besonders auch im europäischen Ausland stieß.
Dessen Aufmerksamkeit wurde durch das offiziell im letzten Dezember eingereichte serbische Beitrittsgesuch zur Europäischen Union noch verstärkt. Nicht zuletzt deshalb setzte die Regierung in Belgrad und insbesondere Innenminister Ivica Dačić die Durchführung und Sicherung der Veranstaltung gegen alle Widerstände durch. Die nur rund 1000 Demonstrierenden wurden durch insgesamt mehr als 5000 Polizist/-innen vor ebenso vielen gewaltbereiten Rechtsextremen geschützt. Zwar war das Sicherheitskonzept insofern erfolgreich, als dass diese nicht zur Parade selbst durchbrechen konnten, dabei wurden aber über hundert Menschen - überwiegend Sicherheitskräfte - verletzt und im Stadtzentrum Schäden in Millionenhöhe verursacht. Auch die Bewegungsfreiheit der Paradeteilnehmer/-innen wurde durch die Straßenschlachten und die weiträumigen Absperrungen stark eingeschränkt. Zu sehen waren sie deshalb fast nur in der landesweit ausgestrahlten Fernsehübertragung.
Der Tag der Schüler in Bosnien und Herzegowina
Monatelang haben Damjan Jugović und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter von der AsuBiH, der bosnienweiten Schülervertretung, diskutiert, geplant und organisiert. Am 19. November war es dann endlich soweit: In zwölf Städten Bosnien und Herzegowinas fanden Aktionen rund um den "Tag der Schüler" statt. Die insgesamt 500 beteiligten Schülerinnen und Schüler machten auf verschiedene Art und Weise auf ihre Rechte sowie auf Probleme, die sie bewegen, aufmerksam.
Eigentlich gilt der 17. November als der "Internationale Tag der Schüler". Da dieser Tag allerdings einer der höchsten muslimischen Feiertage - nämlich Kurban Bajram - war, wurden die Aktionen um zwei Tage verschoben. Dem Erfolg der Aktion tat das keinen Abbruch.
Den gesamten Vormittag über platzierten sich die Schülervertreterinnen und Schülervertreter in den Stadtzentren und riefen andere Schüler, aber auch Passanten, dazu auf, ihre Meinungen über das Bildungssystem kund zu tun. Das taten diese in der Form von ausdrucksstarken Bildern und gehaltvollen Schriftzügen. Aufgereiht und nebeneinander auf Wäscheleinen aufgehängt, entstanden so lange Reihen von Papieren, die Zukunftswünsche und Unmut enthielten.
Die Belgrade Gay Pride Parade 2010 - ein neuer Versuch

- (Foto: Srđan Kalinić)
Die serbische LGBT-Szene unternimmt einen neuen Versuch, in der Hauptstadt Belgrad eine Gay Pride Parade zu organisieren. Sie soll am 10. Oktober unter dem Motto "Marschieren wir gemeinsam" stattfinden. Rund um die Parade sind zahlreiche schwul-lesbische Events geplant.
Pride 2001
Zuvor gab es in Belgrad nur ein einziges Mal eine Gay Pride Parade im Jahr 2001. Diese verlief jedoch alles andere als friedlich. Die friedlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Parade wurden von Mitgliedern rechtsextremistischer Gruppen und Fußball-Hooligans brutal attackiert. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und 8 Polizisten wurden schwer verletzt.
Das Trauma von 2001, die stetige Gefahrensituation und die Bedrohungen, denen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle Tag für Tag in Serbien ausgesetzt sind, machten es in den folgenden 7 Jahren unmöglich, eine weitere Gay Pride Parade zu veranstalten.
Pride 2009
Erst 2009 unternahm die LGBT-Community einen erneuten Versuch, in Belgrad eine Parade zu veranstalten. Dies hatte einerseits damit zu tun, dass die serbische Regierung Anfang 2009 ein umfassendes Anti-Diskriminierungsgesetz auf den Weg gebracht hat, das erstmals Schutz gegen verschiedene Formen von Diskriminierung beinhaltete - unter anderem auch den Schutz vor Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlecht. Daraus schöpfte die LGBT-Community Hoffnung, ihre Rechte nun endlich verwirklichen zu können.
Die Generalversammlung der ASuBiH
Schülerinnen und Schüler aus ganz Bosnien tauschen sich aus, planen Projekte und erheben ihre Stimme: Vom 26. bis 28. September 2010 fand die Generalversammlung der "Vereinigung der Mittelschüler Bosnien und Herzegowinas" (ASuBiH) in Sarajevo statt.
Die ASuBiH ist eine bundesweite Schülervertretung, die aber keinerlei Unterstützung vom Staat erfährt und nur durch eigenes Engagement von Jugendlichen getragen und organisiert wird. Schüler Helfen Leben unterstützt dieses Engagement.
Zu der Generalversammlung wurden Vertreterinnen und Vertreter aller Schulen Bosnien und Herzegowinas (BiH) eingeladen. Dieses Mal nahmen circa 130 Personen teil. Das bedeutet, dass knapp die Hälfte aller Mittelschulen vertreten waren. Dabei kamen Schülerinnen und Schüler aus beiden Staatsteilen Bosniens - aus der Förderation und der Republika Srpska - zusammen. Die ASuBiH ist weiterhin die einzige Schülervertretung, die bundesweit und überethnisch arbeitet.
Bosnien und Herzegowina vor den Wahlen
Am 3. Oktober werden in Bosnien und Herzegowina das Parlament und der Präsident neu gewählt. Beobachter betonen, dass der Ausgang der Wahlen entscheiden könnte, ob Bosnien in den künftigen Jahren endlich in greifbare Nähe der EU-Mitgliedschaft rückt, oder ob die Entwicklung weiter stagniert. Doch wie sieht die Jugend Bosniens die Situation ihres Landes und ihre eigene Zukunft?
Die anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wecken im Ausland Erwartungen und Hoffnungen auf einen Ausweg aus der politischen Sackgasse, in der sich das Land seit einigen Jahren befindet. Doch auch die Wahlen von 2006 wurden schon als von "historischer Wichtigkeit" bezeichnet. Geändert hat sich seitdem wenig.
Schlechte Voraussetzungen
Der Hohe Repräsentant, ein Vertreter der internationalen Gemeinschaft, der Einspruch gegen verabschiedete Gesetze einlegen und Politiker/-innen aus ihren Ämtern entfernen kann, blieb weiter mit seiner vollen Machtfülle ausgestattet. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten hätten dagegen gerne gesehen, dass die bosnischen Autoritäten selber stärker politische Verantwortung übernähmen und so einen wichtigen Schritt in Richtung souveräner Demokratie täten. Das Amt war 1995 in der aus dem Friedensvertrag von Dayton hervorgegangen Verfassung verankert worden, um zu verhindern, dass radikale Vertreter/-innen der drei Staatsnationen durch ihre Politik die Einheit des Landes und die Aussöhnung zwischen den Bevölkerungsgruppen gefährden könnten. Dass es fünfzehn Jahre später immer noch notwendig ist, spricht Bände über die politische Situation. So ist es auch kein Wunder, dass der derzeitige Hohe Repräsentant Valentin Inzko zuletzt einen EU-Beitritt Bosniens vor dem Jahr 2020 als unrealistisch bezeichnete.
Eindrücke vom Marš Mira anlässlich des 15. Jahrestages von Srebrenica
Jeder, der den Genozid in Srebrenica im Jahre 1995 nicht vergessen kann und möchte, kann beim Marš Mira mitlaufen. Der Marsch ist für viele Überlebende oder Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben, sehr wichtig. Viele von ihnen gehen in diesem Jahr zum ersten Mal mit. Eine Person, die im Juli am Marš Mira teilgenommen hat, hat uns nach ihrer Rückkehr ihre Eindrücke geschildert.
Srebrenica, 7.-11. Juli 2010. Seit 2005 gibt es den Marš Mira, der auf Deutsch übersetzt "Friedensmarsch" heißt. Er wird organisiert, um an die Flucht von 10.000 bis 15.000 Jungen, Frauen und Männern durch die Wälder zu erinnern, nachdem serbische Truppen die muslimische Enklave Srebrenica besetzt hatten. Ungefähr 5.000 Menschen haben es geschafft, dem serbischen Militär durch die Wälder zu entkommen und zu überleben. Alle anderen wurden ermordet.
Eröffnung einer neuen Kindertagesstätte der Organisation Koraci Nade
Tuzla, Juli 2010. Das seit September 2006 langjährig geförderte Kooperationsprojekt "Koraci Nade" (Schritte der Hoffnung) weihte am Montag in Tuzla, Bosnien, das neue Haus der Tagesstätte für Kinder mit Behinderungen ein.
Wer selbst einmal den steilen Weg hochgelaufen ist, zum alten Zentrum von Koraci Nade kommt aus dem Staunen nun nicht mehr heraus. Hier hinauf haben tagtäglich Eltern ihre Kinder bei jedem Wetter gefahren, geschoben, ja sogar getragen. Doch selbst der Kleinbus, der ein paar Jahre später mit der Hilfe von österreichischen und deutschen Spendern angeschafft wurde, konnte ein großes Problem nicht lösen, das sich seit Beginn des Projektes eingeschlichen hatte: Das Zentrum platzte aus allen Nähten.
Feierliche Eröffnung des Jugendzentrums im serbischen Zaječar
Es ist soweit! Das erste Jugendzentrum hat seine Türen für die Jugendlichen der südserbischen Kleinstadt geöffnet. Von nun an können Jugendliche für sie komplett neue Angebote aus den Bereichen Kultur und Bildung nutzen und so ihre Freizeit kreativer gestalten.
Zaječar, Mai 2010. In der Kleinstadt im Osten Serbiens, die nicht weit von der bulgarischen Grenze entfernt liegt, gibt es außer ein paar Sportmöglichkeiten für junge Menschen fast keine Freizeitangebote. Das einzige Kino zeigt nur selten Filme, die Jugendliche interessieren. Fehlende außerschulische Bildungsangebote und mangelnde Möglichkeiten, die eigene Freizeit kreativ und sinnvoll zu verbringen sowie die hohe Arbeitslosigkeit lassen viele Jugendliche resignieren. Viele von ihnen haben das Gefühl, nichts mit sich anfangen zu können und sowieso keinen Einfluss auf die Gegebenheiten zu haben.
Bosnien und Herzegowina, Filmpremiere "Zwei Schulen unter einem Dach"
In Sarajevo beginnt man allmählich, die Probleme beim Namen zu nennen. Die Premiere des Dokumentarfilmes der deutschen Organisation Schüler Helfen Leben (SHL) in der Innenstadt von Sarajevo vor rund 200 Besuchern regte einen diskussionsreichen Abend an, der sich rund um das gravierende Problem der "Zwei Schulen unter einem Dach" in Bosnien und Herzegowina (BiH) drehte. Der Film, der sich mit der Segregation an Schulen in dem Land auseinandersetzt und das Thema damit zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion machen will, wurde von SHL konzeptionell entwickelt und finanziell gefördert.
Sarajevo, 19. März 2010. Etwa 200 Gäste von Nicht-Regierungs-Organisationen, Vertretern der diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Bosnien und Herzegowina sowie viele junge Bosnier selbst haben an der Veranstaltung teilgenommen und bei den Diskussionen mitgewirkt. Sie sind extra für diesen Anlass aus allen Teilen von BiH gekommen.
Keine guten Aussichten für Jugendliche im Kosovo
Heute vor zwei Jahren wurde das Kosovo unabhängig erklärt. Die Stiftung Schüler Helfen Leben möchte anlässlich dieses Tages darauf aufmerksam machen, dass die Lebenssituation von Jugendlichen in diesem von Krieg, Korruption und Armut gebeutelten Land weiterhin schlecht ist.
Berlin, 17. Februar 2010. Mehr als 50% der Bürger des Kosovo sind Jugendliche. Wiederum die Hälfte der Jugendlichen ist arbeitslos und besonders von Armut betroffen. Viele von ihnen haben nicht einmal die Möglichkeit, nach der Grundschule eine weiterführende Schule zu besuchen, da sie ihre Familien ernähren müssen. Immer mehr von ihnen ziehen vom Land in die Städte, in der Hoffnung auf Arbeit. Leider oft vergeblich.
Bisher hat die kosovarische Regierung nur wenig unternommen, dass Jugendliche ihre bürgerlichen Rechte und Pflichten im politischen Entscheidungsprozess ausüben können. Sowohl auf lokaler, als auch auf regionaler und nationaler Ebene haben Jugendliche bisher kaum Mitspracherechte. Die geringen Beteiligungsmöglichkeiten und die weit verbreitete Korruption nehmen den Jugendlichen die Lust und den Mut, in der Gesellschaft aktiv zu werden und ihre Rechte einzufordern. Vielmehr sind sie resigniert und denken, dass sie an der vorherrschenden Armut und der hohen Arbeitslosigkeit ohnehin nichts ändern können.











