Neues von der bosnischen Schülervertretungsorganisation ASuBiH
Sarajevo, 28.09.2009. Im September fand die Generalversammlung der Bosnien und Herzegowina weiten Schülervertretungsorganisation ASuBiH (Asocijacija Srednjoskolaca u Bosni i Hercegovini) mit etwa 160 delegierten Jugendlichen, Gästen vom Organizing Bureau of European School Student Unions (OBESSU), der serbischen und kroatischen Schülervertretung und Vertretern verschiedener NGOs statt. Höhepunkte der Generalversammlung in Sarajevo waren die Wahlen von zehn neuen Vorstandsmitgliedern und des neuen Präsidenten der AsuBiH. Außerdem wurde auf der Versammlung die offizielle Mitgliedschaft der ASuBiH bei der OBESSU besiegelt.
Das große Highlight der Generalversammlung war sicherlich die Anerkennung der ASuBiH als volles Mitglied der OBESSU. Es ist für die ASuBiH ein toller Erfolg, bereits zwei Jahren nach ihrer Gründung als vollwertiges Mitglied im europäischen Dachverband nationaler Schülervertretungsorganisationen anerkannt zu werden. Dies ist das Ergebnis der kontinuierlichen internationalen Lobbyarbeit der ASuBiH.
Die Delegierten erhielten auf der Generalversammlung reichlich Gelegenheit zur Mitbestimmung. Von 17 Jugendlichen wurden 10 in den neuen Vorstand gewählt. Außerdem wurde Turnus gemäß ein neuer Präsident gewählt. Fortan bekleidet Adnan Vehabovic dieses Amt.
Auf der Generalversammlung wurden neben dem SHL-Fonds zur Förderung von Kleinstprojekte von Jugendlichen (F.O.P.) in Bosnien und Herzegowina auch die Aktivitäten und Arbeitsschwerpunkte der ASuBiH aus dem letzten Jahr vorgestellt. Die Mitglieder erhielten ebenfalls die Gelegenheit, in Arbeitsgruppen gemeinsame Projektideen für das kommende Jahr zu entwickeln.
In Arbeitsgruppen diskutierten die Delegierten verschiedene für Schüler relevante Themen. Dabei wurde auch die "Zwei Schulen unter einem Dach-Thematik" problematisiert: Obwohl in Bosnien und Herzegowina der Unterricht in ein und derselben Schule stattfindet, gehen die Schüler oft durch zwei verschiedene, nach Ethnien getrennte, Eingänge hinein und hinaus. An vielen Schulen Bosnien und Herzegowinas sind die Klassen strikt nach Ethnien getrennt. Viele Schulhöfe sind durch Mauern geteilt, so dass die Kinder und Jugendlichen verschiedener ethnischer Gruppen keinen Kontakt untereinander haben können, auch wenn der Unterricht in ein und derselben Schule stattfindet. Schüler, die versuchen im Schulgebäude mit Gleichaltrigen der anderen Ethnie Kontakt aufzunehmen, werden von den Lehrern bestraft. Dadurch werden schon in den Köpfen junger Menschen Grenzen aufgebaut, die äußerst schwer zu überwinden sind. Leider stellte sich in den Arbeitsgruppen der ASuBiH-Generalversammlung heraus, dass vielen Schülern der Republika Srpska die "Zwei Schulen unter einem Dach"-Problematik der bosnischen Föderation bisher nicht bekannt ist. Nun möchten die Schüler der Republika Srpska, die auf der Generalversammlung der ASuBiH vertreten waren, sich dafür einsetzen, dass dieses Problem auch in ihrer Region öffentlich diskutiert wird. Dies ist ein weiterer bedeutender Erfolg der ASuBiH-Generalversammlung!
Über die Entstehung der ASuBiH
Durch zahlreiche Peer to Peer-Trainings hat Schüler Helfen Leben viele Jugendliche in Bosnien und Herzegowina für die Idee der Schülervertretung begeistern und zum Engagement motivieren können. Bald war die Zeit reif für eine Bosnien und Herzegowina weite Schülervertretung, die von Schülern selbst organisiert und geführt wird. So wurde im Februar 2008 mit einer Gruppe von 400 engagierten Jugendlichen die Schülervertretungsorganisation ASuBiH (Asocijacija Srednjoskolaca u Bosni i Hercegovini) gegründet. Fortan treibt ASuBiH den Aufbau von Schülervertretungen in Bosnien und Herzegowinas Schulen selbständig voran. Schüler Helfen Leben steht der ASuBiH dabei beratend und finanziell zur Seite bis die Organisation vollkommen eigenständig ist.
